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Dividendenregen für Dax-Anleger

Noch nicht alle Dax-Konzerne haben ihre Geschäftsergebnisse vorgelegt, aber schon jetzt ist klar, dass sie ihre Eigentümer mehr denn je am Gewinn teilhaben lassen. Und auch die kommenden Jahre sehen rosig aus.

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Daimler: Einige Firmen zahlen mehr Dividende als erwartet. Keystone

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Die Unternehmen aus dem Dax schütten für 2017 so hohe Dividenden aus wie noch nie. Zwar haben erst gut zwei Drittel der 30 grössten börsennotierten deutschen Konzerne ihre Geschäftsergebnisse des vergangenen Jahres vorgelegt, aber schon jetzt ist klar, dass sie ihre Eigentümer mehr denn je am Gewinn teilhaben lassen. Analysten der Commerzbank rechnen mit einem Anstieg der Dividendensumme um 15 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. «Unsere schon optimistischen Prognosen wurden zuletzt nochmals übertroffen», sagt Dividendenexperte Andreas Hürkamp.

Vor allem die Autobauer Daimler und VW wollen mehr als erwartet an ihre Investoren ausschütten. Auch der Gesundheitskonzern Fresenius, seine ebenfalls im Dax gelistete Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care, der Chiphersteller Infineon, der Software-Anbieter SAP und die Deutsche Post überraschten mit höheren Dividendenversprechen. Der Energieriese RWE und der Gasekonzern Linde locken Anleger sogar mit einer Sonderausschüttung. Lediglich die Commerzbank zahlt gar nichts aus und auch die Anleger der Deutschen Bank werden Analystenprognosen zufolge weniger erhalten als für 2016.

Starke Konjunktur lässt Kassen klingeln

Der Grund für den Dividendenregen liegt auf der Hand: Der weltweite Konjunkturmotor brummt und die Gewinne der Unternehmen sprudeln. «Die Dax-Unternehmen profitieren besonders von dem Wirtschaftswachstum, weil sie ihre Waren in die ganze Welt liefern», erklärt Hürkamp. In Deutschland legte die Wirtschaft 2017 um 2,2 Prozent zu, so stark wie seit 2011 nicht mehr. Auch in den USA und in Asien ging es nach oben. Ein Richtungswechsel ist erst einmal nicht in Sicht: Für die globale Wirtschaft erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Zuwachs von je 3,9 Prozent in den Jahren 2018 und 2019.

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Frankfurter Börse
Handelssaal der Frankfurter Börse: Dax-Firmen schütten für 2017 so hohe Dividenden aus wie noch nie.Keystone
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Keystone
Die Experten der DZ Bank rechnen vor, dass rund 41 Prozent der Gewinne der Dax-Konzerne in Form von Dividenden an die Aktionäre gehen. «Das ist leicht mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre», sagt Analyst Michael Bissinger. Weil aber auch die Profitabilität der Firmen deutlich angestiegen sei, könnten sie trotz höherer Gewinnausschüttungen noch in den Ausbau ihres Geschäfts investieren. «Die Dividenden wurden von den Unternehmen erwirtschaftet, werden insgesamt nicht aus der Substanz bezahlt und erscheinen nachhaltig.»
Im internationalen Vergleich stehen die Dax-Firmen gut da: Sie kommen im Schnitt laut den Berechnungen der Analysten auf eine Dividendenrendite von rund drei Prozent. Unternehmen aus dem US-Index S&P 500 und dem japanischen Topix kommen demzufolge nur auf knapp zwei Prozent. Dafür legten etwa US-Unternehmen mehr Wert auf Aktienrückkäufe, betont Bissinger.
Mark_Schneider
CEO: Frankie Ng
Unternehmen: SGS
Anzahl Aktien: 180
Marktwert: 400'000 Franken
Dividende: 12'600 Franken
CEO: Christian Buhl
Unternehmen: Geberit
Anzahl Aktien: 4588
Marktwert: 2,1 Millionen Franken
Dividende: 45'900 Franken
CEO: Alain Dehaze
Unternehmen: Adecco
Anzahl Aktien: 24'420
Marktwert: 1,7 Millionen Franken
Dividende: 58'600 Franken
CEO: Urs Schaeppi
Unternehmen: Swisscom
Anzahl Aktien: 3229
Marktwert: 1,6 Millionen Franken
Dividende: 71'000 Franken
CEO: Paul Schuler
Unternehmen: Sika
Anzahl Aktien: 828
Marktwert: 5,7 Millionen Franken
Dividende: 79'500 Franken
CEO: Beat Hess
Unternehmen: Lafarge-Holcim und Nestlé
Anzahl Aktien: 8792 bzw. 37'262
Marktwert: 500'000 bzw. 3,1 Millionen Franken
Dividende: 17'600 und 85'700 Franken
CEO: Richard Ridinger
Unternehmen: Lonza Group
Anzahl Aktien: 41'564
Marktwert: 9,9 Millionen Franken
Dividende: 105'900 Franken
CEO: Patrick Frost
Unternehmen: Swiss Life Holding
Anzahl Aktien: 11'625
Marktwert: 4,2 Millionen Franken
Dividende: 127'900 Franken
CEO: Gilles Andrier
Unternehmen: Givaudan
Anzahl Aktien: 2400
Marktwert: 4,8 Millionen Franken
Dividende: 134'400 Franken
CEO: Ulrich Spiesshofer
Unternehmen: ABB
Anzahl Aktien: 344'454
Marktwert: 7,9 Millionen Franken
Dividende: 261'800 Franken
CEO: Christian Mumenthaler
Unternehmen: Swiss Re
Anzahl Aktien: 63'854
Marktwert: 5,8 Millionen Franken
Dividende: 309'700 Franken
CEO: Boris Collardi
Unternehmen: Julius Bär
Anzahl Aktien: 260'253
Marktwert: 14,6 Millionen Franken
Dividende: 312'300 Franken
CEO: Tidjane Thiam
Unternehmen: Credit Suisse
Anzahl Aktien: 1'038'781
Marktwert: 15,5 Millionen Franken
Dividende: 727'100 Franken
CEO: Sergio Ermotti
Unternehmen: UBS
Anzahl Aktien: 1'631'052
Marktwert: 26,3 Millionen Franken
Dividende: 978'600 Franken
CEO: Joseph Jimenez
Unternehmen: Novartis bzw. GM
Anzahl Aktien: 347'278 bzw. 32'330
Marktwert: 28,8 Millionen bzw. 1,1 Millionen Franken
Dividende: 955'000 und 47'200 Franken
CEO: Severin Schwan
Unternehmen: Roche bzw. Credit Suisse
Anzahl Aktien: 138'011 bzw. 82'803
Marktwert: 34,5 Millionen bzw. 1,2 Millionen Franken
Dividende: 1'131'700 und 58'000 Franken
Johann Rupert
CEO: Hayek-Pool
Unternehmen: Swatch Group
Anzahl Aktien: 62'136'850
Der Hayek-Pool kontrolliert insgesamt 40,1 Prozent der Stimmrechte
Dividende: 83'884'700 Franken
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So viel Dividende bekommen die SMI-Chefs: CEO: Ulf Mark Schneider Unternehmen: Nestlé Anzahl Aktien: 5684 Marktwert: 500'000 Franken Dividende: 2200 Franken Keystone

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US-Anleihen werfen bereits mehr Rendite ab

Für die kommenden zwei Jahre erwarten die Experten weiter steigende Dividenden. «2018 und 2019 sind voraussichtlich wieder Rekordsummen drin», zeigt sich Hürkamp von der Commerzbank zuversichtlich. «Die Wirtschaft brummt und das dürfte sich positiv auf die Gewinne der Unternehmen auswirken.» Möglich sei eine erneute Dividendenerhöhung von rund 15 Prozent zum Vorjahr.

Allerdings sollten Anleger die Entwicklung der Zinsen im Auge behalten, warnt Bissinger. So erhielten sie etwa in den USA für zehnjährige Staatsanleihen inzwischen wieder fast drei Prozent, also einen Prozentpunkt mehr als Dividendentitel abwerfen. «Da in den USA 2018 drei Leitzinserhöhungen erwartet werden, sollte im Laufe des Jahres auch der US-Leitzins über die Dividendenrendite klettern.»

In der Euro-Zone ist dagegen von Leitzinserhöhungen noch nichts zu sehen. Experten gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase noch länger anhalten wird. Aber auch die Europäische Zentralbank stellt ihre Weichen allmählich in Richtung weniger expansiver Geldpolitik. Dies sei nicht zwingend schlecht für Aktien, meint Bissinger. Steigende Zinsen stünden für zunehmenden Wirtschaftsoptimismus, was für Firmen grundsätzlich positiv sei. «Eine negative Performance von Dividendenwerten war hauptsächlich in Krisen- und Rezessionsjahren zu beobachten.»



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(reuters/ccr)

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