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Börsenjahr 2014: Das sind die Gewinner und Verlierer

Das Börsenjahr 2014 brachte für die börsenkotierten Schweizer Unternehmen ganz unterschiedliche Entwicklungen. Die Diskrepanz zwischen Gewinnern und Verlierern ist teils enorm. Ein Überblick.

Mathias Ohanian,

Andrea Marthaler

Welche Schweizer Aktien haben 2014 am besten abgeschnitten, welche am stärksten eingebüsst? Zu den grossen Verlierern im Leitindex SMI in diesem Jahr gehört die Credit Suisse: Bis heute büsste die Aktie rund sechs Prozent ein. Als ein Grund dafür gilt die vergleichsweise schwache Kapitalausstattung.
Stärker getroffen wurde die Aktie von ABB. Sie verlor seit Jahresbeginn über elf Prozent. Beobachter werten den gesunkenen Ölpreis als Problem: ABB-Kunden könnten sich deshalb mit Investitionen zurückhalten.
Noch etwas schlechter erging es dem Titel des Agrochemiekonzerns Syngenta. Dieser büsste bis zum 10. Dezember fast 13 Prozent ein. Das Unternehmen unterzieht sich gerade einer Sparkur.
Zweitschlechtester Titel im SMI war im bisherigen Jahresverlauf der Uhrenhersteller Swatch mit einem Börsenverlust von über 20 Prozent – der Wert ist damit um über ein Fünftel seit Januar gesunken. Zuletzt machte unter anderem der starke Franken zu schaffen.
Das Ölbohrunternehmen Transocean meldete im November einen Abschreiber von fast zwei Milliarden Dollar. Zu schaffen macht unter anderem der heftig gesunkene Ölpreis. Seit Jahresbeginn mussten Anleger einen Verlust von fast 60 Prozent einstecken – das mit Abstand grösste Minus im SMI.
Zu den Gewinnern zählt auf der anderen Seite der Skala der Telekomkonzern Swisscom: Die Aktie überflügelte den SMI (bis heute plus 10 Prozent) seit Jahresbeginn deutlich. Unterm Strich steht ein Plus von 21 Prozent.
Noch deutlicher legte der Sanitärtechnikkonzern Geberit zu. Der Umsatz überraschte die Beobachter in den vergangenen Monaten positiv. An der Börse legte der Titel deshalb seit Jahresbeginn um fast 24 Prozent zu.
Der dritte Platz aller SMI-Titel geht an den Basler Pharmakonzern Novartis. Die Aktie steht in diesen Wochen auf einem neuen Allzeithoch. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei fast 30 Prozent.
Auf Platz zwei der bestperformenden SMI-Titel landet Givaudan mit einem Plus von fast 39 Prozent. Mitte November wurde die Eröffnung eines technischen Zentrums in Dubai gemeldet. Doch bereits davor legte die Aktie kräftig zu.
Die beste Performance im laufenden Jahr erzielte mit einem Gewinn von fast 55 Prozent klar die Aktie von Actelion. Das Biopharma-Unternehmen reichte erst Anfang Monat ein Zulassungsgesuch bei der Europäischen Arzneimittel-Behörde ein. Analysten schätzen das Umsatzpotenzial von Selexipag auf über 1 Milliarde Dollar.
Im Gesamtmarkt ist die Spanne zwischen Gewinn und Verlust noch deutlich grösser als bei den SMI-Titeln. Die im Bereich Geschäftsluftfahrt tätige Perfect Holding erlitt seit Jahresbeginn einen Verlust von 38 Prozent – das drittgrösste Minus aller rund 220 Titel im breit gefassten SPI-Index.
Noch mehr Verlust machte die im Bereich Öl und Gas tätige Holding Alpha Petrovision: minus 44 Prozent.
Unter den an der Schweizer Börse notierten Titeln schrieb allerdings ein Biotechnologieunternehmen den mit Abstand grössten Verlust: Fast 93 Prozent verlor die Aktie von Cytos.
Auf der Gewinnerseite ist Myriad die Nummer 3 im Schweizer Markt. Die Aktie der im Bereich Mobilkommunikation tätigen Firma schoss bis heute um fast 196 Prozent in die Höhe. Positiv stimmt offenbar das Wachstum des Messengerdienstes.
Die Aktie von Ci Com liegt fast 228 Prozent im Plus – der Wert hat sich also mehr als verdreifacht. Die Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Genf ist unter anderem im Immobilienbereich tätig.
Am stärksten aller SPI-Titel legte in diesem Jahr Santhera Pharma zu. Im Mai startete das Unternehmen an der Börse bei 3,75 Franken. Heute ist der Titel über 90 Franken wert – ein Plus von über 2300 Prozent. Mitausschlaggebend für die riesigen Kurssprünge waren vor allem positive Studienresultate des Pharmakonzerns.Bilder: Keystone
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Welche Schweizer Aktien haben 2014 am besten abgeschnitten, welche am stärksten eingebüsst? Zu den grossen Verlierern im Leitindex SMI in diesem Jahr gehört die Credit Suisse: Bis heute büsste die Aktie rund sechs Prozent ein. Als ein Grund dafür gilt die vergleichsweise schwache Kapitalausstattung. RMS

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Gemächlich gestartet, turbulent auf die Zielgerade gebogen und versöhnlich geschlossen. In etwa so lässt sich das Börsenjahr 2014 zusammenfassen – selbst wenn noch ein paar Tage zu gehen sind, die noch einmal für eine Überraschung sorgen könnten. Zumindest bislang gilt: Das Jahr war erfolgreich, bis zum heutigen Vormittag steht ein Plus beim wichtigsten Schweizer Aktienbarometer, dem SMI, von gut 10 Prozent.

Das kann sich sehen lassen. Rückblickend deuteten zu Jahresbeginn so manche Indizien darauf hin, dass die Schweizer Börse den Aufwärtstrend von Ende 2013 mit in dieses Jahr mitnehmen würde. Die Weltwirtschaft, insbesondere die Euro-Zone, stabilisierte sich. Im Januar titelte etwa die Credit Suisse in einer Analyse «Outperformance bei Aktien erwartet».

Grösster SMI-Verlierer büsst rund 60 Prozent ein

Tatsächlich brachte 2014 für die zwanzig wichtigsten börsenkotierten Schweizer Unternehmen ganz unterschiedliche Entwicklungen. Zu den grössten Verlierern im SMI-Index in diesem Jahr gehören der Agrochemiekonzern Syngenta und der Uhrenbauer Swatch mit deutlichen zweistelligen Verlusten. Am stärksten jedoch büsste ein Mineralölunternehmen ein – nämlich fast 60 Prozent. Der grösste Gewinner im SMI steigerte seinen Börsenwert hingegen um über 50 Prozent (Erfahren Sie mehr in der oben stehenden Bildergalerie).

Am Schweizer Gesamtmarkt, der SPI umfasst über 200 Schweizer Titel, waren die Ausschläge freilich noch stärker: So manches Unternehmen konnte seinen Börsenwert mehr als verdoppeln. Andere verloren fast alles. Ein Pharmaunternehmen steigerte seinen Börsenwert gar um über 2300 Prozent.

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Zweite Jahreshälfte von Turbulenzen geprägt

Dabei fiel der Jahresstart bei rund 8270 Punkten für den SMI eher verhalten aus. In den ersten fünf Monaten ging es auf und ab – ohne ganz eindeutige Tendenz nach oben. Die zeichnete sich erst gegen Ende der ersten Jahreshälfte ab, als der Aktienindex Ende Mai erstmals über 8700 Zähler kletterte. Im September dann folgte nach einem kleinen Zwischentief der erste Anlauf auf die Marke von 9000 Punkte – der jedoch kläglich scheiterte.

Innert wenigen Tagen rauschte der SMI fast 1000 Punkte in die Tiefe und notierte zwischenzeitlich bei deutlich unter 8000 Punkten. Vor allem Banktitel litten unter dem zwischenzeitlichen Ausverkauf. Mit fundamentalen Faktoren war dieser plötzlicher Einbruch kaum zu rechtfertigen. Dass die US-Notenbank Fed aus ihrer lockeren Geldpolitik aussteigen will, war schon lange vorher bekannt.

Wird 2015 zum neuen Rekordjahr?

Entsprechend verflog die Crashpanik so schnell wie sie gekommen war. Im November dann folgte der Durchbruch: Anfang Monat sprang der SMI auf den höchsten Stand seit 2007, wenige Tage später dann erstmals seit sieben Jahren über die Marke von 9000 Punkten. Auf einmal schien das Allzeithoch von gut 9500 Zählern in Reichweite.

Davon hat sich der Index inzwischen wieder etwas entfernt – die Jahresendrallye fällt heuer bislang verhaltener aus als 2013. Doch so mancher Experte setzt für 2015 auf neue Rekordhöhen. Dann könnte auch das Allzeithoch kassiert werden. Es bleibt spannend.

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