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Börsen vor entscheidenden Tagen

Wall Street zittert vor den Zahlen der Tech-Giganten

Die US-Tech-Konzerne präsentieren ihr Ergebnis fürs erste Halbjahr. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss kommen jene von Alphabet und von Tesla. Miese Zahlen könnten den Höhenflug abrupt beenden.

Bernadette Hogg

Die Börsianer blicken am Mittwoch nach Börsenschluss in New York gespannt auf zwei Tech-Grössen. imago/UPI Photo
Die Börsianer blicken am Mittwoch nach Börsenschluss in New York gespannt auf zwei Tech-Grössen. imago/UPI Photo Bloomberg

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Die Berichtssaison nimmt Fahrt auf. Google-Mutter Alphabet und Elektroauto-Pionier Tesla gehören zu den ersten grossen Technologieunternehmen, die ihre Geschäftszahlen fürs erste Halbjahr preisgeben. Am Mittwoch nach Börsenschluss an der Wall Street wird bekannt, wie sich die zwei Tech-Riesen finanziell geschlagen haben – in einem flüchtigen Marktumfeld mit vielen offenen Fragen rund um KI-Investitionen.
Die beiden einflussreichen Tech-Giganten hatten bisher ein sehr unterschiedliches Börsenjahr: Die Aktie von Alphabet hat seit Jahresbeginn um 12 Prozent zugelegt, jene von Tesla ist fast 16 Prozent eingebrochen. Insgesamt herrscht an der US-Börse aber gute Stimmung.

Der Tech-Index Nasdaq, der die Titel der grössten Techkonzerne beinhaltet, kletterte im Juni auf einen neuen Höchststand. Die nächsten Wochen sind für den Index entscheidend: Wenn die Zahlen der Tech-Riesen den Finanzmarkt beeindrucken, könnte der Nasdaq seine Rekordjagd fortsetzen. Fallen die Zahlen jedoch enttäuschend aus, droht ein Absturz. Auch beim Leitindex Dow Jones, in dem die Tech-Giganten ebenfalls dominieren.

Google-Mutter Alphabet steht im Fokus

Alphabet steht stark im Fokus der KI-Anleger. Der Konzern braucht künstliche Intelligenz, Automatisierung und riesige Rechenzentren, um enorme Datenmengen effizient zu verarbeiten. Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, gibt Alphabet Milliardenaufträge an die KI-Industrie. Diese Aufträge stützen wiederum die historisch beispiellosen Zahlen von Chip-Herstellern wie Nvidia.

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Dank des KI-Booms hatte die Wall Street bisher ein sehr gutes Jahr. Ob es so weitergeht? Ungewiss. «Irgendwann müssen sich die Milliarden-Investitionen von Alphabet und Co. auszahlen», schreibt Vincenzo Vedda, Chefanlagestratege des deutschen Vermögensverwalters DWS, in einer Notiz. Heisst: Anleger schauen vermehrt nicht mehr darauf, welchen Vorsprung die amerikanischen Tech-Riesen in Sachen KI-Investitionen haben. Sie legen auch Wert darauf, dass sich diese KI-Investitionen auch in den Umsätzen und Gewinnen widerspiegeln.

Neuer Wettbewerber aus China

Was noch dazu kommt: Aus Fernost kündigen sich neue Herausforderer an, die die Dominanz der US-Giganten durchbrechen wollen. So gibt es in China neben DeepSeek einen weiteren billigen Konkurrenten zu US-KI-Riesen wie OpenAI und Anthropic. Das Modell Kimi K3 des chinesischen Unternehmens Moonshot AI profitiert im eigenen Land von staatlicher Hilfe, billigem Strom und enorm vielen Softwareingenieuren.
In Leistungstests schlägt sich Kimi K3 wacker gegen die westliche Konkurrenz. Der US-Markt reagierte geschockt auf die Meldungen. Der Unternehmenswert von OpenAI und Anthropic, die beide an ihrem Börsengang feilen, fiel um Hunderte Milliarden Dollar. Jetzt müssen die bereits an der Wall Street notierten Tech-Unternehmen liefern.

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