Laut der «Financial Times» reiste kürzlich eine Delegation von US-Behördenvertretern nach Europa, um gegen eine Zusammenarbeit mit Huawei Stimmung zu machen. Der Besuch passierte auch mit Blick auf den Aufbau der 5-Infrastruktur: In Grossbritannien und Deutschland werden in Kürze die entsprechenden Lizenzen versteigert. Die britischen Behörden prüfen derzeit, ob Huaweis Produkte ein Sicherheitsrisiko darstellen. Huawei sieht sich in dieser Diskussion zu Unrecht verdächtigt und betont seine Unabhängigkeit von der chinesischen Regierung.
Huawei-Partner Sunrise hat keine Bedenken, sich vom chinesischen Konzern beliefern zu lassen. «Wir haben keine Pläne, den Technologiezulieferer zu wechseln», betont das Unternehmen auf Anfrage. Huawei werde aus politischen Gründen ausgegrenzt, glaubt Sunrise. «Wir sehen keine Auswirkungen auf unsere technischen Infrastrukturen und Dienste.»
Dass Sunrise auf Huawei setzt, liegt auch an der führenden Technologie der Chinesen bei 5G. Huawei hat massgeblich zur Entwicklung des neuen Mobilfunksstandards beigetragen. «Die asiatischen Länder haben andere Vorgaben. Sie können darum schon vieles umsetzen», sagt Sunrise-Chef Olaf Swantee.
Huawei will in der Schweiz forschen und entwickeln
Von dieser technologischen Führerschaft konnte sich kürzlich auch Bundesrätin Doris Leuthard überzeugen: Sie traf im letzten Sommer den Chef von Huawei am Hauptsitz in Shenzen und liess sich Produkte vorführen. Dabei gleiste die Bundesrätin eine massive Investition von Huawei in der Schweiz auf: Das Unternehmen will im Umfeld der Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne Forschungs- und Entwicklungszentren eröffnen und es damit Konzernen wie Google und Facebook gleichtun. Die US-Warnungen vor Huawei finden in der Schweiz auf absehbare Zeit keinen Widerhall.