Kunden ziehen 3,6 Milliarden von Kryptobörse Binance ab
Nach dem Milliarden-Hack erlaubt die Krypto-Plattform Binance wieder Auszahlungen. Anleger zeigen sich erschüttert. Mittlerweile hat sich auch das FBI eingeschaltet.
Die Kryptobörse Binance des Gründers Changpeng Zhao (49) wurde am Freitag Opfer eines Hackerangriffs.ShutterstockSeit Sonntag sind auf der Plattform wieder Auszahlungen möglich, Kunden haben Gelder im Wert von 3,6 Milliarden Dollar abgezogen.Sven ThomannBinance ist die grösste Börse für Digitalwährungen der Welt.Sven ThomannHinter dem Angriff steckt offenbar Nordkorea.AFPAuch das FBI beschuldigt die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor.AP Photo/Jenny Kane
Viele Anlegerinnen und Anleger haben das Vertrauen in Binance verloren: 3,6 Milliarden Dollar an Kundengeldern hat die Kryptobörse eingebüsst, seit sie am Sonntag Auszahlungen wieder aufgenommen hat. Dies entspreche 2,1 Prozent des verwalteten Vermögens an Kryptowährungen, teilt das Unternehmen am Montag mit. Nach einem sprunghaften Anstieg zu Beginn seien die Auszahlungen nun zurückgegangen und «stabilisieren sich wie erwartet», schreibt Binance in einer Mitteilung.
Branchenkenner vermuteten relativ rasch, dass Nordkorea hinter dem Angriff stecke. Am Samstag beschuldigte dann auch das FBI die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor. Gleichzeitig publizierte die Behörde eine Liste mit rund 500 Hacker-Adressen, auf denen die Beute liegen soll.
Nach dem Angriff hatte sich Binance umgehend verpflichtet, allfällige Verluste der Kundinnen und Kunden vollständig auszugleichen. Teile davon stammen aus dem hauseigenen Sicherungsfonds Safu. Bislang hat die Plattform laut eigenen Angaben 90 Prozent der gestohlenen Summe absichern können. Die restlichen zehn Prozent seien weniger liquide Token, so die Kryptobörse. Darum dauere es länger, um diese digitalen Vermögenswerte zu beschaffen.