Was ist mit dem Kryptogold los?

Bitcoin stürzt ab – aber es kommt noch dicker

Der Bitcoin-Kurs stürzt erneut ab: Am Dienstag fiel er um 5,5 Prozent auf 67'500 US-Dollar. Das ist fast nur noch halb so viel wie im letzten Herbst. Die Gründe hinter dem Kurszerfall.

martin schmidt

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Der Bitcoin-Hype ist zumindest vorübergehend weg. AFP

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Der Bitcoin-Kurs fällt und fällt: Am Dienstag taucht er erneut um 5,5 Prozent. Das liegt zum einen an den gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Für die jüngste Talfahrt ist aber auch das Bitcoin-Urgestein Michael Saylor (61) mitverantwortlich. Seine Firma Strategy hat Bitcoins im Wert von 2,5 Millionen US-Dollar verkauft.
Das ist eigentlich eine völlig vernachlässigbare Grössenordnung – gerade auch im Verhältnis zum riesigen Bitcoin-Schatz, den die Firma hält. Doch: «Wenn jemand immer sagt, man darf Bitcoins auf keinen Fall verkaufen und plötzlich doch verkauft, drückt das die Stimmung unter den Anlegern», erklärt Raiffeisen-Analyst Jeffrey Hochegger (52) gegenüber Blick.

«Kein digitales Gold»

Seit Mitte Mai hat die bekannteste Kryptowährung bereits gut 16 Prozent verloren und liegt derzeit noch bei rund 67'500 US-Dollar. Anfang Oktober 2025 lag der Kurs noch auf dem Allzeithoch bei knapp 126'000 US-Dollar. Die Gemütslage an den Märkten hat völlig gekippt. Was dabei auffällt: «In der Vergangenheit war der Bitcoin immer dann stark, wenn der Tech-Sektor stark war», so Hochegger. Davon sieht man nun nichts mehr – im Gegenteil: Die Tech-Aktien steigen im KI-Sog immer weiter, beim Bitcoin ist jedoch die Luft raus. «Es hat sich gezeigt, dass der Bitcoin in Zeiten mit hoher Unsicherheit kein digitales Gold ist», so der Analyst.

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Dass der Kurs in kurzer Zeit derart stark einbrechen kann, begründet Hochegger auch mit der Motivation der Anleger. «Viele kaufen Bitcoins in der Hoffnung auf grosse Kursgewinne in kurzer Zeit und nicht, weil sie an einen künftigen Nutzen der Kryptowährung glauben und langfristig investieren.» Fällt der Kurs, kommt noch ein weiterer Effekt hinzu: Viele Anleger setzen mit gehebelten Produkten auf den Bitcoin. Bei einer starken Kurskorrektur müssen oft massenhaft Positionen aufgelöst und verkauft werden. Das verstärkt die Abwärtsspirale.
Beim aktuellen Zinsniveau gibt es zudem attraktive Anlagemöglichkeiten mit deutlich geringerem Risiko. «Da Bitcoins keine Dividende abwerfen, steigen mit dem Zinsniveau auch die Haltekosten», so Hochegger. Dieser Effekt könnte sich weiter verstärken: Die Inflation zieht in vielen Ländern an. Analysten rechnen deshalb bereits wieder mit Zinserhöhungen durch Notenbanken. Bei der IG Bank sieht man zahlreiche Indikatoren, dass der Bitcoin-Kurs noch stärker tauchen dürfte.
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