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Die Bullen verstummen

Bitcoin konsolidiert zwischen Krieg, Hacks und Quanten-Angst

Trotz des Krieges im Nahen Osten zeigen sich Bitcoin und Ethereum stabil. Bei Altcoins herrscht dagegen Krisenstimmung.

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Illustration der Digitalwรคhrung Bitcoin. Pixabay

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Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten haben die Kurse von Bitcoin & Co eher unerwartet nicht gross belastet. Seit Beginn des Irankrieges hat Bitcoin 3,1 Prozent an Wert hinzugewonnen, Ethereum gar 6,3 Prozent. Trotzdem bleibt die Stimmung verhalten, weil die Kursgewinne aus der zwischenzeitlichen Erholungsrally von Mitte Mรคrz wieder hergegeben wurden.
Fรผr Aufregung sorgte dabei eine Research-Studie von Google Quantum AI in Zusammenarbeit mit Forschern der Ethereum Foundation und der Universitรคt Stanford. Die Kernbotschaft: Die Verschlรผsselungsverfahren, auf denen Bitcoin und fast alle grossen Blockchains basieren, sind durch zukรผnftige Quantencomputer wesentlich leichter angreifbar als bisher in der Fachwelt vermutet. Experten sind allerdings eher der Meinung, Quantencomputing bleibe fรผr Bitcoin eine weit entfernte รœberlegung. Systeme, die die aktuelle Kryptografie auf Basis elliptischer Kurven in grossem Massstab knacken kรถnnten, benรถtigen noch Jahre bis zur Einfรผhrung, so der Tenor.
Auffallend ist in den letzten Wochen, dass die Bitcoin-Bullen deutlich ruhiger geworden sind. Die ausgerufenen Kursziele, welche vielfach deutlich รผber den jeweils bezahlten Preisen lagen, gehรถren fรผr den Moment der Vergangenheit an. Eine schnelle Kurserholung des Bitcoin ist unwahrscheinlich. Die Bitcoin-Mรคrkte konsolidieren seit nunmehr zwei Monaten, was zu einer sinkenden Volatilitรคt und verhaltener Derivatepositionen fรผhrte. Wรคhrend sich die Spotpreise nach dem vorherigen Rรผckgang stabilisierten, lag der 30-Tage-Durchschnittspreis von Bitcoin weiterhin 19 Prozent unter dem des Vormonats, was die schwรคcheren Preise zu Monatsbeginn widerspiegelt, wie Matthew Sigel, Leiter Digital Assets Research von VanEck, jรผngst in einer Kundennotiz schrieb.

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Die realisierte Volatilitรคt sank deutlich von rund 80 auf knapp รผber 50, was auf einen deutlichen Rรผckgang der spekulativen Handelsaktivitรคten in diesem Zeitraum hindeutet, so der VanEck-Experte weiter. Ebenso sei das Volumen auf der Blockchain weiter rรผcklรคufig. Auf der anderen Seite dรผrften die Kurse fรผr den Moment gegen unten gut abgestรผtzt sein, weil Absicherungstransaktionen gegen fallende Kurse verhรคltnismรคssig teuer sind.
Neben dem Irankrieg, den konjunkturellen Unsicherheiten und den zurรผckhaltenden Investoren kommen noch hausgemachte Probleme hinzu. Am Abend des 1. April wurde eine grosse Perpetual-Futures-Bรถrse auf Solana Opfer eines Cyber-Angriffs. Das sogenannte ยซDrift Protocolยป fiel einem ausgeklรผgelten Angriff zum Opfer, bei dem Vermรถgenswerte im Wert von 280 Millionen Dollar aus der Kasse des Unternehmens abgezogen wurden.
Die Angreifer nutzten eine Kombination aus Social-Engineering-Tricks und einer Sicherheitslรผcke im Transaktionssystem von Solana, um die Millionen von Dollars zu erbeuten, wie die Krypto-Beratungsfirma Sandmark am Donnerstag mitteilte. Drift, der Governance-Token der Bรถrse, brach um mehr als 40 Prozent ein, als sich die Nachricht von dem Angriff im Internet verbreitete. Der Kurs von Solana fiel nach Bekanntwerden der Details um รผber 7 Prozent.

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Stehen die Altcoins vor einem Revival?

Der Kryptomarkt leidet weiterhin unter den eskalierenden geopolitischen Spannungen und der damit einhergehenden Volatilitรคt an den Finanzmรคrkten. Dies zeigt sich weniger am Kurs von Bitcoin, Ethereum oder Ripple. Besonders betroffen ist die Vielzahl an kleineren Altcoins. Sie standen in diesem Zyklus noch nie unter solch einem Druck, wie die Research-Boutique Cryptoquant am Mittwoch in einer Einschรคtzung festhielt.
Anfang dieser Woche haben mehr als 40 Prozent der Altcoins ein neues Allzeittief erreicht oder befinden sich in gefรคhrlicher Nรคhe dazu. Dies ist noch hรถher als im vorherigen Bรคrenmarkt, wo der Wert bei rund 38 Prozent lag, so Cryptoquant weiter. Dabei sei nicht nur das Umfeld fรผr Altcoins ungรผnstig.
Derzeit existieren insgesamt รผber 47 Millionen Kryptowรคhrungen, darunter allein 22 Millionen auf Solana, รผber 18 Millionen auf Base und 4 Millionen auf der Binance Smart Chain. Die enorme Anzahl an Kryptowรคhrungen fรผhrt direkt zu einer Liquiditรคtsverwรคsserung, wodurch Altcoins mit der Zeit immer fragiler werden, meinen die Experten von Cryptoquant. Dies erklรคre, warum die Altcoins derzeit eine rekordverdรคchtige Underperformance hinlegen.
Die Konklusion von Cryptoquant macht jedoch gerade bei Altcoins Hoffnungen. ยซGerade bei solch extremer Underperformance erรถffnen sich attraktive Chancen fรผr diejenigen, die die vielversprechendsten und widerstandsfรคhigsten Projekte sorgfรคltig auswรคhlen.ยป

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