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Kaum Komfort, aber Seesicht

Verwunschenes Goldküsten-Haus steht für 7,5 Millionen zum Verkauf

In Küsnacht ZH wird ein 6,5-Zimmer-Haus aus den 1930ern verkauft. Renoviert wurde es länger nicht mehr. Und doch dürfte es bald verkauft sein.

Patrik Berger

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Erbaut wurde das Haus 1933. Es entspricht nicht mehr heutigen Standards. Screenshot Walde

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Die Zürcher Goldküste ist begehrt. Die Lage am See, die Nähe zu Zürich, die tiefen Steuern und nicht zuletzt die deutlich längere Sonnenscheindauer als am linken Seeufer – der Pfnüselküste – ziehen vermögende Menschen magisch an. Seit Jahrzehnten ist kaum eine andere Wohnlage in der Schweiz so begehrt. Entsprechend hoch sind die Preise für Immobilien oder Grundstücke. Der Markt ist ausgetrocknet. Die Nachfrage grösser als das Angebot.
Das führt dazu, dass für die wenigen Objekte, die überhaupt zum Verkauf stehen, teils horrende Preise aufgerufen werden. Neustes Beispiel: Ein 6,5-Zimmer-Haus mit Baujahr 1933 in Küsnacht ZH. 7,5 Millionen Franken verlangt Luxus-Makler Walde mit Sitz in Zollikon ZH für das einfache Gebäude mit einer Wohnfläche von 163 Quadratmetern. «Dieses sanierungsbedürftige 6,5-Zimmer-Einfamilienhaus aus dem Jahr 1933 bietet die seltene Chance, historischen Charme mit moderner Wohnqualität zu verbinden», heisst es in der Annonce.

Bald dürften die Bagger auffahren

Wer 7,5 Millionen Franken für ein Haus in der Nobel-Gemeinde Küsnacht ausgibt, der dürfte allerdings nicht im in die Jahre gekommenen Bau leben wollen. Das weiss auch der Makler. Er beschreibt erst gar nicht die Vorzüge des charmanten Häuschens. «Das bestehende Wohnhaus ist renovierungsbedürftig», heisst es in der Verkaufsdokumentation trocken.

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Lieber lobt er das Potenzial des Grundstückes und die Lage. «Die Liegenschaft eröffnet vielseitige Erweiterungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und richtet sich an alle, die ein Zuhause mit Charakter und Entwicklungspotenzial suchen», heisst es.
Die Umgebung verbinde eine «grüne, entspannte Wohnatmosphäre mit guter Anbindung an Schulen, öffentliche Verkehrsmittel und die städtische Infrastruktur – ideal für Familien». Eine erste Machbarkeitsstudie zeigt auf, was auf den fast 1500 Quadratmetern alles möglich ist. «Dadurch entstehen vielfältige Optionen für moderne Wohnkonzepte und individuelle Ideen.»
Wetten, dass das über 90-jährige Haus kurz nach dem Kauf dem Erdboden gleichgemacht wird? Es versteht sich von selbst, dass der Käufer dann noch einmal eine beträchtliche Summe für einen Neubau aufwerfen wird.
Über die Autoren
Patrik Berger
Patrik Berger
Patrik Berger, Redaktor Wirtschafts-Desk RMS

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