Russischer Investor will Château Gütsch doch nicht verkaufen
Das Château Gütsch in Luzern steht schon wieder in den Schlagzeilen: Gerüchte über einen Verkauf für 35 Millionen Franken machen die Runde, doch VR-Präsident Benno Hafner dementiert.
Zahlreiche Abgänge im Verwaltungsrat der Gütsch-Betreiberfirma sind laut einem Bericht der «Luzerner Zeitung» ein starkes Anzeichen für die Verkaufspläne. VR-Präsident Benno Hafner ist noch der einzig Verbliebene, der seit der Übernahme durch Androsow im Aufsichtsgremium sitzt. Er soll zusammen mit der Genfer Immo-Firma Barnes Suisse auf der Suche nach einem möglichen Abnehmer sein.
«Keine Pläne, das Gütsch zu verkaufen»
Offenbar ist das Schlosshotel aber doch nicht zu haben. In einer ausführlichen Stellungnahme meldet sich heute Mittwoch Benno Hafner zu Wort. «In den vergangenen Wochen und Tagen kursierten, vor allem durch die Medien hervorgerufen, viele Spekulationen und Gerüchte über den Verkauf und die Zukunft des Château Gütsch», schreibt er auch im Namen von Androsow. «Es bestehen keine Pläne, das Château Gütsch zu verkaufen», so Hafner.
Es sei ein wichtiger Bestandteil der Luzerner Hotellerie, der lokalen Gastronomie und allgemein des lokalen und schweizerischen Tourismus. «Das Château Gütsch bleibt seinen Gästen, Partnern und der Luzerner Bevölkerung und nicht zuletzt auch den Mitarbeitenden uneingeschränkt verbunden und verpflichtet», betont Hafner. Dank der «langfristigen Vision und des Engagements der Eigentümerschaft» und dank namhafter Investitionen sei das Haus vor dem Niedergang bewahrt worden. Nun liege der Fokus auf der Zukunft, «um den langfristigen Erfolg des Hauses sicherzustellen».
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24 Millionen Franken investiert
Das Château Gütsch gehört zu den prächtigsten Bauten der Schweiz: Es ragt hoch über Luzern, bietet eine traumhafte Sicht auf den Vierwaldstättersee. Hinter der Fassade rumort es aber immer wieder. Der russische Investor kaufte das Luzerner Wahrzeichen im Juni 2021 für 16,5 Millionen Franken. Damals war die Rede von einem langfristigen Engagement.
Der Russland-Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 erschwerte die Situation für Androsow in der Schweiz allerdings erheblich. Er ist nicht auf der Sanktionsliste, steht aber wegen seiner politischen Vergangenheit in Moskau und der Beziehungen zu Putin unter besonderer Beobachtung. Sein finanzieller Handlungsspielraum ist eingeschränkt.
Die «Luzerner Zeitung» spekulierte, dass das traditionsreiche Haus wieder in einheimische Hände kommen soll. Und brachte mit Multimilliardär und Logistik-Patron Klaus-Michael Kühne (89) einen prominenten Namen ins Spiel. Der hohe Preis soll ihn aber abgeschreckt haben. An Interessenten aus der Region soll es gemäss der Zeitung grundsätzlich aber nicht mangeln. Der Preis von 35 Millionen wird von einem Exponenten allerdings als «absoluter Fantasiepreis» beschrieben. Wohl ein Grund für das hohe Preisschild: Androsow soll insgesamt bereits 24 Millionen Franken investiert haben.