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US-Präsident will Profi-Finanzinvestoren den Kauf von Einfamilienhäusern verbieten

US-Präsident Donald Trump will Finanzinvestoren den Kauf von Einfamilienhäusern verbieten und damit nach eigenen Angaben die Immobilienpreise senken.

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Eine verkaufte Immobilie in den USA.

Eine verkaufte Immobilie in den USA.

Pixabay

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Er ergreife sofortige Massnahmen zum Kauf von Einfamilienhäusern durch Finanzinvestoren und werde den ‌Kongress bitten, ‌das Verbot gesetzlich zu verankern, schrieb der amerikanische Präsident Donald Trump am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social. «Menschen leben in Häusern, nicht Konzerne», erklärte Trump.

Die Ankündigung schickte Aktien von US-Immobilienunternehmen auf Talfahrt. American Homes 4 Rent ​fielen auf ein Dreijahrestief von 28,84 Dollar und notierten zuletzt rund ‌sechs Prozent im Minus. Die des Finanzinvestors Blackstone verloren ‌etwa fünf Prozent. Der Branchenindex PHLX gab um 2,1 Prozent nach.

Zunächst war unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage Trump ein solches Verbot für Käufe auf dem Privatmarkt durchsetzen will. Der Republikaner nannte keine Details. Finanzinvestoren wie Blackstone hatten nach der Finanzkrise von 2008 Tausende Einfamilienhäuser aufgekauft, die zwangsversteigert ⁠wurden.

Das Vorgehen rief die Kritik von Mieterverbänden und Politikern der Demokratischen Partei auf den Plan. Sie werfen institutionellen Vermietern vor, die Mietpreise in die Höhe getrieben zu haben. Die Investoren weisen dies zurück. ​In einer Analyse vom Januar teilte Blackstone mit, institutionelle Anleger besässen ‌nur 0,5 Prozent aller Einfamilienhäuser in den USA.

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Blackstone und ‍das Weisse Haus reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu Trumps neuem Vorstoss. In den USA gibt es ​wachsende Sorgen der Bürger über die Lebenshaltungskosten. Anfang November sind in den USA Kongresswahlen, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen wollen. Trumps Zustimmungswerte sind angesichts des Unmuts der ‌US-Bürger über die Wirtschaftslage zuletzt gesunken. Die nächste Präsidentenwahl findet ⁠2028 statt, Trump kann laut Verfassung nicht erneut antreten.

Trumps Pläne ‌zielen auf einen Markt, der in den USA eine deutlich grössere Rolle spielt als in Deutschland. Während die Wohneigentumsquote in ‍den USA nach Angaben der US-Statistikbehörde bei 65,3 Prozent liegt, sind es in Deutschland nach Eurostat-Daten gut 47,2 Prozent. Die Bundesrepublik ist dabei Schlusslicht in der EU. ​Der Unterschied ist bei Einfamilienhäusern ähnlich ausgeprägt. Daten der Industrieländer-Organisation OECD zufolge ‍machen freistehende Häuser in den USA grob zwei Drittel des gesamten Wohnungsbestands aus. In Deutschland sind laut Zensus 2022 dagegen 43,4 Prozent aller Wohngebäude freistehende Einfamilienhäuser.

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