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44 Millionen Franken sind zu teuer

Stadt will «Zuger Mar-a-Lago» doch nicht kaufen

Die Stadt Zug kauft die 44-Millionen-Franken-Villa «Unterer Frauenstein» am Zugersee nicht. Der Grosse Gemeinderat lehnte den Kauf knapp ab – vor allem wegen des hohen Preises.

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Dieses Anwesen wäre der Stadt Zug fast 44 Millionen Franken wert gewesen. FSP

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Ein solches Anwesen ist selten in der Schweiz: Die Villa «Unterer Frauenstein» in der Stadt Zug direkt am See war seit vergangenem Sommer zum Verkauf ausgeschrieben. Das Anwesen wird – in Anspielung auf Donald Trumps (79) Anwesen in Florida – auch «Zuger Mar-a-Lago» genannt. Doch die Stadt Zug verzichtet nun auf den Kauf der 44 Millionen Franken teuren Villa.
Dies hat der Grosse Gemeinderat am Dienstagabend mit 20 zu 15 Stimmen bei 2 Enthaltungen beschlossen. Ein eher knapper Parlamentsentscheid hatte sich abgezeichnet. Die vorberatende Bau- und Planungskommission hatte die Ablehnung des Kaufs beantragt, die Geschäftsprüfungskommission dagegen die Annahme.

Badi wäre ausgebaut worden

Die Ablehnung wurde vor allem mit dem hohen Preis begründet. Die Mittel könnten auch in den preisgünstigen Wohnungsbau investiert werden, hiess es etwa. Die Stadt habe noch weitere hohe Ausgaben zu leisten. Die Befürworter eines Kaufs bezeichneten das Objekt dagegen als «Perle am See» und die Möglichkeit eines Erwerbs als «Jahrhundertchance». Zudem stehe die Stadt Zug finanziell gut da.
Die Villa Unterer Frauenstein wurde 1850 gebaut und liegt in der Nähe des Casinos am Zugersee. Das Grundstück ist 5514 Quadratmeter gross und hat über eine Länge von 70 Metern Seeanstoss. Ziel des Stadtrats war es, die Gartenanlage für die Bevölkerung zu öffnen und die Länge des öffentlich zugänglichen Seeufers in dem Gebiet zu vergrössern. Die Nutzung der Villa war noch nicht geklärt.

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Alt-Gemeinderätin Monika Mathers (CSP) kritisiert den Entscheid als «grosse Enttäuschung» – vor allem, weil das Parlament dem Stimmvolk das letzte Wort verwehrt habe. Zusammen mit ihrem Komitee lanciert sie nun eine Initiative, die Unterschriftensammlung startet im März, berichtete Zentralplus.
(sda/dob)

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