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Traum vom Eigenheim platzt

Sogar mit einer Erbschaft im Rücken wird Hauskauf schwierig

Sogar Erben können sich keine eigenen vier Wände mehr leisten. Das geht aus der neusten Immobilien-Studie von Raiffeisen hervor. Die Bank liefert erste Anzeichen einer schwächeren Nachfrage.

Robin Wegmüller von Schweizer Illustrierte

Wohneigentum wird in der Schweiz immer mehr zum Luxus.
Wohneigentum wird in der Schweiz immer mehr zum Luxus.Sven Thomann

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Was ist günstiger: Kaufen oder mieten? Diese zentrale Frage treibt Hunderttausende Schweizerinnen und Schweizer um. Die Raiffeisen hat in ihrer neusten Immobilienstudie eine Antwort parat: «Je nach Region und Finanzierung sind die Kosten bei Wohneigentum gegenüber Mieten um bis zu einem Viertel tiefer.» Wer kauft, der fährt also massiv günstiger.
Blöd nur: Die Preise für Häuser oder Eigentumswohnungen befinden sich auf einem hohen Niveau. Und steigen weiter an: Per Mitte 2026 haben sich Einfamilienhäuser im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent und Eigentumswohnungen um 4,2 Prozent verteuert.
Damit sinkt die Zahl der Haushalte, die sich eigene vier Wände überhaupt leisten können, noch weiter. Das führt dazu, dass «selbst mit finanzieller Unterstützung durch die vorangegangenen Generationen der Kauf eines geeigneten Objektes nur noch einer Minderheit vorbehalten ist», wie Raiffeisen schreibt. Heisst: Sogar mit einer Erbschaft oder einem Erbvorbezug im Rücken ist Wohneigentum für die meisten von uns nicht mehr tragbar. Die finanziellen Anforderungen sind schlicht zu hoch.

Weniger Suchabos gelöst

Folglich gibt es in den letzten Quartalen erste Anzeichen einer tieferen Nachfrage. Die Anzahl an Suchabonnements für Eigentumsobjekte verliert langsam an Schwung. In den letzten vier Monaten gab es sogar leicht weniger Interessenten. Nebst den hohen Preisen könnte die schwächere Zuwanderung eine Rolle spielen.

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«Zudem verlängern sich die Vermarktungszeiten», erklärt Fredy Hasenmaile (59), Chefökonom von Raiffeisen Schweiz. Es braucht also länger, bis Objekte verkauft sind. Trotzdem dürfte das knappe Angebot die Preise weiterhin anheben. Aber immerhin: «Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die stärkste Phase des Preiswachstums im Eigenheimmarkt hinter uns liegt», ergänzt Hasenmaile.

Politik sucht Sündenböcke statt Lösungen

Die Lage bleibt verzwickt. An den richtigen Schrauben zu drehen, ist schwierig. In der Studie drückt Raiffeisen aber auch ihre Unzufriedenheit mit der Politik aus. «Sie sucht Sündenböcke statt Lösungen für den Wohnungsmangel», heisst es. Der Streitpunkt: Kurzzeitvermietungen wie Airbnbs. Zwar habe die Zahl der angebotenen Wohnungen auf solchen Plattformen zugenommen, deren Einfluss sei ausserhalb touristischer Regionen aber überschaubar.
Knapp zwei Drittel der ausgeschriebenen Unterkünfte befinden sich in touristischen Gemeinden. In den Grosszentren Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich stehen nur 10 Prozent des Angebots. Airbnbs sind gemäss Raiffeisen «eine Nischenerscheinung». Sie machen in den fünf grössten Städten nur gerade 0,5 Prozent des Wohnungsbestandes aus. In den übrigen Zentren und den urbanen Agglogemeinden sind es 0,2 Prozent. In den Tourismusregionen liegt die Quote hingegen bei 3,4 Prozent.

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Für die Experten von Raiffeisen ist dabei klar: Für eine nachhaltige Entspannung braucht es eine stärkere Bautätigkeit.
Über die Autoren
Robin Wegmüller von Schweizer Illustrierte
Robin Wegmüller
Robin Wegmüller, Redaktor Wirtschafts-Desk RMS

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