Wenn jemand Wohneigentum besitzt, soll dieses einer Umfrage zufolge auch über den Tod hinaus in der Familie bleiben. Auslöser für die Planung der Weitergabe ist oft die Pensionierung.
«Die Weitergabe von Wohneigentum innerhalb der Familie ist für viele eine Herzensangelegenheit und geniesst einen emotional hohen Stellenwert», so das Fazit einer am Mittwoch publizierten, repräsentativen Umfrage von Raiffeisen Schweiz. Sowohl Eltern als auch Kinder hätten den Wunsch, dass die Immobilien in der Familie bleiben soll.
Die familieninterne Weitergabe werde zudem als finanziell attraktivere Lösung gesehen, als der Kauf auf dem freien Markt. Eine untergeordnete Rolle spielten konkrete Lebensereignisse wie die Familiengründung, Todesfälle oder gesundheitliche Krisen. Emotionale Aspekte seien wichtiger.
Dass für viele die Realisierbarkeit von Wohneigentum finanziell kaum realisierbar ist, schlägt sich in folgender Aussage von Raiffeisen Schweiz nieder: Kinder von Eigenheimbesitzern schätzen die Realisierbarkeit ihres Wohntraums signifikant höher ein als Kinder von Mietern.
Für eine familieninterne Lösung sprechen auf beiden Seiten also nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Gründe. Fast die Hälfte der Befragten, die sich vorstellen können, ihre Immobilie zu Lebzeiten weiterzugeben, nennt die finanzielle Unterstützung ihrer Kinder als wichtigste Motivation. Auch für die jüngere, übernehmende Generation zählt der finanzielle Vorteil gegenüber dem Kauf eines Eigenheims auf dem freien Markt zu den wesentlichsten Argumenten für eine Übernahme.
Allerdings hätten nur gut ein Viertel der Wohneigentümer das Eigenheim, das Grundstück oder beides von den Eltern übernommen. Der Kauf von Dritten sei wesentlich verbreiteter. So ist die Weitergabe innerhalb der Familie also nicht der häufigste Weg, um zu Wohneigentum zu gelangen, wird aber als besonders einfache und verlässliche Methode empfunden, nicht zuletzt wegen der stetig steigenden Immobilienpreise bei gleichzeitig knappem Angebot.
Auslöser für den Übergabeprozess ist in vielen Fällen die Pensionierung. Fast zwei Drittel der Übergebenden hätten angegeben, dass die Planung des dritten Lebensabschnitts für sie der Anlass dazu war, sich mit der Weitergabe des Wohneigentums zu befassen.
Die Umfrage hat darüber hinaus ergeben, dass gut 80 Prozent der Übergebenden und rund die Hälfte der Übernehmenden Konflikte beim Weitergabeprozess erlebt hätten. Dabei sei es in der Regel um kleinere Dispute gegangen und weniger um schwere. Häufig drehten sich Meinungsverschiedenheiten um den Preis der Immobilie, ihren Zustand oder den Zeitpunkt der Übergabe. Auch unter Geschwistern könne es zu Spannungen kommen, etwa bei der Frage, wer das Wohneigentum übernehme.
Für die vom 23. Januar bis zum 2. Februar 2026 durchgeführte Umfrage wurden 1500 Personen aus der Schweizer Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren mittels gewichteter Zufallsstichprobe aus dem Onlinepanel von YouGov Schweiz befragt.