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Inside Bahnhofstrasse

In Beton ยญgegossene Renditen

Holcim bietet eine langfristige Wachstumsstory; die VAT-Aktien sind satt bewertet โ€“ und dennoch attraktiv; Forbo weiterhin im Ertragstief.

Frank Goldfinger

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Holcim-CEO Miljan Gutovic avisiert fรผr 2026 rund 15 Firmenzukรคufe. Bloomberg

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Die von Holcim fรผr letztes Jahr verรถffentlichten Resultate wurden von der Bรถrse ungnรคdig aufgenommen. Klar, der Gewinn ist um drei Viertel geschmolzen. Nur war dies auf einen einmaligen Wรคhrungsverlust zurรผckzufรผhren, herrรผhrend aus dem Verkauf des Nigeria-Geschรคfts. Operativ dagegen hat der Baustoffkonzern auch nach der Abspaltung des Nordamerika-Geschรคfts รผberzeugt: Organisch wuchs der Umsatz um 2,9 Prozent, das wiederkehrende Ebit stieg um 12,2 Prozent. Damit wurde die Marge deutlich gestรคrkt. Dagegen hat sich der starke Franken negativ in der Erfolgsrechnung niedergeschlagen.
Die dieser Tage von CEO Miljan Gutovic (45) und Verwaltungsratsprรคsident Kim Fausing (61) vorgelegten Zahlen fรผr die ersten drei Monate sind wenig aussagekrรคftig. Gut sieht es fรผr das gesamte Jahr aus. So soll der Umsatz in Lokalwรคhrungen um drei bis fรผnf Prozent wachsen und das wiederkehrende Ebit acht bis zehn Prozent zulegen. Das entspricht einer starken Marge von รผber 19 Prozent. Beachtlich ist der prognostizierte freie Cashflow von gut zwei Milliarden Franken. Damit kann Gutovic die Einkaufstour in Bezug auf wertsteigernde Firmen fortsetzen. Der Konzernchef rechnet mit rund 15 Akquisitionen alleine in diesem Jahr.

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Frank Goldfinger ist der anonyme Bรถrsenspezialist der BILANZ.Schreiben Sie ihm an: bahnhofstrasse@bilanz.ch
Mich beeindruckt bei Holcim der kontinuierliche Ausbau der Margen. Da zeichnet sich nicht so schnell ein Ende ab. Und das ist es, was die Aktienkurse beflรผgelt. Die Titel haben denn auch innert Jahresfrist gut 60 Prozent zugelegt. Nun dรผrfte sich die Performance zwar verflachen, doch bleiben die Bluechips ein spannendes Investment. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhรคltnis (KGV) von 20 fรผr dieses und 17 fรผr nรคchstes Jahr sind die Titel nicht รผberteuert. Holcim bietet eine attraktive und langfristige Wachstumsstory.

Sรผndhaft teuer

Der Golfkonflikt treibt nicht nur die Energiepreise vor sich her, sondern wirbelt auch die Lieferketten durcheinander. Das bekommt die VAT Group zu spรผren. Obwohl ihre Auftragsbรผcher proppenvoll sind, blieb die Umsatzentwicklung im Auftaktquartal dieses Jahres unter den Erwartungen. Inzwischen haben sich die Probleme entschรคrft, die entgangenen Umsรคtze fallen im zweiten Vierteljahr an.
Der nรคchste Investitionszyklus in der Chipbranche hat endlich Fahrt aufgenommen. Und davon profitiert VAT als global fรผhrendes Unternehmen in der Entwicklung von Hochvakuumlรถsungen, die insbesondere bei der Produktion von Top-Halbleitern unverzichtbar sind. Haupttreiber der steigenden Nachfrage ist der enorme Bedarf an Hochleistungschips, angetrieben vom Boom im Bereich der kรผnstlichen Intelligenz. CEO Urs Gantner (56) gibt sich denn auch zuversichtlich; er erwartet, dass sich 2026 alle wichtigen Kennzahlen verbessern.

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Die erfreulichen Aussichten zรผndeten bei den Aktien ein Kursfeuerwerk; seit Herbst haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Allerdings sind die Valoren inzwischen sรผndhaft teuer. Ungeachtet starker Gewinnzunahmen stellt sich das KGV fรผr 2026 auf 54, im nรคchsten Jahr sind es immer noch 41. Doch der Aufschwung in der Halbleiterindustrie wird darรผber hinaus andauern. VAT bleiben attraktiv, erfordern aber einen mittelfristigen Anlagehorizont und etwas Risikobereitschaft.

Vor dem Turnaround?

Die schwache Baukonjunktur hat die Ertragslage von Forbo zerzaust. Der Produzent von Bodenbelรคgen sowie Transport- und Antriebsbรคndern vermochte 2025 zwar den Umsatz knapp zu halten, doch sind Ebit und Gewinn um je 27 Prozent geschrumpft. Dazu gesellten sich Probleme auf hรถchster Managementebene; der Posten des CEO wie auch jener des CFO mussten neu besetzt werden. Wenig verwunderlich brachen die Aktienkurse seit Ende Januar um ein Fรผnftel ein, im Dreijahresvergleich resultiert ein Minus von 40 Prozent. Die Aussichten fรผr 2026 bleiben verhangen. Der neue Konzernchef Johannes Huber (54) erwartet einen wรคhrungsbedingt leicht tieferen Umsatz und einen minim besseren Gewinn.
Erfreulich ist, dass Forbo trotz der schwachen Ertragslage die Dividende mit 25 Franken stabil hรคlt, was dem Aktionรคr eine anstรคndige Rendite von 3,3 Prozent eintrรคgt. Damit lรคsst sich die Bรถrsenflaute etwas leichter aussitzen. Die Aktien sind im historischen Vergleich mit einem fรผr 2026 geschรคtzten KGV von 13 und 11 fรผr 2027 tief bewertet. Allerdings werden die Bewertungen wohl erst dann steigen, wenn auch die Baukonjunktur anzieht. Einige Finanzanalysten erwarten bereits in diesem Jahr den Turnaround. Ich bin da etwas vorsichtiger und warte einmal ab, bis sich die Ertragslage nachhaltig verbessert.

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