Nach Kellerfund

Extrem seltenes Goldvreneli für 170’000 Franken versteigert

Ein sehr seltenes, aus Gondogold geprägtes 20-Franken-Vreneli kam diese Woche in Zürich unter den Hammer.

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Ein Vreneli von 1897 aus Gondogold. zVg

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Es war ein Kellerfund, wie man ihn sich in kühnsten Träumen ausmalt: Das diese Woche versteigerte Goldvreneli befand sich zusammen mit einer weiteren wertvollen Schweizer Goldmünze während Jahrzehnten in einer Aluminiumbox, verstaut in einem Keller. Der unwissende Besitzer fand es beim Aufräumen und kontaktierte die Experten des Zürcher Auktionshauses Sincona. Diese erkannten rasch, dass es sich um einen besonderen Fund handelt.
Das 20-Franken-Goldvreneli stammt aus dem Jahr 1897 und ist aus sogenanntem Gondogold angefertigt worden. Das ist Gold, das im ehemaligen Bergwerk in Gondo im Kanton Wallis aus dem Gestein gewonnen wurde.
Die Münze wird als «von grösster Seltenheit» eingestuft. Damals wurden nur 29 Exemplare geprägt. Und so wird es kaum erstaunen, dass Sammler ein kleines Vermögen für ein solches Stück aufwenden: Das Goldvreneli erzielte an der diese Woche durchgeführten Auktion bei Sincona den Zuschlagspreis von 170’000 Franken.
Bei der zweiten Münze, die aus dem Kellerfund stammt, handelt es sich um eine sogenannte «Helvetia» mit dem Nennwert 20 Franken. Sie zeigt den Kopf der Helvetia und wurde im Jahr 1895 hergestellt - ebenfalls aus Gondogold. Wiederum lautet die Einschätzung der Experten: «von grösster Seltenheit». Nur 19 Exemplare wurden davon geprägt. An der in Zürich stattgefundenen Auktion wurde die Münze für 110’000 Franken meistbietend verkauft.

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Es kommt oft vor, dass Leute bei Händlern anrufen und annehmen, sie seien Besitzer einer Münze aus Gondogold. Meistens erweist sich diese Annahme als falsch. Die Leute haben dann eine der Goldmünzen aus den gleichen Jahrgängen wie die Top-Geldstücke vor sich, die aber nicht aus dem einst in Gondo geförderten Edelmetall angefertigt wurden. Von den weniger besonderen Goldmünzen gibt es mehrere hunderttausend Stück.
Ob es sich um eine spezielle oder um eine normale Münze der Jahrgänge 1895 und 1897 handelt, erkennt man laut den Numismatikern von Sincona an dem kleinen, eingepunzten Kreuz auf der Wertseite in der Mitte des Schweizerkreuzes. Dieses Merkmal weisen nur die seltenen Stücke auf. Sie sind zudem heller beziehungsweise gelblicher als die anderen, in höherer Auflage hergestellten Goldmünzen.
Dass im Falle der beiden nun teuer versteigerten Exemplaren echte Raritäten aufgetaucht sind, kommentiert Michael Hardmeier, Geschäftsleitungsmitglied von Sincona so: «Ich wollte erst meinen Augen nicht trauen. Das sind die Überraschungen, auf die man jeden Tag hofft, wenn man sich als Münzhändler an die Arbeit macht.» Der Fund in der alten Aluminiumbox habe sich als wirklicher Schatz entpuppt.

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