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Der Höhenflug des Goldpreises wurde abrupt gebremst. Eine weitergehende Korrektur ist möglich - unter bestimmbaren Umständen.
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Seit Anfang der 1970er-Jahre kam es 14-mal vor, dass der Goldpreis 20 Prozent oder mehr über dem mittel- bis langfristigen Trend gelegen hatte. Jedes Mal stand er sechs Monate später unter dem Spitzenwert, aber noch über dem entsprechenden Wert des 200-Tage-Durchschnitts. Der Preis fiel jeweils, zum Teil deutlich, aber insgesamt eher moderat. Ein paar Beispiele:
Ein Absinken um 27 Prozent gegenüber dem zuletzt verzeichneten Höchststand - 5594 Dollar - würde den Goldpreis auf rund 4400 Dollar zurücksetzen.
Damit dies geschient, braucht es einen Anlass, der die Investoren nach den Verkäufen am Freitag zu einem weiteren Umbau ihrer Geldanlagen bringt. Die Ernennung des neuen Chefs der US-Notenbank Fed könne ein solcher Grund sein, sagt EFG-Ökonom Mandruzzato.
Mit Kevin Warsh tritt einer den Fed-Vorsitz an, der zwar eigentlich als Befürworter einer eher restriktiven Geldpolitik gilt und damit auch zu höheren Zinsen geneigt ist. Er hatte sich aber im Vorfeld der Wahl auf Trump zubewegt und sich öffentlich für niedrigere Zinssätze ausgesprochen. So sagte er unter anderem: «Wir können die Zinssätze deutlich senken.» Verbunden mit dem technologischen Wandel und den Investitionen aus dem In- und Ausland in die US-Wirtschaft seien tiefere Zinsen der Grundstein «für unsere Produktivitätsrevolution», so der 55-Jährige.
Laut Mandruzzato muss sich der frisch Gewählte nun in eine ganz bestimmte Stellung bringen, damit die Nachfrage nach Gold und damit der Preis weiter zurückgehen. Einerseits müsse er von den Marktteilnehmern als unabhängig von US-Präsident Donald Trump wahrgenommen werden. Dieser nahm immer wieder Anläufe, die amerikanische Zentralbank und ihren Chef Jerome Powell unter Druck zu setzen. Das hatte unter Investoren Sorgen um die Unabhängigkeit der Notenbank hervorgerufen.
Andererseits müsse sich der Neue als «glaubwürdiger Inflationsbekämpfer» erweisen. So wird er das Vertrauen der Anleger in auf US-Dollar lautende Vermögenswerte stärken - was die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold verringert. Diesem Nimbus wird Warsh freilich erst nach seinem effektiven Amtsantritt gerecht werden können.
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