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ESG: Diese Strategie bringt Rendite und ein reines Gewissen

Gutes tun, um daran zu verdienen: Immer mehr Anleger setzen auf eine nachhaltige Anlagestrategie. Doch was bedeutet dies genau?

Klaus Kaldemorgen

Verantwortliches Investieren
ESG: Mittlerweile ein fรผhrendesย Thema am Kapitalmarkt Getty Images

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Verantwortliches Investieren richtet sich nach allgemeinen Normen. Diese Normen unterliegen einem Wertewandel, der Verรคnderungen widerspiegelt. Neben der ยซklassischenยปVerantwortung fรผr Rendite und Risiko gelten zunehmend Kriterien, die den Schutz der Umwelt genauso beinhalten, wie ein angemessenes Sozialverhalten und gute Unternehmensfรผhrung.
Die Abkรผrzung ESG hat sich als griffige Abkรผrzung fรผr die Themen ยซEnvironmentยป, ยซSocialยป und ยซGovernanceยป etabliert. Allen Kriterien ist gemeinsam, dass sie sich an einem nachhaltigen Handeln orientieren, also an der Bewahrung der natรผrlichen Regenerationsfรคhigkeit von Mensch, Umwelt und Unternehmen.

Grenzen orientieren sich an den Vorgaben der Klimaziele

Ein nachhaltiges Anlageportfolio wird zunehmend an dem zurechenbaren CO2-Ausstoss gemessen. Die akzeptablen Grenzen orientieren sich dabei grob an den Vorgaben der politischen Klimaziele. Darรผber hinaus werden weitere qualitative und quantitative Normen durch die ESG-Kriterien definiert, die kรผnftig einzuhalten sind.
Der von einer breiten gesellschaftlichen Strรถmung getragene Wille, Unternehmen und Investoren zu mehr Nachhaltigkeit zu verpflichten, stรถsst in der praktischen Umsetzung auf viele Schwierigkeiten und Probleme. So gibt es z.B. noch wenig Einigkeit darรผber, welche Energieerzeugungsformen als nachhaltig zu bezeichnen sind.

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Quantitative Grenzen zur Unterscheidung von ยซgutenยป und ยซschlechtenยป Unternehmen werden der Komplexitรคt von globalen Wertschรถpfungsketten nicht gerecht. Kann man zum Beispiel den CO2-Ausstoss einer Lieferung von ร„pfeln aus Neuseeland vergleichen mit dem hohen CO2-Ausstoss, der bei der Produktion von Halbleitern anfรคllt?
Ratingagenturen, die sich auf ESG-Ratings spezialisieren, kommen teilweise zu sehr unterschiedlichen Bewertungen ein und desselben Unternehmens. Eine kritische Hinterfragung von ESG-Kriterien und -Normen ist nรถtig und wรผnschenswert, sollte aber nicht das Ziel des nachhaltigen Wirtschaftens und Investierens in Frage stellen. Verantwortliches investieren bedeutet, sich dem Auftrag zu stellen und sich nach bestem Wissen und Gewissen um die beste Lรถsung zu bemรผhen. Offene Fragen und Kontroversen sollten nicht als Grund herhalten, nichts zu unternehmen.

Nachhaltiges Investieren ist zum Trend geworden

Das Thema Nachhaltigkeit hat sich mittlerweile neben der Digitalisierung als eines der dominierenden Themen am Kapitalmarkt entwickelt. Als edler Grund fรผr diesen Trend mag dabei die intrinsische Motivation herhalten, nรคmlich das ยซRichtigeยป zu tun, sich also nach akzeptierten gesellschaftlichen Normen zu richten. In der Breite nicht unbedingt ein Motiv, welches man der Finanzbranche zubilligen wรผrde.

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Eine auf unternehmerische Risiken und Chancen abzuleitende Motivation fรผr nachhaltiges Investieren entspricht da schon eher dem Denkschema von Investoren. Die Beurteilung von Risiken ist ohnehin fester Bestandteil von Investitionsentscheidungen.
Die politischen Vorgaben einer klimafreundlichen Wirtschaftspolitik bergen fรผr viele Branchen und Unternehmen hohe Risiken in der Umstellung, die man besser vermeidet, indem man dort nicht oder weniger investiert. Fรผr bestimmte Branchen kรถnnte dies zu einem langen Siechtum fรผhren. Fรผr jene Branchen und Unternehmen, die einen positiven Beitrag zu Nachhaltigkeitsthemen leisten, ergeben sich hingegen grose wirtschaftliche Chancen.
Gutes tun, um daran zu verdienen, war schon bei Adam Smith Grundpfeiler der Marktwirtschaft. Der Versuch, Nachhaltigkeit und Marktwirtschaft zu verbinden, sollte nicht nur Basis eines jeden Geschรคftsmodells sein, sondern das ureigene Interesse von Investoren.
* Klaus Kaldemorgen ist Fondsmanager bei DWS.

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