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Mieten gehen bald hoch

Bauherren warten 280 Tage auf eine Bewilligung

Die Mieten in der Schweiz steigen bald wieder stark an. Laut einer Studie von Raiffeisen treiben Wohnungsmangel, Bauvorschriften und teure Energiepreise die Kosten in die Höhe.

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Wer in der Schweiz bauen will, der braucht Geduld. Raphaël Dupain

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Die Folgen bekommen Mieter längst zu spüren. In vielen Regionen herrscht derzeit akuter Wohnungsmangel. Wer heute eine neue Wohnung sucht, zahlt oft massiv mehr als noch vor wenigen Jahren. Der Graben zwischen Angebotsmiete und Bestandesmieten wird immer tiefer. Laut Raiffeisen deuten die extrem tiefen Angebotsquoten und die stark steigende Zahl von Suchabonnements darauf hin, dass der Druck auf dem Mietmarkt weiter zunimmt.

Private Bauherren warten zu

Denn Besserung ist nicht in Sicht. Trotz historisch tiefer Leerstände wird weiterhin viel zu wenig gebaut. Für Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile (59) ist klar: Der Wohnungsbau wird zunehmend von Gesetzen und Auflagen ausgebremst. Die Zahl der Vorschriften rund ums Bauen explodiert regelrecht. Seit 2005 sind die kantonalen Baugesetze im Schnitt um 26 Prozent länger geworden, die Bauverordnungen sogar um 32 Prozent. Immer neue Regeln zu Klima, Energie, Lärmschutz, Barrierefreiheit oder Denkmalschutz machen Bauprojekte komplizierter und teurer, heisst es.
Die Folgen: Die Dauer von Baubewilligungsverfahren für Mehrfamilienhäuser ist im Schweizer Schnitt seit 2017 von 162 auf 280 Tage gestiegen – eine Verlängerung von 73 Prozent in weniger als zehn Jahren. Das schreckt vor allem private Bauherren ab. Der Anteil der Schweizer Einwohner, die selber ein Haus bauen, ist auf etwas über 15 Prozent gesunken. Das ist ein neuer Tiefststand. 2001 waren noch 38 Prozent der Bauherren Privatpersonen.

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«Die Vielzahl neuer gesellschaftlicher und technischer Erwartungen treibt Komplexität, Risiken und Kosten massiv nach oben», warnt Hasenmaile. Bewilligungsverfahren dauern länger, Investoren werden vorsichtiger – und am Ende fehlen neue Wohnungen. Ein Teufelskreis, der vielen Mieterinnen und Mietern im Land zunehmend schlaflose Nächte bereitet.
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Patrik Berger
Patrik Berger, Redaktor Wirtschafts-Desk RMS

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