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Angriff auf Binance

Milliarden-Hack erschüttert die Krypto-Welt

Hacker haben die Kryptobörse Binance um rund 6,3 Milliarden Dollar erleichtert. Einfallstor war der Laptop eines Mitarbeiters. Etwa 3 Milliarden sind eingefroren.

Kestenhole Autor Blick Profilbild

Tech illustrations in Poland - 13 Sept 2023 In this photo illustration a Binance logo is displayed on a smartphone and in the background. Poland NOxUSExINxGERMANY PUBLICATIONxINxALGxARGxAUTxBRNxBRAxCANxCHIxCHNxCOLxECUxEGYxGRExINDxIRIxIRQxISRxJORxKUWxLIBxLBAxMLTxMEXxMARxOMAxPERxQATxKSAxSUIxSYRxTUNxTURxUAExUKxVENxYEMxONLY Copyright: xSOPAxImagesx Editorial use only sipausa_48323444
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Am Donnerstagabend sind Kryptowerte in Milliardenhöhe aus Wallets der weltgrössten Kryptobörse Binance abgeflossen. Die ersten Schätzungen lagen bei rund 3 Milliarden Dollar. Inzwischen liegen sie deutlich höher. Binance bestätigte die Dimension: Der Schaden belaufe sich auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Gemeinsam mit Partnern seien bisher rund 3 Milliarden Dollar auf der Blockchain eingefroren worden.
Laut Blockchain-Daten begann der Angriff um 21.24 Uhr Schweizer Zeit. Eine einzige Transaktion verschob rund 167'464 Ether, etwa 1,6 Milliarden Dollar in USDT und Dutzende weitere Token aus der Wallet «Binance 14» auf eine neu angelegte Adresse.
Danach folgten weitere Wallets und weitere Blockchains. Zur Beute gehören laut Analysten rund 18'000 Bitcoin im Wert von etwa 1,45 Milliarden Dollar sowie Ether, XRP, Solana und Tron. Die auslösende Adresse wurde offenbar über Tornado Cash finanziert, einen Dienst, der die Herkunft von Kryptogeld verschleiert.

«Sieht tatsächlich nach einem Hack aus»

Binance-Gründer Changpeng Zhao (49), genannt CZ, schreibt auf X: «Es sieht tatsächlich nach einem Hack auf Binance aus.» Und er beruhigt: «Die Gelder der Nutzer sind sicher!» CZ betont allerdings, dass er Binance nicht mehr leitet. Als Aktionär erwarte er, dass alle Kundengelder vollständig gedeckt würden.

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Die Börse will alle Verluste aus ihrem Notfallfonds SAFU und aus eigenen Mitteln decken. «Die Gelder der Nutzer sind sicher», schreibt Binance. Sämtliche Ein- und Auszahlungen sind bis auf Weiteres gestoppt. Nach Abschluss der Untersuchung will die Börse einen aktualisierten Nachweis ihrer Reserven veröffentlichen.
Erst am Dienstag hatte Binance mitgeteilt, mehrere Cyberangriffe mit Verbindung nach Nordkorea abgewehrt zu haben.

Wettlauf gegen das Einfrieren

Stablecoin-Herausgeber reagierten schnell. Tether fror rund 1,57 Milliarden Dollar in USDT ein, Circle rund 823 Millionen Dollar in USDC. Auch Ripple half, Gelder im Wert von rund 200 Millionen Dollar zu blockieren. Laut Binance sind derzeit nachweislich 2,54 Milliarden Dollar eingefroren.
Der Rest ist auf der Flucht. Der Hacker tauscht gestohlene Stablecoins über dezentrale Börsen wie Uniswap in Ether um, denn anders als bei USDT oder USDC gibt es bei Ether keinen zentralen Herausgeber, der Gelder an bestimmten Adressen sperren kann. Kreditplattformen wie Aave und Kamino haben deshalb Märkte eingeschränkt oder vorübergehend gestoppt.

Grösster Krypto-Raub der Geschichte

Panik am Markt: Innerhalb einer Stunde wurden Wetten auf steigende Kurse über 627 Millionen Dollar zwangsaufgelöst. Der Bitcoin fiel zeitweise unter 77'000 Dollar. Der Binance Coin BNB sackte um rund 7 Prozent ab.

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Wer hinter dem Angriff steckt, ist offen. Binance arbeitet nach eigenen Angaben mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Täter zu identifizieren. Analysten verweisen auf Ähnlichkeiten mit früheren Angriffen nordkoreanischer Hacker. Erst am Dienstag hatte Binance gemeldet, Angriffe mit Verbindung nach Nordkorea abgewehrt zu haben.
Den bisherigen Rekord hielt die Börse Bybit: Ihr wurden im Februar 2025 rund 1,5 Milliarden Dollar gestohlen. Das FBI schrieb den Angriff nordkoreanischen Hackern zu. Der Binance-Raub ist mehr als viermal so gross.

So lief der Angriff

Laut ersten Erkenntnissen von Binance begann alles mit dem Laptop eines Mitarbeiters aus der IT-Infrastruktur, einem sogenannten DevOps-Ingenieur. Die Angreifer hätten das Gerät kompromittiert und so Zugriff auf einen internen Dienst erhalten. Darüber hätten sie unautorisierte Auszahlungen ausgelöst. Hinweise auf gestohlene private Schlüssel gibt es laut Binance nicht.
Auf der Blockchain sieht das so aus: Gegen 21.20 Uhr schickten die Täter 50 Freigaben mit Binances eigener Signatur an die Wallet «Binance 14», weil sie deren aktuellen Transaktionszähler nicht kannten. Eine traf. Damit hängten sie der Wallet ein Programm an, das nur sie bedienen können, und räumten sie Minuten später leer. Binance hat die Freigabe inzwischen widerrufen und will nach Abschluss der Untersuchung einen detaillierten technischen Bericht veröffentlichen.

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Auch rabenschwarzer Börsentag

Auch sonst ist es ein rabenschwarzer Tag für Anleger. Die Google-Mutter Alphabet brach nach enttäuschenden Zahlen um knapp 13 Prozent ein. Rund 500 Milliarden Dollar Börsenwert lösten sich in Luft auf.
Nachbörslich erwischte es Intel (minus 18 Prozent) wegen eines schwachen Ausblicks und Amazon (minus 7 Prozent) wegen hoher KI-Ausgaben. Die Tech-Börse Nasdaq schloss 1,4 Prozent tiefer. Dazu kommt Zinsangst: Die US-Inflation stieg im September auf 3,6 Prozent.
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