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China zunehmend nervรถs

Diese Firma gibt gerade Rekord-Summen an der Wall Street aus

Nvidia-Chef Jensen Huang zementiert mit einer Shoppingtour seine Vormachtsstellung bei den KI-Chips. Was ist da gerade an der Wall Street los?

Nicola Imfeld

TAIWAN COMPUTEX
Jensen Huang: Der Nvidia-Chef ist derzeit auf Einkaufstour. Keystone

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ยซShopping ist mein Ausdauersportยป, hat Hollywood-Star Sarah Jessica Parker (60) in ยซSex and the Cityยป zu sagen gepflegt. Trรคfe das auch auf Jensen Huang (62) zu, wรคre der Taiwan-Amerikaner ganz schรถn fit. Denn der Nvidia-CEO hat sich in den letzten Wochen und Monaten auf die grรถsste Einkaufstour eines Tech-Unternehmens in der Geschichte der Wall Street begeben.
Einerseits standen โ€“ fรผr Nvidia-Verhรคltnisse โ€“ kleinere รœbernahmen auf dem Einkaufszettel: Gretel, eine Data-Firma aus San Diego (320 Millionen Dollar) oder das zwei Jahre junge chinesische Startup Lepton AI (700 Millionen Dollar). Fรผr die Technologie von Enfabrica liess Huang gleich 900 Millionen Dollar springen โ€“ und verpflichtete dafรผr auch deren CEO Rochan Sankar.
Andererseits gab es aber auch Mega-Investments beim Chiphersteller: Am letzten Donnerstag sicherte sich Nvidia eine 4-Prozent-Beteiligung am Halbleiterproduzent Intel fรผr 5 Milliarden Dollar. Und am gestrigen Montag wurde bekannt, dass Nvidia mit 100 Milliarden Dollar in den Tech-Konzern OpenAI โ€“ zu dem unter anderem ChatGPT gehรถrt โ€“ investiert. Eine gewaltige Summe!

Die Shopping-Tour ist historisch

Nvidias 100-Milliarden-Dollar-Investment bei OpenAI ist in dieser Hรถhe einzigartig โ€“ es handelt sich dabei nicht um eine klassische รœbernahme, sondern um eine Beteiligung ohne Stimmrechte. Dafรผr mit der Zusage, dass OpenAI im Gegenzug massenhaft Nvidia-Chips kauft. Die bislang grรถssten Techโ€“Transaktionen stammen von Microsoft mit der 69-Milliarden-Dollar-รœbernahme von Activision Blizzard im Jahr 2022 oder von Dell mit dem 67-Milliarden-Dollar-Deal von EMC im Jahr 2015.

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Nvidia-Chef Huang รผbertrifft mit dem OpenAI-Engagement alles, was die Tech-Branche bislang gesehen hat. Er will Nvidia die Vorherrschaft in der boomenden KI-Branche sichern. Sein Unternehmen dominiert zwar schon heute den Markt fรผr die Chips, die moderne KI-Systeme antreiben. Doch Huang setzt aktuell alles daran, dieses Monopol auszubauen โ€“ von der Hardware รผber Cloud-Dienste bis hin zu Software und Anwendungen.

Wettlauf mit China

Denn aus dem Reich der Mitte kommt ernstzunehmende Konkurrenz: Vor allem Huawei macht Tempo und hat kรผrzlich mit einem neuen Supercomputer โ€“ medial als ยซNvidia-Killerยป beschrieben โ€“ fรผr Aufregung gesorgt. Das chinesische Unternehmen setzt auf Vernetzung hunderter eigener Prozessoren und schafft damit eine Rechenleistung, die Nvidia ins Schwitzen bringen kรถnnte. Klar ist: Peking will im KI-Rennen gegen die USA nicht verlieren. Und wird wegen Nvidias Shopping-Powerplay zunehmend nervรถs.
Das zeigte sich letzte Woche: Die Regierung rund um Staatschef Xi Jinping (72) hat heimische Tech-Giganten wie Tiktok-Herausgeberin ByteDance und Alibaba angewiesen, keine KI-Chips von Nvidia mehr zu kaufen. Laufende Bestellungen mussten sofort gestoppt werden.
Trotz dieses Rรผckschlages: Nvidia รผberzeugt an der Wall Street die Investoren. Das Unternehmen ist mit einer Marktkapitalisierung von 4,46 Billionen Dollar das wertvollste der Welt. Der Aktienkurs hat sich seit April von 96 auf 184 Dollar fast verdoppelt.

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รœber die Autoren
Nicola Imfeld
Nicola Imfeld
Nicola Imfeld arbeitete von 2018 bis 2026 bei Ringier Medien Schweiz.

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