Die UBS-Valoren haben am Dienstag die psychologisch wichtige Hürde von 40 Franken geknackt und der Titel ging zu 40.18 Franken aus dem Handel. Auch am Mittwoch geht es weiter nach oben: Kurz vor dem Mittag notierten die Papiere der Grossbank rund 0,6 Prozent fester.
Manch Anleger mag nun gebannt in die nahe Zukunft blicken. Dies, weil auf eine starke Kursrallye der UBS‑Titel in den vergangenen drei Jahren im Normalfall eine zwischenzeitliche, heftige Kurskorrektur von 25 oder mehr Prozent folgte.
Die Chancen, dass es erneut einen gröberen Kursabschlag gibt, sind verhältnismässig kleiner geworden, weil die Chancen auf eine «vernünftige» Einigung bei den Eigenkapitalvorschriften mit Bundebern gestiegen sind.
An positiven Nachrichten mangelt es nicht, damit die UBS-Valoren die Rallye fortsetzen können. Mit dem wahrscheinlichen Ende des Konflikts im Nahen Osten hat sich die Lage an der Zinsfront etwas entspannt. Bis auf die Schweiz sind die Sätze und Renditen aber immer noch in einem attraktiven Bereich, sodass beim Zinsertrag keine Abstriche gemacht werden müssen. Andererseits brummt das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung, während auf der Kostenseite weitere Verbesserungen zu erwarten sind.
Die UBS überzeuge weiterhin mit starken Resultaten und wolle die Aktienrückkäufe beschleunigen, räumte Analyst Benjamin Goy von der Deutschen Bank Ende Mai ein. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Diskussion um strengere «Too big to fail»-Regeln zunehmend in den Hintergrund rücke.
Die US-Investmentbank Jefferies hatte Ende April die Einstufung für UBS mit «Buy» und einem Kursziel von 55 Franken belassen. Die Amerikaner rufen damit weiterhin das höchste Kursziel für die Valoren der Schweizer Grossbank auf. Zwar dürften die neuen regulatorischen Vorgaben der Schweiz ein deutlich höheres hartes Kernkapital (CET1) der Grossbank nach sich ziehen, schrieb Joseph Dickerson in einer Kundennotiz. Allerdings sei hier das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.
Weiter spricht für UBS gemäss einer Analyse der Bank of America das Wachstum. Die UBS dürfte voraussichtlich das schnellste «sequenzielle» Wachstum beim Gewinn pro Aktie aller Banken weltweit aufweisen.