Für SpaceX war es am Freitag letzter Woche ein vorerst volatiles Börsendebüt. Um 16 Uhr trafen die ersten Preisindikationen bei 174 Dollar ein, ehe eine Stunde später der erste gehandelte Preis bei 150 Dollar feststand, gegenüber einem Emissionspreis von 135 Dollar. Seither hat der Titel Fahrt aufgenommen und ist seither rund 50 Prozent auf über 200 Dollar gestiegen.
Der grösste Börsengang der Geschichte übertrifft damit die kühnsten Erwartungen der Marktteilnehmer. Am Montag, der ersten vollständigen Sitzung nach dem Börsengang, wechselten an der Nasdaq Aktien im rekordverdächtigen Wert von über 35 Milliarden Dollar den Besitzer. Das Interesse war auch hierzulande gross. Am Montag, dem ersten Handelstag von SpaceX an der Börse BX Swiss, war der Valor nach Anzahl der Trades der meistgehandelte Einzeltitel, wie Lucas Bruggeman, CEO von BX Swiss, gegenüber cash.ch erklärt.
Die ETF-Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigen das schon fast epische Ausmass. Mehr als eine Milliarde Dollar wurde in den elf aufliegenden SpaceX-ETF am Montag angelegt. Dabei erzielte der zweimal gehebelte «Leverage Shares 2X Long SPCX Daily ETF» am ersten Handelstag ein Volumen von mehr als 261 Millionen Dollar. Damit ist dieser ETF erfolgreicher gestartet als der «iShares Bitcoin Trust», welcher bis anhin die erfolgreichste ETF-Lancierung aller Zeiten war. Zum Vergleich: Emittenten sind schon glücklich, wenn am ersten Tag ein ETF-Volumen von mehr als einer Million Dollar erzielt wird.
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Ein Blick auf die Optionsmärkte, welche am Dienstag den Handel in Calls und Puts auf SpaceX aufgenommen haben, spricht für weiter steigende Notierungen. Optionshändler an der Wall Street meinen, dass bei anhaltender Nachfrage nach SpaceX-Aktien und Optionen Kurse von 400 Dollar drinliegen könnten. Ein Blick auf die gehandelten Call-Kontrakte bestätigt das. Auf den Ausübungspreis von 380 Dollar fiel mit Abstand das höchste Volumen an.
Vor Euphorie sei gewarnt
Trotz der Kursgewinne beim SpaceX-Börsengang zeigt ein Blick in die Vergangenheit ein weniger rosiges Bild. Im Durchschnitt stiegen die Aktienkurse von US-IPO zwischen 1980 und 2024 am ersten Handelstag um 19 Prozent, während das Plus in den darauffolgenden zwölf Monaten bei lediglich 5,6 Prozent zu stehen kam, wie Gina Martin Adams, Leitende Strategin beim US-Vermögensverwalter HB Wealth, in einer Kundennotiz ausführte.
Es erstaunt deshalb wenig, wenn im gleichen Zeitraum der breite Markt - gemessen am Russell 3000 Index - mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 11,5 Prozent einen besseren Ertrag abwarf als die neu gehandelten Aktien.
Aufgrund des hohen Interesses der Retailinvestoren zeichnet sich für den Moment indessen kein grosser Einbruch bei den Valoren von SpaceX ab. Dies auch deshalb, weil die Kosten für Shortpositionen - mit Finanzierungszinsen von bis zu 50 Prozent pro Jahr - exorbitant hoch sind.
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Mitte August im Fokus
Von besonderer Bedeutung für die Anlegerinnen und Anleger ist der 17. August, wenn SpaceX die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Zudem werden zwei Tage später gesperrte Aktien zum Verkauf freigegeben. Diese Tage werden somit ein grosser Test für die schwindelerregende Bewertung der Aktie sein.
Denn Elon Musks Raketen-, Satelliten- und KI-Firma wird nun mit dem 74-Fachen der Umsatzprognose für 2026 gehandelt. Diese Prämie kann nur gerechtfertigt werden, wenn Starlink sein Abonnentenwachstum aufrechterhält und xAI sich im harten KI-Wettbewerb behaupten kann.
Sollte SpaceX die Erwartungen erfüllen, könnte es trotzdem zu Gegenwind kommen. Einerseits lässt die hohe Bewertung bei den Quartalszahlen nur eine sehr geringe Toleranz zu. Zweitens dürften viele gesperrte Aktien auf den Markt geworfen werden, wenn die Aktienkurse hoch bleiben. Dabei dürften Preise von mehr als 150 Dollar für die schon länger investierten Anlegerinnen oder Anleger als attraktiver Exit infrage kommen.