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Gigantischer Börsengang

Shortseller-Veteran Chanos zerlegt SpaceX-Bewertung vor IPO

Shortseller-Veteran James Chanos hat die Bewertung von SpaceX im Vorfeld des geplanten Börsengangs als überzogen kritisiert.

Bloombergcash

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James Chanos während einer US-Senatsanhörung. IMAGO/Newscom World

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Die Bewertung werde weniger von Fundamentaldaten getragen als von Begeisterung für Elon Musk und Künstliche Intelligenz, sagte Shortseller-Veteran James Chanos. Sie sei auf Grundlage vernünftiger Geschäftsannahmen kaum zu rechtfertigen.
Auf der iConnections Global Alts-Konferenz in New York erklärte der erfahrene Leerverkäufer Chanos, der Börsengang sei ein wichtiger Test für die Marktstimmung. Investoren würden derzeit verstärkt Kapital in spekulative Wachstumsstories lenken.
«Wir sprechen hier von einem Börsengang über 75 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von fast 2 Billionen Dollar für ein Unternehmen mit 19 Milliarden Dollar Umsatz und negativem freien Cashflow», sagte er. «Das ist wirklich ein Börsengang, der auf Hoffnungen und Träumen basiert.»
Die Nachfrage nach den Aktien gilt als aussergewöhnlich hoch und soll das Angebot um ein Vielfaches übersteigen. Dennoch argumentiert Chanos, dass die Bewertung stark auf zukünftigen Geschäftsfeldern beruht, die bislang weitgehend theoretisch sind. Dazu zählen unter anderem weltraumbasierte Rechenzentren, Produktion auf dem Mond und weitere Projekte im Rahmen von Musks langfristiger Vision.
«Der gesamte adressierbare Markt für den Weltraum ist unendlich», sagte er auf der Konferenz in New York, an der mehr als 2500 institutionelle Anleger und Fondsmanager teilnahmen. «Man kann sich jede beliebige Geschichte zurechtlegen – Kolonien auf dem Mars, Fabriken auf dem Mond, Rechenzentren im All –, um die Bewertung zu rechtfertigen.»

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Chanos zog Parallelen zu Tesla, dessen Börsenwert seit Jahren von Erwartungen rund um autonomes Fahren, Robotik und Künstliche Intelligenz gestützt wird. Gleichzeitig betonte er, dass SpaceX mit einem deutlich höheren Bewertungsmultiplikator gehandelt werde. «Tesla wird mit etwa dem 14-Fachen des Umsatzes gehandelt, basierend auf Zukunftsversprechen», sagte er. «SpaceX kommt auf etwa das 90-Fache des Umsatzes – das ist eine völlig andere Dimension.»
Obwohl Chanos keine unmittelbare Short-Position ankündigte, äusserte er deutliche Zweifel am Ausgabepreis. Bestehende Geschäftsbereiche wie das Satelliteninternet Starlink könnten seiner Einschätzung nach eine Bewertung von «einigen hundert Milliarden Dollar» rechtfertigen. «Die Frage ist, ob der Rest 1,5 Billionen Dollar wert ist.»
Auch die Idee weltraumgestützter Rechenzentren sieht Chanos kritisch. Zwar sei dies technisch möglich, doch wirtschaftliche und operative Hürden seien erheblich. Dazu zählten hohe Startkosten, Wartungsprobleme, Versicherungsanforderungen sowie die Notwendigkeit umfangreicher Redundanzen. «In Rechenzentren geht ständig etwas kaputt», sagte er und verwies darauf, dass Reparaturen im All deutlich schwieriger umzusetzen seien.

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Zudem habe die für viele Zukunftspläne zentrale Starship-Rakete bislang keinen nachhaltigen orbitalen Erfolg nachgewiesen. Insgesamt sieht Chanos im SpaceX-Börsengang ein Beispiel für einen Markt, der zunehmend auf langfristige Visionen setzt und aktuelle wirtschaftliche Realitäten ausblendet. «Bullenmärkte bewerten Versprechen mit einem Aufschlag», sagte er. «Bärenmärkte bewerten die Realität mit einem Abschlag. Im Moment befinden wir uns eindeutig in ersterem.»
(Bloomberg/cash)
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