Mega-Kurssprung bei Moderna brockt Leerverkäufern Milliardenverluste ein
Ein Rekordsprung der Moderna-Aktien versetzte Leerverkäufern einen schweren Schlag. Sie hatten darauf gewettet, dass sich die jahrelange Flaute des Impfstoffherstellers fortsetzt.
Die Papiere von Moderna schossen am Mittwoch um 177 Prozent nach oben. Zuvor gab der Pharmakonzern bekannt, dass sein personalisierter Krebsimpfstoff in einer späten Studie Rückfälle bei Hautkrebs reduzieren konnte. Das Mittel entwickelt die Firma gemeinsam mit dem Partner Merck & Co.
Bis anhin gehörten die Moderna-Titel allerdings zu einem beliebten Ziel von Leerverkäufern. Gemäss Daten von S3 Partners bescherten die jüngsten Kursgewinne den Leerverkäufern deshalb Verluste von rund 5,5 Milliarden Dollar. Damit belaufen sich die diesjährigen Verluste der Baisse-Spekulanten auf etwa 7,7 Milliarden Dollar.
«Das ist eine ausserordentlich schmerzhafte Entwicklung für die Moderna-Shorts», sagte Matthew Unterman, Managing Director bei S3 Partners. «Der heutige Kurssprung verändert das Risiko-Rendite-Verhältnis für alle mit einer Baisse-Position grundlegend.»
Analystenlob und neue Wachstumstreiber - Druck auf die Shorts
Bereits vor den Studienergebnissen verzeichnete die Aktie ein starkes Jahr mit einem Plus von 114 Prozent. Anleger setzten auf die Hoffnung, dass ein Grippeimpfstoff das nachlassende Geschäft mit Corona-Impfstoffen ausgleichen kann. Zuvor erlitten die Titel vier Verlustjahre in Folge. Der nachlassende Bedarf an Covid-Spritzen drückte den Kurs fast 94 Prozent unter das Hoch von 2021.
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Analysten an der Wall Street lobten die Ergebnisse als grossen Erfolg. Needham-Analyst Joseph Stringer bezeichnete die Hautkrebs-Studie als «meilensteinartigen Sieg» für Moderna. Sie könne die Onkologie-Sparte zum nächsten Wachstumstreiber machen. Myles Minter von William Blair stufte die Aktie von «Market Perform» auf «Outperform» hoch. Er sieht nun eine klare Perspektive für die Umsatzdiversifizierung abseits des Corona-Geschäfts.
Die Verluste der Leerverkäufer hätten noch höher ausfallen können. Der Anteil der leerverkauften Aktien am frei handelbaren Bestand lag Anfang Jahr bei bis zu 20 Prozent. Später fiel dieser Wert auf rund 14 Prozent, weil Händler erste Baisse-Wetten auflösten.
«Bedeutsam ist, dass der Abbau der Short-Positionen bereits lief. Im Jahr 2026 wurden rund 20 Millionen Aktien beziehungsweise ein Viertel der Positionen eingedeckt. Eine Bewegung dieser Grösse wird weitere Leerverkäufer dazu zwingen, ihre Positionen zu überdenken oder abzubauen», erklärte Unterman. Es bleibt also abzuwarten, ob die Glattstellung dieser Short-Positionen zu zusätzlichen Kursavancen am heutigen Donnerstag oder morgigen Freitag führt.