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An der Börse abgestürzt

Die Geberit-Aktie ist trotz guter Zahlen das Schlusslicht im SMI

Ein ­Kursverfall à la Sika ist beim Sanitärkonzern jedoch unwahrscheinlich: Geberit ist deutlich defensiver aufgestellt.

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Die Aktie des Vorzeigeunternehmens Geberit hatte einen schlechten Start. Mehr als 18 Prozent verlor der Titel seit Jahresbeginn per 21. Mai an Wert. Damit ist der von Christian Buhl geführte Konzern das Schlusslicht unter den 20 Blue Chips im Schweizer Leitindex SMI.
Bei Investoren werden Erinnerungen an Sika wach. Ein ebenso hochgelobtes Unternehmen, das an der Börse in den vergangenen Jahren unter die Räder kam. Sika ist im Vergleich zu September 2024 nur noch die Hälfte wert.
Was die Investoren jetzt zum Verkauf der Geberit-Aktie bewegte, ist nicht eindeutig klar. Die Zahlen für das Erstquartal waren wie üblich gut. Die Gewinnerwartungen wurden sogar übertroffen. Einzige schlechte Nachricht waren die höheren Materialkosten im Kunststoffbereich. «Im zweiten Quartal könnte sich ein gewisser Margendruck ergeben. Ich denke, das hat dem Markt ein wenig auf den Magen geschlagen», versucht Martin Hüsler, Analyst für den Bausektor bei der ZKB, einen Erklärungsversuch. Der Kursrückgang bei Geberit in den letzten Monaten hat den Experten «schon ein wenig überrascht».

Denn Geberit ist in seinen Augen ein «Vorzeigeunternehmen» mit einem wasserdichten Geschäftsmodell. Selbst in schwierigsten Phasen gab es keinen stärkeren Rückgang bei den Gewinnspannen. Der Sanitärtechniker hat Ebitda-Margen von 30 Prozent. «Das sind mit Abstand die höchsten Margen, die man im Markt sieht. Sie sind untypisch für einen Bauzulieferer», so Hüsler.

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Geberit hat nicht nur innovative Produkte, sondern auch ein starkes Vertriebsmodell. Im Unterschied zu Sika ist Geberit geografisch defensiver aufgestellt. Rund 90 Prozent der Umsätze werden in Europa inklusive Grossbritannien gemacht. Sika ist eher eine Story auf Infrastruktur ausserhalb Europas. Nicht zuletzt wegen China läuft es bei Sika weniger rund. Während Sika riesige Zukäufe wie MBCC stemmt, wächst Geberit seit zehn Jahren rein organisch. «Alles, was organisch ist, ist weniger riskant», so Hüsler.
Ein Problem, das Geberit mit Sika vor dem Kursverfall teilt, ist die hohe Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 und einem Unternehmenswert im Verhältnis zum Betriebsgewinn von 17 (Basisschätzungen für 2027) ist Geberit eine der teuersten Bauaktien.
Martin Hüsler findet das gerechtfertigt. Viele Experten teilen die Ansicht nicht. Acht Analysten empfehlen den Verkauf, in der Regel weil sie die Aktie für das Wachstumspotenzial für zu teuer halten. Nur vier raten, den Titel zu kaufen.
Für Shortseller sind so teure Aktien interessant. Sie verkaufen diese leer und sichern die Position mit günstigeren und deutlich zyklischeren Titeln wie etwa Saint-Gobain ab. Verbessert sich die konjunkturelle Lage in Europa, insbesondere in Deutschland, geht die Wette auf.

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Am Management liegt der Kursverfall nicht. «Das Geberit-Management ist top und hat bei den Analysten einen sehr, sehr guten Ruf. Nicht zufällig ist Christian Buhl der langjährigste CEO unter den SMI-Firmen», sagt Martin Hüsler. Bereits seit 2011 ist Albert Baehny als Präsident des Verwaltungsrates im Amt. Ein Limit gibt es nur beim Alter. 2023 wurde es von 70 auf 75 Jahre erhöht. Bei der Generalversammlung, die auf den 75. Geburtstag folgt, müssen Vorstandsmitglieder und der Präsident zurücktreten. Am 17. August 2027 wird Baehny 75 Jahre alt.

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