Die Aktie des US-Konzerns Sterling Infrastructure stieg seit Mai 2021 um 4150 Prozent, seit Anfang 2026 um 189 Prozent und diese Woche um 66 Prozent. In jedem der drei Zeiträume hat sie den Gesamtmarkt, den Nasdaq-Composite, deutlich übertroffen. Beispielsweise verbesserte sich dieser in den vergangenen fünf Jahren um 85 Prozent.
Aktuell sind die Titel von Sterling 886 Dollar wert - ein Allzeithoch. Dass die Aktie auf einen Rekordstand gelaufen ist, geht auf die Erstquartalszahlen, die Anfang Woche vorgestellt wurden, sowie auf das Rennen um den Infrastrukturausbau für Künstliche Intelligenz (KI) zurück.
Am Montag berichtete das Management einen um 143 Prozent gestiegenen Reingewinn sowie einen um 141 Prozent angewachsenen Gewinn je Aktie. Stark entwickelte sich speziell das E-Infrastruktur-Segment. Da stieg der Auftragsbestand im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 123 Prozent. Ein Grossteil der Aufträge stammt von Rechenzentren, Halbleiteranlagen und weiteren, ähnlich gelagerten Werken.
«Ich würde Sterling als eine gute Möglichkeit bezeichnen, am Ausbau von Rechenzentren, einschliesslich der neuen KI-Megacampusse, teilzuhaben», sagte Adam Thalhimer, Analyst beim Vermögensverwalter Thompson Davis. Das in Texas ansässige Unternehmen sei «mit Abstand die Nummer eins in der Standortvorbereitung für Rechenzentren in den USA», fügte der Experte hinzu.
Die grossen Technologiekonzerne wie Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta wenden Hunderte von Milliarden von Dollar für die Entwicklung der KI-Infrastruktur auf. Entsprechend umfassend ist das Wachstumspotenzial - nicht nur der Big-Tech-Konzerne, sondern auch der Unternehmen, die wie Sterling im Feld der KI-Infrastruktur operieren. Jedoch ist unter den Marktteilnehmern ist die Sorge aufgekommen, dass sich die hohen Investitionen nicht oder zu wenig auszahlen werden und so aus dem Boom eine platzende Blase wird. Das würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Aktien von Sterling zurückwerfen.
Mittelfristig glauben die Analysten aber sehr wohl an das von CEO Joseph Cutillo geleitete Unternehmen. Alle von Bloomberg erfassten Experten stufen Sterling Infrastructure mit «Buy». So freilich auch Adam Thalhimer von Thompson Davis. Er hat zudem am Dienstag das Zwölf-Monate-Kursziel auf 1000 von 500 Dollar angehoben. Damit ist er deutlich optimistischer als der Konsens, der die Aktie auf 801 Dollar sinken sieht. Demnach ist es gut möglich, dass Investoren bislang gemachte Gewinne mitnehmen und aussteigen. Offen ist zudem, ob die Euphorie um die heiss gelaufene Aktie schneller verfliegt, als manchen Anlegern liebt ist, oder ob sie doch weiter anhält.