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Inside Bahnhofstrasse

Neuer Stern am SMI-Himmel

Galderma steigt ab September in die Top-Börsenliga auf. Weitere Performances von Schweizer Aktien: Ypsomed ist bärenstark unterwegs; Barry Callebaut wächst wieder; Comet bleibt spannend.

Frank Goldfinger

Die Aufnahme der von CEO Flemming Ørnskov (l.) und Präsident Thomas Ebeling geleiteten Galderma in den SMI dürfte den Aktien weiter Schub verleihen.
Die Aufnahme der von CEO Flemming Ørnskov (l.) und Präsident Thomas Ebeling geleiteten Galderma in den SMI dürfte den Aktien weiter Schub verleihen.Tristan Paviot / Capa Pictures, Bloomberg / BILANZ-Montage

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Wachablösung auf Anfang September im Blue-Chip-Barometer SMI: Swisscom und Kühne+Nagel werden rausgekegelt, dafür kommen Sandoz und Galderma. Vor allem der Dermatologiespezialist Galderma ist eine attraktive Ergänzung in der ersten Börsenliga – und bedeutet Good News für die Aktionäre. Einmal sorgt der Zuzug bei Institutionellen, die den SMI in ihren Portfolios abzubilden versuchen, für mehr Nachfrage. Zudem erhält die von CEO Flemming Ørnskov (68) und VR-Präsident Thomas Ebeling (67) gelenkte Zuger Firma nun bei ausländischen Grossinvestoren mehr Aufmerksamkeit. Das dürfte zusätzlich für bessere Aktienkurse sorgen.
Wobei die Valoren auch so schon zu den Börsenstars zählen; seit dem IPO vom März 2024 haben sie 170 Prozent zugelegt. Die Schattenseite: Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43 für 2026 und 31 für 2026 sind die Aktien alles andere denn ein Schnäppchen. Auch die Dividendenrendite von 0,3 Prozent reisst keinen Anleger vom Hocker.
Frank Goldfinger ist der anonyme Börsenspezialist der BILANZ. Schreiben Sie ihm an: bahnhofstrasse@bilanz.ch
Die hohen Kurse relativieren sich aber, denn Galderma ist ein Wachstumskonzern par excellence. Mit Spitzenprodukten aus den Bereichen ästhetische Hautbehandlungen, Hautpflegeprodukte und rezeptpflichtige Arzneimittel werden Zuwächse erzielt, von denen andere Firmen nur träumen können. So prognostizieren die UBS-Analysten bis ins Jahr 2030 eine Umsatzverdoppelung, der Gewinn dürfte sich vervierfachen. Ein weiterer Pluspunkt der Aktien ist die defensive Natur des Hautpflegegeschäfts. Galderma bieten geduldigen Investoren ein schönes Kurspotenzial.

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Nicht erste Wahl

Gut zwei Jahre hat die Durststrecke bei Barry Callebaut gedauert. Nun scheint im dritten Quartal 2025/26 die Wende geschafft: Das Absatzvolumen für Schokolade und Kakaoprodukte stieg um 5,7 Prozent. Die Bilanz für die ersten neun Monate allerdings fällt negativ aus, der Umsatz schmolz um 12,7 Prozent. Auch für das Gesamtjahr sind keine berauschenden Resultate zu erwarten. Die Margen stehen unter Druck, denn mit Ausnahme von Nordamerika sinken die Schokoladenpreise.
Fürs nächste Geschäftsjahr zeigt sich der Anfang Jahr als CEO eingewechselte Hein Schumacher (55) etwas zuversichtlicher. Er stellt weiteres Volumenwachstum und eine verbesserte Profitabilität in Aussicht. Allerdings lässt gerade die Ertragssituation trotz Fortschritten zu wünschen übrig. Es wird noch lange dauern, bis sich Barry Callebaut in alter Stärke präsentieren kann.
Die Anleger bleiben denn auch zurückhaltend. Nach einer starken Kurserholung stehen die Aktien seit Februar erneut unter Druck. Ungeachtet des prognostizierten Gewinnwachstums für 2026/27 sind die Titel mit einem geschätzten KGV von 23 teuer. Das Misstrauen der Börsianer wird genährt durch die mehrmaligen Strategie- sowie Führungswechsel, den Schuldenberg, ein schwieriges Marktumfeld sowie anhaltend volatile Preise für Kakaobohnen. Für mich sind die Aktien nicht erste Wahl.

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Auftakt gelungen

Bereits für 2025/26 hat Ypsomed bärenstarke Resultate abgeliefert. Nun ist auch der Start ins neue Geschäftsjahr 2026/27 gelungen. Zwar werden wie üblich keine Resultate geliefert. Doch im ersten Quartal hat der Produzent von Injektionssystemen für die Selbstverabreichung «mehrere strategische Meilensteine» erreicht. So wurden 14 neue Kundenprojekte an Land gezogen, mehr als im gleichen Vorjahresquartal. Zudem laufen die Kapazitätserweiterungen nach Plan. Ein wichtiger Punkt, denn so ist der Konzern aus Burgdorf BE für anhaltend starkes Wachstum gewappnet.
Ypsomed präsentiert sich nach der Transformation zum reinen Medtech-Unternehmen für Medikamentenverabreichung in einer starken Verfassung. Die ambitiöse Prognose von Konzernchef Simon Michel (49) – innert vier Jahren bis zu 50 Prozent mehr Umsatz und eine Ebit-Marge von über 30 Prozent – erscheint in Reichweite. Das wird auch an der Börse honoriert; seit Mai stieg der Aktienkurs um 40 Prozent. Zwar ist nach den Kursfortschritten über die nächsten Monate mit einer schwächeren Performance zu rechnen, zumal die Valoren mit einem KGV von 28 nicht mehr wohlfeil sind. Dafür winkt mittelfristig ein schönes Kurspotenzial.

Für Nervenstarke

Anfang 2026 habe ich Comet empfohlen. Wer den Rat befolgt hat, dessen Nervenkostüm wurde einer harten Probe unterzogen. Zwar haben die Titel des Anbieters von Röntgen- und Hochfrequenz-Technologie für die Halbleiterindustrie unter dem Strich über 60 Prozent zugelegt, doch waren die Kursausschläge in beide Richtungen extrem stark. Seit dem historischen Höchst von Mitte Juni ging es wieder um 20 Prozent bergab.

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Die Euphorie der Anleger für KI und damit auch für Halbleiteraktien ist etwas verflogen. Dabei hat der Halbleiterzyklus sogar noch zusätzlich an Fahrt gewonnen. Darauf deuten glänzende Zwischenresultate wie jene von Micron, Samsung Electronics oder ASML hin. Auch bei Comet läuft es rund, der hohe Auftragseingang weist auf künftig starkes Umsatzwachstum hin. Ich bleibe positiv gestimmt für die Aktien – wie übrigens die Mehrheit der Finanzanalysten, von denen einige die Kursziele in schwindelnde Höhen getrieben haben. Allerdings verlangen die Papiere Risikobereitschaft. Die (berechtigte) Angst, dass die KI-Blase platzen könnte, belastet auch die Comet-Valoren.

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