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Inside Bahnhofstrasse

Im Aufzug droht ein Preiskrieg

Schindler gerät durch die Fusion von Kone mit TK Elevator unter Druck; bei Straumann ist Geduld gefragt; die Sunrise-Dividende bleibt gesichert.

Frank Goldfinger

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Schindler-CEO Paolo Compagna (l.) und -Präsident Josef Ming wehren sich gegen die Fusion von Kone und TK Elevator. Keystone, PR / BILANZ-Collage

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Die Nachricht sorgte global für Schlagzeilen: Der finnische Aufzugshersteller Kone will die deutsche TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro übernehmen. Die bisherigen Nummern drei und vier schwingen sich zum mit Abstand grössten Liftbauer auf, der US-Konzern Otis wird auf Platz zwei und der Innerschweizer Aufzugs- und Rolltreppenhersteller Schindler auf Rang drei abgedrängt. CEO Paolo Compagna (58) und VR-Präsident Josef Ming (68), Schindlers Führungsspitze, wollen die Machtverschiebung nicht schlucken und legen bei den Kartellbehörden Beschwerde ein. Sogar den Investorentag haben sie deswegen vom Juni auf den November verschoben.
Gerade im Aufzugsgeschäft ist Grösse ein enormer Wettbewerbsvorteil. Speziell im lukrativen Servicegeschäft zahlen sich Skaleneffekte aus. Kone würde viele Märkte derart dominieren, dass dies die Finnen dazu verführen könnte, einen Preiskrieg loszutreten. Die langfristigen Verlierer wären Otis und Schindler. Andererseits muss sich Kone wohl auf Jahre mit den Kartellbehörden herumschlagen sowie zahlreiche Konzernteile abstossen. Da könnte Schindler zu attraktiven Zukäufen kommen.
Frank Goldfinger ist der anonyme Börsenspezialist der BILANZ. Schreiben Sie ihm an: bahnhofstrasse@bilanz.ch
Die Aktien gewannen zwischen Oktober 2023 und Anfang dieses Jahres über 70 Prozent. Doch seither ist die Luft draussen; über 15 Prozent an Wert gingen verloren. Die gedämpften Umsatzerwartungen für dieses Jahr sowie die Frankenstärke vermögen die Valoren kaum zu beflügeln. Immerhin hält der Fortschritt beim operativen Gewinn an. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25 für dieses und 23 für nächstes Jahr ist das Kurspotenzial beschränkt, bis sich die Konkurrenz- und Marktsituation geklärt hat.

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China-Bremse

Das weltgrösste Dentalunternehmen, Straumann, ist gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Organisch wuchs der Umsatz um 7,1 Prozent. Doch der starke Franken zieht Spuren; währungsbereinigt blieb ein Plus von 1,2 Prozent. Viel zum Wachstum beigetragen hat endlich wieder der nordamerikanische Markt. Erfreuliche Zahlen liefern zudem die Regionen Europa sowie Asien. Mit Ausnahme Chinas: In diesem wichtigen Absatzgebiet fielen die Verkäufe erneut schwach aus.
Im Reich der Mitte hält der innovationsstarke Konzern bei Premiumimplantaten einen Anteil von schätzungsweise gut 50 Prozent. Allerdings nützt das dieser Tage nur wenig. Denn die Regierung gleist ein Programm zur Förderung der Zahnhygiene in der Bevölkerung auf; bis da die Regulierung steht, halten sich die Kunden zurück. In einigen Monaten dürfte sich die Situation klären. Auch so bleiben Straumanns Aussichten rosig. Der Umsatz der Basler soll im laufenden Jahr organisch im höheren einstelligen Prozentbereich wachsen, die Kern-Ebit-Marge dürfte auf bis zu 25,8 Prozent steigen.
Der einstige Börsenstar verlor seit dem Frühjahr 2024 über 40 Prozent an Wert. Dafür sind die Aktien nun auf einem für einen Wachstumswert akzeptablen Preisniveau angekommen. Für 2026 stellt sich das geschätzte KGV auf 29 und für 2027 auf 23. In einigen Monaten dürften sich die Valoren wieder einer zunehmenden Nachfrage erfreuen. Straumann ist attraktiv, doch ist Geduld gefragt.

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Renditekönig

«Kann Sunrise die Dividende halten?», werde ich seit Monaten gefragt. Der Telekom-Anbieter kann nicht nur, er hat für 2025 die Ausschüttung noch auf 3.42 Franken erhöht. Womit die Aktien gewaltige acht Prozent rentieren – und dies in Zeiten, da die Zinsen am Boden liegen. Dazu kommt, dass die Ausschüttung dank Kapitaleinlagereserven steuerfrei ist! Dennoch verstehe ich die Verunsicherung vieler Investoren, denn Sunrise fährt seit drei Jahren heftige Verluste ein. Allerdings werden die Mittel für die Ausschüttungen aus dem hohen freien Cashflow genommen.
Auf saftige Dividendenrenditen erpichte Investoren dürften auch in Zukunft auf Sunrise zählen, denn der Cashflow bleibt hoch. Andererseits sind die Wachstumschancen im umkämpften heimischen Markt begrenzt. Dies lässt sich an den Zahlen für das erste Quartal ablesen. Ungeachtet der auf 1. August angekündigten Preiserhöhungen für Mobile- und Internet-Abonnements wird für das Gesamtjahr ein stabiler Umsatz und Betriebsgewinn in Aussicht gestellt. Wer auf Sunrise setzt, muss sich mit der Dividendenrendite zufrieden geben. Ich bevorzuge andere Aktien mit hohen Dividendenrenditen wie etwa Zurich oder Partners Group; da winken zusätzlich Kursgewinne.

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