Die Aktie von Stadler Rail steigt am Montag nach Handelseröffnung 1,7 Prozent auf 23,41 Franken. Das ist der höchste Stand seit Anfang Oktober 2024.
Der Thurgauer Zugbauer konnte am Freitagabend einen Erfolg für einen Mega-Auftrag in Berlin vermelden. Nachdem Konkurrent Alstom die Vergabe zuletzt verzögerte, verzichtet der Konzern vor Ablauf der Frist auf weitere Rechtsmittel. Das Bieterkonsortium aus Siemens Mobility, Stadler Deutschland und S-Bahn Berlin kann daher jetzt neue Züge für die deutsche Hauptstadt liefern.
Dabei handelt es sich um eines der grössten Vergabeverfahren für den öffentlichen Nahverkehr in Europa. Das Auftragsvolumen liegt für das Konsortium von Stadler und Siemens bei 3,5 Milliarden Euro.
Stadler und Siemens werden 350 vierteilige S-Bahn-Züge liefern und die Instandhaltung über 30 Jahre sicherstellen. Zudem werde Stadler den Betrieb in den Teilnetzen Nord-Süd sowie Stadtbahn für 10 Jahre übernehmen, so Stadler am Freitag weiter.
Die Vergabe hatte sich insbesondere aufgrund des Widerstands des französischen Bahnkonzerns Alstom lange verzögert. Alstom hatte insbesondere Fehler bei der Ausschreibung bemängelt. Gerichte hatten jedoch gegen Alstom entschieden.
«Damit wird ein langwieriger rechtlicher Prozess verhindert und die Auslastung des Standortes Berlin langfristig sichergestellt», schreibt Analyst Tobias Klöpper von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Ursprünglich hätten die ersten Züge bereits 2027 in Betrieb gehen sollen.
Mit dem Einspracheverfahren seien Sorgen aufgekommen, dass sich dies bis 2033 verzögern könnte. «Wir gehen nun davon aus, dass dies deutlich früher der Fall sein dürfte», so Klöpper weiter.
Die ZKB halten die Neuigkeiten von Stadler Rail für positiv und bestätigten die Einstufung «Übergewichten» für die Aktie. Der Titel scheint allerdings etwas ausgereizt. Das durchschnittliche Kursziel der bei Bloomberg erfassten Analysten liegt bei 22,50 Franken.