Welch ein Zahlenset, das Lonza für 2025 vorgelegt hat: 19 Prozent mehr Umsatz, die Ebitda-Marge auf 31,6 Prozent ausgebaut, den Gewinn gleich um die Hälfte gesteigert, die Aktionäre erhalten ein Viertel mehr Dividende. Da jubelt des Investors Herz – sollte man zumindest meinen. Nach kurzem Anstieg schmierte der Aktienkurs des weltgrössten Pharmazulieferers aber ab. Zwar ist ein Teil des kräftigen Wachstums auf den Zukauf des US-Werks Vacaville zurückzuführen. Doch Lonza steuert wieder klar auf Expansionskurs, das neue Management – Jean-Marc Huët (56) ist seit Mai VR-Präsident, der von Konkurrent Siegfried eingewechselte Wolfgang Wienand (54) amtiert seit Juli als CEO – übernahm eine gesunde Firma.
Frank Goldfinger ist der anonyme Börsenspezialist der BILANZ.
Der Abgabedruck auf die Aktien ist einmal darauf zurückzuführen, dass viele ausländische Institutionelle Positionen abgebaut haben. Verunsichert hat daneben viele Anleger die in ihren Augen enttäuschende Prognose für 2026. Dabei sind die Vorgaben des Managements stark: So soll der Umsatz um 11 bis 12 Prozent steigen und die Ebitda-Marge mehr als 32 Prozent erreichen. Auch das immer wieder ins Feld geführte Argument der belastenden US-Zölle sticht nicht, ist Lonza doch kaum davon betroffen. Die Aussichten sind rosig. Der Konzern verfügt über eine breite Angebotspalette und eine starke Marktstellung in Wachstumsbereichen. Mit hohen Investitionen werden Kapazitäten hochgefahren, um die steigende Nachfrage abzusichern.Die Kursschwäche bietet eine gute Einstiegsgelegenheit. Das für 2026 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28 liegt unter der langfristigen Bewertung der Lonza-Valoren. Die Aktien sind auf den Top-Pick-Listen mehrerer Banken zu finden. Und wenn für das Kapselgeschäft endlich ein Käufer gefunden wird, dürfte das die Aktien befeuern.
Viel Optimismus
Gaben Lonza nach guten Zahlen nach, schossen Swatch in die Höhe – notabene nach schlechten Resultaten für 2025: 5,9 Prozent weniger Umsatz, Gewinneinbruch um neun Zehntel. Offenbar haben die Investoren ein noch schlechteres Resultat erwartet. Die Dividende wird beibehalten, obwohl sie nicht annähernd selbst erarbeitet wurde. Die den Uhrenkonzern beherrschende Familie Hayek tut sich damit auch selbst etwas Gutes, kassiert sie doch als Hauptaktionärin kräftig mit. Viel zum frisch aufgeflammten Optimismus an der Börse beigetragen hat CEO Nick Hayek (71); der Konzernchef prognostiziert für dieses Jahr substanzielles Wachstum sowie einen «operativen Gewinn im Bereich von 500 bis 600 Millionen Franken». Das würde einer knappen Vervierfachung des letztjährigen Ebits entsprechen. Nur ist Hayek bekannt als unverbesserlicher Zweckoptimist. Was unter dem Strich als Gewinn hängen bleibt, wird von den Banken höchst unterschiedlich gesehen. Ihre Schätzungen pro Aktie für 2026 schwanken zwischen 1.37 (UBS) und 5.67 Franken (Barclays), was einem KGV von 144 respektive 35 entspräche. Swatch hat fraglos viel Potenzial, wenn sich das Umfeld einmal aufhellt. Ich warte ab, ob das Auftaktquartal etwas Helligkeit bringt.