Anlagen in Infrastruktur stehen im Zentrum verschiedener Megatrends, die die globale Wirtschaft grundlegend verändern. Investitionen zur Erhaltung und zum Ausbau von Infrastruktur prägen zunehmend die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten – von der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) bis zur Notwendigkeit, Energieangebot und -nachfrage zu dekarbonisieren. Sie haben zudem ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt: Gemäss Analysen von Preqin haben sie mit einer Sharpe Ratio von 0,87 und einer niedrigen Korrelation von 0,33 zu globalen 60/40-Portfolios in den letzten rund zwanzig Jahren (drittes Quartal 2006 bis zweites Quartal 2025) langfristig attraktive risikoadjustierte Renditen erzielt. Die besonderen Merkmale von Infrastruktur – die Bereitstellung essenzieller Dienstleistungen, hohe Markteintrittsbarrieren und häufig inflationsgebundene Cashflows – sind entscheidend für ihr Risikoprofil.
Mit Blick nach vorne stützt das Zusammenwirken der fünf «D»-Megatrends – Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie, Deglobalisierung und Deleveraging – das nachhaltige Wachstum privater Infrastrukturinvestitionen. Die ersten drei werden nachfolgend näher beleuchtet.
1. Digitalisierung
Das Aufkommen und die zunehmende Verbreitung von KI‑Technologien verursachen eine nahezu unersättliche Nachfrage nach Daten und Konnektivität. Rechenzentren stehen im Zentrum des Trainings neuer, innovativer KI‑Modelle und steigern deren Wert durch die Verbreitung und Anwendung in der gesamten Wirtschaft. Um diese gestiegene Nachfrage zu bewältigen, ist ein erheblicher Ausbau der digitalen Infrastruktur erforderlich. Dazu gehören Rechenzentren, Glasfasernetze und Mobilfunkmasten, die nicht zuletzt auf private Geldgeber angewiesen sind. Manager für private Infrastrukturanlagen finanzieren alles, von Cloud‑Computing‑Zentren bis hin zur erforderlichen Stromerzeugung. McKinsey schätzt, dass sich der Energieverbrauch von Rechenzentren in den Vereinigten Staaten von rund 4 Prozent im Jahr 2024 auf etwa 12 Prozent im Jahr 2030 verdreifachen könnte. Private Märkte erweitern damit den Zugang von Anlegerinnen und Anlegern zum digitalen Zeitalter und bieten zugleich stabile, langfristige, vertraglich gesicherte Cashflows. 2. Dekarbonisierung
Die voranschreitende Dekarbonisierung der Volkswirtschaften verändert die Energieerzeugung grundlegend. Die IEA prognostiziert, dass sich die installierte Leistung erneuerbarer Energien bis 2030 mehr als verdoppeln wird. Der Ausbau der Solarstromerzeugung beschleunigt sich und dürfte nahezu 80 Prozent des weltweiten Zuwachses an erneuerbarer Stromkapazität ausmachen. Wirtschaftliche Faktoren machen Solarenergie zunehmend zur Technologie der Wahl und tragen dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien an der globalen Stromerzeugung von 32 Prozent im Jahr 2024 auf bis 2030 prognostizierte 43 Prozent zu erhöhen. Die Dekarbonisierung zählt damit zu den verlässlichsten generationenübergreifenden Anlagethemen. 3. Demografie
Globale demografische Verschiebungen, insbesondere Bevölkerungswachstum und Alterung, erfordern Investitionen in neue Infrastruktur. Die Vereinten Nationen (UN) gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,8 Milliarden Menschen anwachsen wird. Bis dahin wird jede sechste Person über 65 Jahre alt sein– im Jahr 2024 war es noch jede elfte. Gleichzeitig führt die rasche Urbanisierung dazu, dass bis 2050 nahezu 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben wird, gegenüber 58 Prozent von heute. Diese Verschiebung bringt einen zunehmenden Druck auf Verkehrs‑, Wohn‑ und Versorgungsinfrastruktur mit sich. Private Investitionen übernehmen anstelle öffentlicher Geldgeber zunehmend die Finanzierung, wenn neue Netze ausgebaut oder bestehende Infrastruktur instand gehalten wird. Damit fördern sie das Wirtschaftswachstum kurz- und langfristig, beispielsweise durch den Effekt der Bautätigkeiten und mit verbesserten Verkehrsanbindungen, die den Zugang von Arbeitskräften erleichtern. Von digitaler Konnektivität über saubere Energie bis hin zu urbaner Mobilität ist private Infrastruktur darauf ausgerichtet, eine zentrale Rolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen zu spielen. Durch die Priorisierung diversifizierter Wachstumsstrategien können Anlegerinnen und Anleger an den Chancen dieser generationenübergreifenden Themen partizipieren. Häufig sind Erträge reguliert oder durch langfristige, teilweise inflationsgebundene Verträge geregelt. Dieser Ansatz bietet attraktive, risikoadjustierte Renditen und trägt zugleich zur Modernisierung und Widerstandsfähigkeit der globalen Wirtschaft bei.
Autoren: Roland Hantke ist Leiter Infrastruktur Unified Global Alternatives; Daniel Ammon ist Leiter Institutional Client Coverage Schweiz, beide bei UBS Asset Management, Zürich.