Es gibt sie also doch: Studien über die heimische Wirtschaft, die Sorgen machen. Gewiss, die Schweiz ist noch immer die Nummer eins in ihrer Paradedisziplin. Aber gemäss dem jüngst veröffentlichten «Global Wealth Report» der Boston Consulting Group bleibt sie das nicht mehr lange: Im Wealth Management wird sie ihre Führungsstellung bis in vier Jahren an Hongkong verlieren. Auch Singapur und die Emirate wachsen schneller.
Da haben wir für unsere heute erscheinende Ausgabe die Zahlenfetischisten von Bloomberg konsultiert und sind ebenfalls auf verstörende Werte gestossen. Welche Bank war vor zwanzig Jahren gemäss Bilanzsumme die grösste der Welt? Die UBS – vor allen Amerikanern, Japanern und Europäern. Die Credit Suisse kam auf Platz 7, zusammen lagen sie beim Börsenwert weltweit auf Platz 3. Und heute: Die vermeintliche Monsterbank kommt selbst nach der CS-Übernahme gerade auf Platz 25, beim Börsenwert liegt sie auf Platz 13. 330 Banken gab es 2005, der Finanzplatz trug 14 Prozent zum BIP bei. Heute sind es nur noch 220 Banken, der BIP-Anteil ist auf 9 Prozent geschrumpft.
Vor zwanzig Jahren zeigte sich der FDP-Finanzminister Hans-Rudolf Merz noch sichtlich stolz über «unsere zwei Banken unter den Top Ten». Heute betont selbst die von FDP-Finanzministerin Karin Keller-Sutter in Auftrag gegebene Studie der Beratungsfirma Alvarez Marsal, die neuen Kapitalregeln für die UBS bedeuteten «einen signifikanten kompetitiven Nachteil global und im Heimmarkt». Das härteste Regime der Welt fordert die diesjährige Präsidentin dennoch. Sagen wir es so: Wenn die Schweiz ihre Krone behalten will, ist das kaum hilfreich.