Für mehr Frauen im Kader braucht es eine neue Firmenkultur – eine Herausforderung für männliche Führungskräfte.
Gabriele Schambach,
Julia Nentwich
«Männerkultur»: Eine Studie zeigt, dass Männer sich über bestehende Strukturen in Unternehmen ihre Gedanken machen. Anders als Frauen haben sie aber wenig Ideen, was sich ändern sollte. Getty Images
Die gleichstellungsorientierte Entwicklung der Unternehmenskultur ist ein Prozess, der durch verschiedenste alltägliche Interaktionen erfolgt. Wie die Ergebnisse der Befragung von knapp 1200 Führungskräften im Rahmen des Projektes «Leaders for Equality» der Universität St. Gallen gezeigt haben, sind die männlichen Führungskräfte bereits sehr aktiv, diese Gleichstellung zu fördern. So gaben beispielsweise fast zwei Drittel der befragten Kadermänner an, dass sie darauf achten, keine Bemerkungen zu machen, die, auch unbeabsichtigt, Frauen abwerten oder nicht ernst nehmen.
Zu 45 Prozent sprechen sie andere Männer an, wenn diese Bemerkungen machen, welche Frauen abwerten, sexistisch oder frauenfeindlich sind. Dieses Ergebnis stimmt zuversichtlich, denn erstens sind sich damit die männlichen Führungskräfte mehrheitlich einer «Männerkultur» bewusst, in der abwertende, sexistische oder frauenfeindliche Bemerkungen noch keinesfalls passé sind. Und zweitens sind sie dabei, dies zu ändern, oder haben es zumindest vor.