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Euphorie

Diese SMI-Schwergewichte sind auf Rekordkurs

Für den SMI geht es stetig und deutlich nach oben: Diverse Valoren sind auf Rekordkurs. Vor allem drei Titel tragen den Höhenflug des SMI. Doch es gibt auch Nachzügler. Ein Überblick.

Andrea Marthaler,

Julia Fritsche,

Mathias Ohanian

Novartis: Der Aktienkurs des gewichtigsten Titel im SMI zeigt nach oben: Der Höchststand von Mitte Juli liegt bei rund 102 Franken, davon ist der Basler Pharmakonzern momentan weniger als einen Franken entfernt. Seit einem Tief Ende Januar steigt das Papier, seit Anfang Jahr hat der Titel damit 8,7 Prozent zugelegt.
Nestlé: Die Aktie des Konsumgüter-Riesen hat im Frühjahr mit 76,80 Franken seinen Höchststand erreicht. Gegenwärtig liegt die Aktie mit 74 Franken nur leicht darunter. Von ihrem Absturz nach dem SNB-Entscheid hat sich der Titel erholt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 3 Prozent zugelegt. Im SMI ist Nestlé von der Gewichtung hinter Novartis die Nummer zwei.
Roche: Der Pharmakonzern war Ende 2014 auf seinem höchsten Stand je Aktie – fast 295 Franken. Momentan erholt sich der Kurs vom Einbruch nach dem SNB-Entscheid am 15. Januar und liegt bei etwa 280 Franken. Das ist noch knapp 2 Prozent weniger vor der Aufgabe des Mindestkurses. Roche ist von der Gewichtung her die Nummer drei im SMI, der Anteil liegt bei 18 Prozent.
Givaudan: Der Trend beim Aktienkurs des Duftstoffproduzenten ist erfreulich. Der Höchstkurs wurde Anfang Jahr bei etwa 1925 Franken erreicht. Nach einem Einbruch auf 1600 Franken erholt sich der Kurs und ist nun noch 100 Franken oder rund 5,5 Prozent vom Maximum entfernt.
Syngenta: Das Basler Agrochemie-Unternehmen ist mit etwa 412 Franken nur wenig von seinem Höchstkurs von Ende Mai (430 Franken) entfernt und steigt wieder. Stand die Aktie im Januar noch bei um die 300 Franken, klettert sie seit Mai deutlich, zum Jahresbeginn um 28 Prozent. Mit Unterbrüchen geht es seit 2001 stets nach oben.
Actelion: Seit 2008 ist das Pharmaunternehmen im SMI vertreten. Seit 2012 zeigt der Aktienkurs der Allschwiler stetig nach oben. Der Einbruch nach dem Frankenschock ist aufgeholt: Ihren Rekordwert von 146 Franken erreichte die Aktie Mitte Juli. Aktuell liegt der Kurs nur 6 Franken darunter. Seit Anfang Januar ist das ein Plus von 18 Prozent.
Julius Bär: Die Bank unter der Führung von CEO Boris Collardi verhält sich atypisch zu den anderen Bankentitel im SMI - der Aktienkurs steht nur knapp unter seinem Höchststand von Juli 2015, als der Titel etwas mehr als 54 Franken kostete. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 17,5 Prozent zugelegt.
Geberit: Die Aktien des neusten SMI-Mitglieds (seit 2012) haben seit Aufnahme in den bedeutendsten Aktienindex stetig an Wert zugelegt. Mit leicht über 370 Franken erreichte die Aktie diesen April ihr bisheriges Maximum. Anfang August liegt der Kurs 36 Franken unter diesem Rekord. Seit dem SNB-Entscheid hat das Papier unter dem Strich 5 Prozent verloren.
Richemont: Der bisherige Rekordkurs des Luxusgüterkonzerns stammt von 2013 – etwa 95 Franken. Heute liegt der Aktienkurs mit 84 Franken darunter. Noch im Juli stand das Papier allerdings bei 73 Franken und damit 13 Prozent tiefer.
Swatch: Seit dem Höchstkurs von etwa 600 Franken Ende 2013 ist die Aktie des Uhrenherstellers deutlich gesunken. Der SNB-Entscheid liess den Titel um 23 Prozent innert eines Tages abstürzen. Den Verlust hat die Swatch-Aktie knapp aufgeholt, sie steht 0,2 Prozent höher als Anfang Januar. Der Weltkonzern gehört im SMI zu den Kleinen.
SGS: 2013 verzeichnete der Prüfkonzern seinen Aktienhöchststand von etwa 2450 Franken, seither verliert die Aktie stetig leicht an Wert. Momentan steht der Kurs bei circa 1850 Franken, also 600 Franken unter dem Maximum. Seit Anfang Jahr hat der Titel 7,5 Prozent verloren. SGS ist seit 2009 wieder im SMI vertreten.
Adecco: Der Aktienkurs des Personaldienstleisters ist seit einigen Jahren in der Tendenz steigend, liegt mit 83 Franken allerdings noch unter dem Rekordstand aus dem Jahr 2000 (circa 150 Franken). Seit Jahresbeginn hat der Titel aber satte 24 Prozent zugelegt von 68 auf 84 Franken.
Credit Suisse: Der Aktienkurs der Grossbank ist weit von ihrem Höchststand im Jahr 2007. Seitdem hat sich der Börsenkurs mehr als gedrittelt und liegt aktuell bei rund 28.50 Franken. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um gut 17,5 Prozent zugelegt. Der Tiefstwert wurde 1990 mit 12 Franken erreicht.
Swiss Re: Dereinst erreichte die Aktie des Rückversicherers rund 200 Franken. Doch Finanzkrise und Frankenschock haben den Kurs einbrechen lassen: Zwar zeigt der Trend nach oben, mit 87 Franken ist die Aktie aber weit von ihrem Rekordhoch entfernt. Seit Anfang Jahr hat der knapp 5 Prozent gewonnen.
ABB: Der Rekordkurs des Technikunternehmens stammt mit etwa 40 Franken aus dem Jahr 2000. Davon ist der Konzern mit Sitz in Zürich weit entfernt, seit rund fünf Jahren schon pendelt der Aktienkurs um den Wert 20 Franken herum. Nach dem Einstieg eines Investors legte der Kurs zuletzt zu. Zum Jahresbeginn steht allerdings immer noch ein Minus von gut 4 Prozent.
UBS: Die Schweizer Grossbank hat sich vom Frankenschock erholt – der Aktienkurs liegt mit 22.50 Franken klar über den 17 Franken von Jahresbeginn, 32 Prozent mehr. Damit sind die Titel jedoch noch weit von alten Höchstständen entfernt. Vor der Finanzkrise notierten die UBS-Aktien 2007 in der Spitze noch bei 70 Franken. Die Grossbank ist der wichtigste Finanztitel im SMI.
Zurich: Der Aktienkurs des Versicherungskonzerns steigt seit 2012 tendenziell leicht. Allerdings ist der Kurs noch weit vom Rekord (1999: über 860 Franken) entfernt. Aktuell ist die Zurich-Aktie knapp unter 300 Franken wert, das ist circa ein Drittel ihres Maximums. Seit Anfang Jahr hat das Papier 8,5 Prozent nachgegeben.
LafargeHolcim: Der neu fusionierte Baustoffriese ist alles andere als auf Rekordkurs. Mit gegenwärtig 70 Franken ist man weit vom Holcim-Kursmaximum von 125 Franken (2007) entfernt. Seit dem 1. Januar hat LafargeHolcim knapp 4 Prozent verloren, wobei erst seit Juli beide Konzerne gemeinsam zählen.
Swisscom: Seit Anfang 2014 pendelt die Aktie des führenden Schweizer Telekomunternehmens um die Marke von 550 Franken. Zuletzt ging es leicht bergauf: Mit 567 Franken ist der Titel aber weit vom Höchstkurs von 720 Franken aus dem Jahr 2000 entfernt. Seit Jahresbeginn legte der Titel gut 9 Prozent zu.
Transocean: Seit 2010 ist der Erdölkonzern im SMI vertreten. Seit Januar ging es mit dem Aktienkurs wegen des schwachen Ölpreises rasant nach unten, um 30 Prozent Minus Gerade erst hat er mit knapp über 12 Franken ein neues Tief erreicht, fast 90 Franken weniger als zu Bestzeiten. Transocean hat mit 0,5 Prozent den kleinsten Anteil im SMI. Bilder: Keystone
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Novartis: Der Aktienkurs des gewichtigsten Titel im SMI zeigt nach oben: Der Höchststand von Mitte Juli liegt bei rund 102 Franken, davon ist der Basler Pharmakonzern momentan weniger als einen Franken entfernt. Seit einem Tief Ende Januar steigt das Papier, seit Anfang Jahr hat der Titel damit 8,7 Prozent zugelegt. RMS

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Um ein Haar hätten die Rekordglocken an der Schweizer Börse geläutet: Der Swiss Market Index (SMI) stieg am Mittwoch in einem Schlussspurt auf zwischenzeitlich 9538 Punkte und schloss den Handelstag mit knapp 9527 Zählern ab. Das Allzeithoch wurde damit zwar nicht eingestellt, ist aber in greifbarer Nähe: Anfang Juni 2007 erreichte der SMI zwischenzeitlich 9548 Zähler. Der höchste je notierte Schlusskurs liegt bei gut 9531 Punkten.

Die Luft ist dünn nahe dem Rekordhoch, lautet eine dazu passende Börsenweisheit. Zu beobachten war dies in den vergangenen Jahren schon öfter. Ob in der Schweiz, Deutschland oder den USA: Nicht selten brauchte es nahe dem Höchststand mehrere Anläufe, um Rekordmarken zu knacken. Der Himmel ist nicht wolkenfrei angesichts der voraussichtlichen Zinserhöhung in den USA und der bereits stattlichen Bewertung Schweizer Aktien, sagt Patrik Schwendimann, stellvertretender Leiter Research bei der Zürcher Kantonalbank. Doch der positive Trend könnte seiner Meinung nach kurzfristig anhalten.

SMI: Sieben Handelstage im Plus

Zuletzt ging es nämlich stetig und deutlich nach oben: Sieben Handelstage in Folge schloss der SMI nun stärker – rund vier Prozent legte der Index zuletzt zu. Und dies, obwohl die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft eher verhalten sind. Erst gestern verlautbarten die Konjunkturforscher der Kof, dass sie für die kommenden Monate mit mehr Arbeitslosen in einigen Branchen rechnen.

Andere Experten sind noch etwas optimistischer als Schwendimann: Die Privatbank Julius Bär erwartet, dass der SMI das Allzeithöchst bald nimmt – und sich auch darüber etabliert. «Dann kommt die 10‘000er Marke ins Blickfeld, das wird dann die härtere Knacknuss», sagt Chefanalyst Christian Gattiker. Der Haupttreiber ist demnach die Währung: Schwächt sich der Schweizer Franken etwas ab, liegt noch mehr drin, so der Aktienexperte.

Ein schwächerer Franken sei die Voraussetzung dafür, dass der SMI auch nachhaltig das Allzeithoch aus dem Jahr 2007 überspringen kann, sagt auch Adrian Scherer, Analyst bei Limmatwealth.



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Novartis, Nestlé, Roche – SMI-Schwergewichte auf Rekordkurs

Tatsächlich sind im SMI heute diverse Valoren auf Rekordkurs. Allen voran die drei Titel, die den SMI am stärksten prägen. Zunächst ist da der Basler Pharmakonzern Novartis, der rund 22 Prozent zum bedeutendsten Schweizer Börsenindex beisteuert. Die Aktie steht bei über 100 Franken und nahe dem Rekordhoch vom Juli. So mancher Experte sieht für die Aktie noch etwas Luft nach oben – 110 Franken sind drin, glauben etwa die Experten der Credit Suisse.

Der Wettbewerber Roche steht Novartis an der Börse kaum nach: Die Aktie notiert heute bei rund 280 Franken und damit ebenfalls nahe Hochstand. Positiv: Diverse Analysten – darunter die UBS und die Credit Suisse – trauen den Genussscheinen einen Kurs von 320 Franken und mehr zu. Besonders optimistisch sind die Goldman-Sachs-Analysten: Dort liegt das Kursziel von Roche bei 340 Franken.

Auch der Lebensmittelgigant Nestlé ist auf Rekordkurs und nur wenige Franken vom Allzeithoch, das im April diesen Jahres erreicht wurde, entfernt. In den vergangenen Jahren hat die Aktie noch jeden Rückschlag weggesteckt – ob Finanzkrise oder Frankenschock. Für den SMI sind das gute Nachrichten – denn die drei genannten Titel haben einen Anteil von rund 60 Prozent am wichtigsten Schweizer Aktienindex. Steigen die Schwergewichte im Kurs, zieht das den SMI besonders klar nach oben.



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UBS und CS an der Börse weit von alten Rekordständen entfernt

An Bedeutung verloren hat hingegen der Finanzsektor, der langfristig eine enttäuschende Entwicklung an der Börse genommen hat: Zwar erholten sich die Titel der beiden grossen Banken UBS und Credit Suisse in den vergangenen Monaten klar vom Frankenschock. Doch die alten Rekordwerte von vor der Finanzkrise scheinen kaum erreichbar.

So liegt der UBS-Aktienkurs mit 22.50 Franken klar über den 17 Franken von Jahresbeginn. Damit sind die Titel jedoch noch weit von alten Höchstständen entfernt. Vor der Finanzkrise notierten die UBS-Aktien 2007 in der Spitze noch bei 70 Franken.

Mehr zu den Kursen aller SMI-Titel finden Sie in der Bildergalerie oben.



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