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Devisen

Morgan Stanley sieht Rekordpotenzial für «goldähnlichen Schweizer Franken»

Der Schweizer Franken könnte laut Strategen von Morgan Stanley gegenüber dem Dollar um bis zu 17 Prozent zulegen.

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Verschiedene Franken-Scheine mit der 1000er-Note im Vordergrund. imago/blickwinkel

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Die niedrige Inflation in der Schweiz, die solide Finanzlage und die Sicherheit der Vermögenswerte machten den Franken «wohl zur am stärksten goldähnlichen sicheren Hafenwährung», schrieben die von David Adams angeführten Strategen in einer Mitteilung vor wenigen Tagen.
Dies könnte den Dollar zum Franken in einem «Bear Case» auf ein neues Allzeittief von 0,64 Franken drücken, hiess es weiter. Am Mittwoch wird die Währung bei etwa 0,7728 gehandelt.
«Der Schweizer Franken ist ein übersehener, unterschätzter sicherer Hafen, der sich voraussichtlich deutlich stärker und schneller aufwerten wird, als Investoren denken oder die Märkte einpreisen», sagte Adams. Die Währung sei der «am besten bewährte sichere Hafen und habe die beste Erfolgsbilanz bei einer Outperformance während Marktschocks», fügte er hinzu.
Die Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, da auch Hedgefonds auf einen stärkeren Franken setzen. Hebelfonds, zu denen neben Hedgefonds auch andere Spekulanten zählen, halten laut den jüngsten wöchentlichen CFTC-Daten derzeit ihre grösste Netto-Long-Position in der Schweizer Währung seit Juni, nachdem sie eine Woche zuvor noch netto «short» positioniert waren.

Höchster Stand seit mehr als einer Dekade

Im vergangenen Monat stieg der Franken gegenüber dem Euro und dem Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Investoren werden von der geringen Verschuldung der Schweiz, einer stabilen Wirtschaft und berechenbaren politischen Rahmenbedingungen angezogen – als Gegenpol zur Verwirrung über die Politikgestaltung in den USA sowie angesichts zunehmender geopolitischer Risiken.

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Ein stärkerer Franken erhöht zwar das Risiko, dass die Schweizerische Nationalbank am Devisenmarkt eingreift, um die Währung zu schwächen und deflationären Druck im Land zu begrenzen. Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank (SGKB) räumte jedoch im Interview mit cash ein, dass Zinssenkungen ein ineffizientes Mittel gegen den starken Franken seien. Wenn die SNB die Zinsen wegen des Frankens senken wollte, müsste sie auf minus 0,75 oder sogar minus 1 Prozent gehen, was in unverhältnismässig hohen Kosten für die Wirtschaft oder Pensionskassen resultieren würde.
Morgan Stanley erwartet, dass der Franken gegenüber anderen Währungen weiter zulegt, und prognostiziert einen Anstieg um 5 Prozent auf 0,87 je Euro von derzeit rund 0,91.
(Bloomberg/cash)

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