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Gastbeitrag

Europa rückt in den Mittelpunkt, während der Sekundärmarkt wächst

Mit zunehmender Reife des Marktes wird Selektivität wichtiger denn je.

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Während sich die Anleger auf ein weiteres potenzielles Rekordjahr vorbereiten, wird Selektivität im Sekundärmarkt unerlässlich sein, wobei Europa als Lichtblick hervorsticht. NurPhoto via Getty Images

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Der globale Sekundärmarkt für Private Equity erreichte 2025 ein Rekordtransaktionsvolumen von 226 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem bereits rekordverdächtigen Jahr 2024. Sekundärmärkte sind nicht mehr nur eine Randerscheinung von Private Markets – und während sich die Anleger auf ein weiteres potenzielles Rekordjahr vorbereiten, wird Selektivität unerlässlich sein, wobei Europa als Lichtblick hervorsticht.
Der Autor Edouard Boscher ist Leiter Private Equity bei Carmignac.
Der Rückgang bei den Börsengängen (IPOs), die den Investoren (Limited Partners, LPs) und Fondsmanagern (General Partners, GPs) einen Ausstieg aus privaten Kapitalinvestitionen ermöglichen, wird oft als einer der wichtigsten Treiber für das Wachstum des Sekundärmarkts genannt. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Gründen für die Reifung des Marktes. So haben sich etwa GP-geführte Transaktionen, bei denen Sponsoren bestehenden Investoren Liquidität bieten und zugleich ihr Engagement in Vermögenswerten beibehalten, zu einem festen Bestandteil des Marktes entwickelt.

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Gesunder Dealflow

Früher als Notfallliquiditätslösungen angesehen, erreichten GP-geführte Transaktionen im Jahr 2025 einen Wert von 106 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Sie werden nun zunehmend von Sponsoren genutzt, um leistungsstarke Vermögenswerte zu halten, Anreize umzustrukturieren und Kapitalstrukturen zu optimieren, wodurch ein stetiger Strom von Transaktionen sichergestellt wird. Selbst bei einer erwarteten Belebung der IPO-Aktivitäten im Jahr 2026 dürfte die Dynamik des Marktes also weiterhin anhalten. Angesichts der Tatsache, dass sich das Tempo der Aktivitäten der vergangenen Jahre fortsetzen dürfte, könnte man sich fragen, ob der Markt überhitzt ist.
Aber selbst mit einem erheblichen Volumen an Dry Powder für Sekundärinvestitionen bleibt der Dealflow sehr gesund, was zeigt, dass der Sektor strukturell immer noch unterkapitalisiert ist. Auch eine Auswertung der verfügbaren Preisdaten deutet nicht auf eine Überhitzung hin. In vielen Segmenten entsprechen die Preisniveaus nach wie vor weitgehend den historischen Durchschnittswerten, insbesondere bei LP-geführten Transaktionen.
Auch die Zeichnungsstandards und Due-Diligence-Prozesse bleiben diszipliniert, mit einer klaren Trennung zwischen hochwertigen und weniger hochwertigen Vermögenswerten. Angesichts der Fülle an Transaktionen müssen Anleger und Anlegerinnen einen sehr selektiven Ansatz verfolgen. Derzeit ergeben sich interessante Chancen im europäischen Sekundärmarkt. Der europäische Markt zeichnet sich durch niedrigere Einstiegsbewertungen, strukturelle Widerstandsfähigkeit, robuste Rahmenbedingungen bei der Corporate Governance und eine wachsende Pipeline hochwertiger Vermögenswerte aus.

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Die überwältigende Konzentration auf Technologie hat sich für die USA sowohl als Stärke als auch als Schwachstelle erwiesen. Im Hinblick auf Resilienz und Diversifizierung bietet Europa aufgrund seiner Fokussierung auf produktive Wirtschaftssektoren wie Fertigung, Gesundheitswesen, Infrastruktur und saubere Energie eine überzeugende Alternative.
Da selbst in den widerstandsfähigsten europäischen Ländern die öffentlichen Finanzen angespannt sind, wird privates Kapital eine wichtige Rolle bei der Unterstützung dieser Sektoren spielen, während die Regierungen nach mehr Autonomie, Reindustrialisierung und Dekarbonisierung streben. Allerdings wäre Selbstzufriedenheit fehl am Platz.
Europa bietet zwar eine Vielzahl an Möglichkeiten, doch deren Qualität und Renditepotenzial variieren. Angesichts der schieren Grösse und Komplexität dieses Marktes ist umfangreiches Fachwissen von entscheidender Bedeutung: Die Suche nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten muss durch solide Daten, fundierte Strukturierungskompetenz und regulatorisches Know-how unterstützt werden.
Trotz einer Reihe von Rekordjahren wird der Sekundärmarkt seine strukturelle Expansion fortsetzen, da er sich zu einem hoch entwickelten und integrierten Ökosystem herausgebildet hat, das es Verkäufern ermöglicht, ihr Engagement in Private Assets aktiv und dynamisch zu verwalten. Aus Sicht der Käufer sind die aktuellen Marktbedingungen besonders attraktiv. Trotz dem starken Wachstum des Sekundärmarktes übersteigt das Angebot weiterhin die Nachfrage, was zu erheblichen Preisnachlässen führt – insbesondere bei europäischen Transaktionen. Die Reifung des Sekundärmarktes führt keineswegs zu einer Erosion der Renditen, sondern stärkt vielmehr seine Relevanz, Effizienz und langfristige Attraktivität für beide Seiten des Handels.

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