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Blumig, fruchtig oder würzig

Nie mehr sprachlos beim Thema Wein

Was tun, wenn beim Weintalk die Worte fehlen? Ein paar einfache und alltagstaugliche Tricks helfen.

Eva Zwahlen

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Das wichtigste Instrument beim Degustieren ist die Nase. Wer bewusst riecht, kann auch etwas über den Wein erzählen. Shutterstock

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Wein degustieren ist keine Hexerei. Auch wenn manche Weinsnobs so selbstsicher mit Fachausdrücken, Insider-Wissen und Name-Dropping um sich werfen, dass selbst Eingeweihte verstummen. Doch das muss nicht sein. Die wichtigsten Werkzeuge zum Degustieren sind bereits alle in unserem Besitz. Das wichtigste von allen: die Nase.
Im Gaumen schmecken wir nämlich nur die Grundgeschmacksrichtungen süss, sauer, bitter, salzig und umami. Wer daran zweifelt, soll die Probe aufs Exempel machen: Vermengen Sie zwei, drei Löffel Zucker mit Zimt. Halten Sie sich die Nase zu und nehmen Sie einen kleinen Löffel dieser Mischung in den Mund. Was schmecken Sie? Genau: Süsse. Und sonst rein gar nichts. Erst jetzt lassen Sie die Nase los – und ja, jetzt explodiert das Zimtaroma buchstäblich. Die Nase – über den Rachenraum mit dem Gaumen verbunden – macht den Unterschied!

Das wichtigste Organ beim Verkosten

Und die Nase kann trainiert werden, jeden Tag, bei alltäglichen Verrichtungen, beim Kochen, Einkaufen, auf dem Markt, im Garten, beim Spazierengehen, beim Putzen… Schnüffeln Sie an allem, was Ihnen unter die Nase kommt. Abgesehen davon, dass Sie so auch gleich überprüfen können, ob Lebensmittel noch geniessbar sind oder nicht, trainieren Sie auf diese Weise Ihr phantastisches Riechorgan.

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Die Nase trainiert man Tag für Tag, etwa beim Kochen, beim Bummel über den Markt oder beim Einkaufen.
Die Nase trainiert man Tag für Tag, etwa beim Kochen, beim Bummel über den Markt oder beim Einkaufen.Shutterstock
Die Nase trainiert man Tag für Tag, etwa beim Kochen, beim Bummel über den Markt oder beim Einkaufen.
Die Nase trainiert man Tag für Tag, etwa beim Kochen, beim Bummel über den Markt oder beim Einkaufen.Shutterstock
Wer sensorischen Ehrgeiz besitzt, kann das sogenannte Aromenrad zu Hilfe nehmen. Entwickelt wurde es in den 1980er-Jahren an der Universität Davis in Kalifornien von Professorin Ann C. Noble. Sie unterschied zwölf Haupt-Aromakategorien, die ihrerseits weiter unterteilt werden können. Neben erwartbaren Kategorien wie fruchtig, blumig oder würzig finden sich auch andere wie erdig, holzig, nussig, scharf oder vegetabil (= pflanzlich). Das Aromenrad beschränkt sich strikt aufs Beschreiben der Geruchsnuancen, ohne sie zu bewerten.

Übung macht den Meister…

… und vor allem Spass! Und das ist schliesslich das Wichtigste beim Geniessen eines guten Weins. Wer das Glas also zum Mund führt, bevor er es geschwenkt (das löst die Aromen) und an ihm gerochen hat, der verpasst mehr als die Hälfte des Vergnügens. Es lohnt sich auch, im Laufe eines Abends immer wieder einmal am Wein zu schnuppern. Wie verändert sich sein Aroma, wird es intensiver und facettenreicher? Oder verblasst es zunehmend?
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Das Aromarad für ehrgeizige Sensoriker hilft bei der Bestimmung der zahlreichen Geruchsnuancen.zVg
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Das Aromarad für ehrgeizige Sensoriker hilft bei der Bestimmung der zahlreichen Geruchsnuancen.zVg
Und was tut sich im Gaumen? Sind Säure und Süsse ausbalanciert, wie präsentieren sich die Gerbstoffe, fein und elegant oder eher rau und kratzig? Wie lange klingt der Wein im Gaumen nach, nachdem Sie ihn geschluckt haben? Sie sehen: Es lässt sich sehr angeregt über Wein diskutieren und sogar streiten – für zumindest ein Gesprächsthema ist also mit Sicherheit gesorgt.

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