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Das Glas aller Dinge

20 Jahre Zalto

Der legendäre österreichische Weinpfarrer Hans Denk hat sie entwickelt, Josef Karner und Martin Hinterleitner brachten sie zur Serienreife.

Stefan Keller

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Vor zwanzig Jahren ging Josef Karner mit den Zalto-Gläsern an den Start. Stefan Keller

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Hans Denk, Weinliebhaber und Priester, starb vor sechs Jahren. Mit der Gläserserie DenkArt hat er sich ein Denkmal erschaffen. Der Seelsorger aus Niederösterreich war mit der Weinwelt per Du, kannte die besten Weinkeller der Region und pflegte Freundschaften mit Granden wie F.X. Pichler und Emmerich Knoll.
Denk hatte auch ein Faible für kosmische Angelegenheiten und entdeckte den Erdwinkel, die 24-Grad-Neigung der Erde zur Ekliptik, für seine Glaskreationen. «Du hast mehr Wein, die Neigung gibt mehr Aromen her» sagt Josef Karner im Gespräch mit der Bilanz.

Wie die Jungfrau zum Kind

Josef Karner war für Schlumberger in der Weinbranche unterwegs. Mit dem Glas erstmals in Kontakt kam er über den umtriebigen Gastronomen Toni Mörwald und war sogleich begeistert. Mörwald war es auch, den Karner auf eine mögliche Übernahme des Glasherstellers Zalto hinwies.
Karner fuhr ins Waldviertel und schon bald wurde man handelseinig. «Ich habe mich mit 52 Jahren selbstständig gemacht, in einem Alter, bei dem der gelernte Österreicher schon an die Pension denkt. Aber Martin Hinterleitner, den ich ins Boot holte, und ich sahen, dass es etwas ganz Besonderes ist, was wir da in die Hand bekommen hatten.»

Holperiger Start

Die ersten drei Jahre waren schwierig. «Die haben uns belogen, und wir verstanden nichts von der Sache. Es war praktisch nichts da. Das war schon ein harter Beginn, zum Glück waren wir zu zweit, da kann sich man stützen.» Die Gläser in der heutigen Feinheit habe es bei der Übernahme noch nicht gegeben, dies hätten sie erst mit der Glashütte Rona realisieren können, mit der sie auch heute noch zusammenarbeiten. Sie befindet sich in Lednické Rovne 150 Kilometer nordöstlich von Bratislava.

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Die Sternstunde

Bereits 2009 gelang Zalto der Durchbruch. In einer durch die Zeitschrift «Stern» organisierten Verkostung von Riesling-, Burgunder- und Bordeaux-Weinen in Gläser verschiedener Hersteller von Rang und Namen schnitt Zalto in allen drei Kategorien am besten ab. In der Jury der Blindverkostung sassen Fabrikanten und Sommeliers. «Das gab uns irrsinnigen Schub».
Doppeltes Glück hatten Josef Karner und Martin Hinterleitner mit der Verpflichtung Aldo Sohms, der Sommelier österreichischer Herkunft machte das Glas in den USA bekannt, Zaltos bedeutendstem Markt. 2016 präsentierte «The Wall Street Journal» die Zalto Gläser als eines von sechs Produkten, die als «perfect things» gelten.

Erfolg ruft Neider

Zaltos Erfolg hatte Folgen. So brachte Marktführer Riedel über seine Firma Spiegelau die der DenkArt-Gläser zum verwechseln ähnliche eigene Serie «Definition» auf den Markt und wurde dafür 2024 mit dem «Plagiarius»-Preis ausgezeichnet, «eine Ehrung, die meist chinesischen Firmen zuteil wird» flachst Karner.
Die Gläser werden im Gegensatz zu den Originalen nicht mundgeblasen, sind jedoch ähnlich fein und entsprechend günstiger im Handel. Zalto reichte an einem Hamburger Handelsgericht Klage ein und hat in erster Instanz Recht erhalten. Spiegelau stoppte den Verkauf in Deutschland und zog den Entscheid weiter. Une affaire a suivre.

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Zalto ebenfalls ins Gehege kommt die Josephinenhütte von Kurt Josef Zalto. Seine Gläser spielen ebenfalls mit Leichtigkeit und Universalität. Bis 2009 war Zalto im Stammhaus tätig, dann schied er aus.
«Das Einzige, was wir in den letzten 20 Jahren neu umgesetzt haben, ist das Glas Balance für Naturwein. Sie sehen, wir sind ja sehr innovationsfreudig», grinst Josef Karner. Und was kommt als nächstes? «Osterhasen ... Nein, im Ernst, wir tüfteln an einem Whiskyglas.»
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