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Wine Paris

Welche Schweizer Winzer im Ausland Erfolge feiern

Grossaufmarsch der Schweizer an der «Wine Paris». Sie setzen auf Absatz- und Preissteigerung durch Präsenz im internationalen Weinmarkt.

Stefan Keller

Wine Paris
An der Wine Paris trifft sich die ganze Weinwelt. zVg

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Das war «Wine Paris 2026»6000 Aussteller aus 60 Ländern und rund 60'000 Fachbesucher. 2019 erstmals ausgerichtet, entwickelt sich die Weinmesse zur weltweit attraktivsten. Dies haben auch die Verantwortlichen der SWP (Swiss Wine Promotion) realisiert, 26 Mitglieder reisten im Februar nach Paris und stellten sich und ihre Weine im Messezentrum Porte de Versailles vor, eine Rekordzahl.

Beginn bei null

Was die Weinbaufläche betrifft, ist die Schweiz ein Winzling, knapp 15'000 Hektaren stehen im Ertrag, ähnlich viel wie in Tschechien. Der Schweizer Export betrug 2024 – gemessen an der durchschnittlichen Produktion – 1,2 Prozent, allerdings sind damit Wiederausfuhren ausländischer Weine einberechnet, deren Anteil ist nicht unbedeutend.
Seit Jahrzehnten versuchen Schweizer Weinproduzenten im Ausland Fuss zu fassen, alles in allem erfolglos. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen: Keine EU-Mitgliedschaft, also entsprechend hohe zolltechnische Hürden, grosse Nachfrage im Inlandmarkt, Preise, die im Ausland als teuer wahrgenommen werden, oft ausgesprochen limitierte Mengen, fehlendes Image ...

Einzelne sind erfolgreich

Einige Betriebe haben Nischen gefunden. Solitär ist das Weingut Gantenbein in Fläsch, es exportiert 40 Prozent seiner Produktion, das sind rund 12'000 Flaschen. Der Weg zum Erfolg führte über renommierte ausländische Winzer, die über eine globale Vertriebsstruktur verfügen und Daniel und Martha Gantenbeins Weine gewissermassen ins Schlepptau nahmen. So können sich die beiden die Reise nach Paris ersparen.

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Der Walliser Jean-René Germanier setzt auch auf den Export.
zVg
Der Walliser Jean-René Germanier setzt auch auf den Export.
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Überdurchschnittlich gut arbeitet auch die Domaine Jean-René Germanier in Vétroz. Dabei hilft, dass sie ihre Weine regelmässig von Robert Parker (The Wine Advocat) beziehungsweise von Stephan Reinhardt verkosten lassen und dabei erfreuliche Bewertungen erhalten. Von ihrem Flaggschiff Cayas, ein Syrah, werden mittlerweile jährlich mehrere Zehntausend Flaschen abgefüllt, der Konsumentenpreis in der Schweiz liegt bei 50 Franken.

Spezialitäten sind gefragt

Gut, wenn auch nach wie vor im kleinen Geschäft, steht die Walliser Domaine Cornulus da. Stéphane Reynard und Dany Varone sind – wie Germanier – schon seit vielen Jahren an ausländischen Messen präsent und verfügen über eine breite Palette von Spezialitäten, die sie nicht nur in homöopathischen Mengen herstellen. Weisswein aus Petite-Arvine-Trauben etwa stossen bei Messebesuchern auf besonderes Interesse.
Denis Meier (l.) und Dany Varone präsentieren sich in Paris.
zVg
Denis Meier (l.) und Dany Varone präsentieren sich in Paris.
zVg

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Bemerkenswert auch der Export der Neuenburger Domaine des Landions aus Cortaillod. Denis Meier und Sohn Morgan setzen erfolgreich auf Pinot noir. 15 Prozent ihrer Produktion findet mittlerweile Abnehmer im Ausland, ein Schwerpunkt liegt im asiatischen Raum, das sind schätzungsweise 20'000 Flaschen.
Warum engagieren sich Weinbaubetriebe, die mit ihren besten Weinen im Inland die Nachfrage nicht decken können, im in jeder Beziehung aufwendigen Exportgeschäft? Die Antwort der Pariser Delegation ist eindeutig: Wer beweisen kann, dass er auch im Ausland Erfolg hat, geniesst im Schweizer Markt einen Benefit – besserer Absatz zu höheren Preisen.

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