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Generationenwechsel bei den Österreichischen Traditionsweingütern

Auf Moosbrugger folgt Malat: Österreichs Spitzenweingüter unter neuer Führung

Unter Michael Moosbrugger, Betriebsleiter von Schloss Gobelsburg, positionierte sich die Vereinigung der Österreichischen Traditionsweingüter ÖTW als Trendsetter. Nun tritt er zurück.

Stefan Keller

Michael Moosbrugger (links) übergibt 2027 den Vorsitz der Vereinigung Österreichischer Tradtionsweingüter ÖTW an Michael Malat.
Michael Moosbrugger (links) übergibt 2027 den Vorsitz der Vereinigung Österreichischer Tradtionsweingüter ÖTW an Michael Malat.zVg

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Internationales Auftreten und Lagenklassifizierungen sind die Steckenpferde Michael Moosbruggers. Seit 1996 ist der Hoteliersohn aus Lech am Arlberg Betriebsleiter von Schloss Gobelsburg. Sein Patron ist Johannes Maria Szypulski, Abt von Stift Zwettl. Seit 850 Jahren sind die Zisterzienser Besitzer des Schlosses, ursprünglich eine wehrhafte Befestigung.
Rasch hat Michael Moosbrugger bemerkt, dass auf dem Inlandmarkt der Auftritt als Schlossbetrieb kein Vorteil ist; gerne kauft man hier beim Winzer ein, und so werden heute zwei Drittel der Produktion im Ausland abgesetzt – das ist für Österreich ganz und gar unüblich, doch für Moosbrugger wegweisend. Eine internationale Positionierung ist für Weingüter der Kaliber, welche die Vereinigung Österreichischer Traditionsweingüter ausmachen, von zentraler Bedeutung.

Herkuslesarbeit Lagenklassifizierung

Ein weiteres Langzeitprojekt, von Michael Moosbrugger mit Verve vorangetrieben, ist die Klassifizierung der Rieden. Sie stand bereits 1992, im Gründungsjahr der Vereinigung, im Zentrum der künftigen, gemeinsamen Aktivität.
2010 wurde ein Zertifizierungsprozess eingeleitet. Richtschnur für bedeutende Lagen ist, «dass sie sich nicht nur durch die geografische Beschaffenheit des Weinbergs und die Güte der dort heranwachsenden Weine auszeichnet, sondern auch durch die Geschichte und durch die gemeinschaftliche Bewirtschaftung über die Jahrhunderte. Es ist eine Symbiose all dieser Faktoren, aus denen die Bedeutung einer Lage erwächst.»

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Es werden immer mehr

Die Vereinigung der Österreichischen Traditionsweingüter zählt zurzeit 91 Betriebe aus acht Weinbaugebieten, gemeinsam bewirtschaften sie 3600 Hektaren, also rund 8 Prozent der österreichischen Weinbaufläche. 145 Rieden tragen unterdessen die Bezeichnung ÖTW Erste Lagen.
Die über 30-jährige Vorarbeit bildet die Grundlage für das 2023 in die Wege geleitete Gesetz, wonach österreichweit Lagen beziehungsweise Rieden künftig klassifiziert werden können, die besten als Erste Lagen und Grosse Lagen.
Anfang 2027 zieht sich Michael Moosbrugger in die zweite Reihe zurück, und Michael Malat übernimmt. Der neue Obmann ist mit der Sache vertraut, sein Vater Gerald Malat zählte zu den Gründungsmitgliedern der ÖTW und war später Obmann. Michael Malat ist seit 20 Jahren Mitglied des Vorstands.

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