Francisco Javier de Olazabal, den alle nur Vito nannten, starb 2025. Er war der Doyen der Douro-Winzer. Seine Familie ist baskischer Herkunft und verband sich schon vor Generationen mit den portugiesischen Ferreiras.
Als Nachfolger seines Vaters war Vito lange Jahre Generaldirektor von Ferreira, einem der berühmtesten Portweinhäuser. Nach dem Verkauf des Unternehmens an die Sogrape-Gruppe gründete er zusammen mit Sohn Francisco, den alle nur «Xito» nennen, und Tochter Luisa die Quinta do Vale Meão.
400 Jahre auf eine Karte gesetzt
Vito Olazabal hatte den ganzen Umbruch am Douro hautnah miterlebt. 400 Jahre lang wurde hier nur ein Weintyp gekeltert: Port.
Als er vor über 50 Jahren ins Weingeschäft einstieg, gab es kaum etwas anderes. Eine Ausnahme bildete der «Barca Velha», ein trocken ausgebauter Douro, konzipiert von Fernando Nicolau de Almeida. Obwohl der Wein rasch gute Kritiken erhielt, blieb Barca Velha lange Zeit ein Solitär. Er wird zu einem Flaschenpreis von mehreren hundert Euro gehandelt.
Erst Anfang der 1990er-Jahre kamen im grösseren Stil typähnliche Weine auf den Markt. Ein stark wachsender Tourismus, auch aufgrund der Aufnahme des Dourogebiets in das UNESCO-Weltkulturerbe, sowie eine neue Generation von Önologen begünstigen die Verschiebung hin zu trockenen Weiss- und Rotweinen.
Neues Leben in alter Weinlandschaft
Einer der Antreiber ist Paul Symington. Er vertritt das gleichnamige Portweinhaus, das vermehrt auch mit Weiss- und Rotweinen auf sich aufmerksam macht, allem voran mit dem Gemeinschaftsprojekt Chryseia, für das die Symingtons mit dem Bordelaiser Bruno Prats zusammengespannt haben.
Paul Symington rief 2004 mit Cristiano van Zeller (Quinta do Vale D. Maria) und Dirk Niepoort (Niepoort) die Gruppe «The New Douro» ins Leben. Bei den trocken ausgebauten Weinen konstatiert er in den letzten Jahren ein unglaubliches Wachstum, wie es weltweit nur noch beim Prosecco feststellbar sei.
Stimmungswandel unter Konkurrenten
Der Erfolg habe zu einem Stimmungswandel in der gesamten Region geführt. Die neuen Weine veränderten das Klima unter den Produzenten, weg von Rivalität, hin zu Kooperation. Und immer mehr Produzenten würden nun auch ihre Quintas bewohnen, um näher an den Rebbergen und Kellern zu sein.
Oft geht das einher mit neuen touristischen Angeboten. So bietet beispielsweise die Quinta do Vallado in Peso da Régua und in Vila Nova de Foz Côa zwei erstklassige Unterkünfte an, die allein ihrer architektonischen Gestaltung wegen eine Reise lohnen.