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Klimawandel im Rebberg

Der Weinanbau wird sich zukünftig ändern

Reben mögen Wärme und Sonne. Doch extreme Hitzewellen und Trockenheit machen den Pflanzen immer öfters zu schaffen. Das hat Konsequenzen.

Ursula Greiner

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Es kommt auf die Sorte und aufs Alter an: Diese knorrigen Reben in Südfrankreich wurzeln tief und sind genügsam. Sorten wie Grenache kommen gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Shutterstock

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La Canicule überall. Das französische Wort für extreme Hitzetage beherrscht die Fachmedien. Und ja, es ist schlimm. Auch weil Hitze und Trockenheit Waldbrände begünstigen. Winzer aus Südfrankreich posten in den Sozialen Medien Bilder von verbrannten Rebbergen.
«Von 1976 bis 2026» – Pflanzjahr und Todesjahr – steht unter den tristen Schwarz-Weiss-Aufnahmen. Es bricht einem das Herz. Und es gibt zu denken, weil solche Extremereignisse keine Ausnahmen mehr sind, sondern das neue Normal.

Es trifft nicht mehr nur den «Weinsüden»

Neuerdings beschränken sich die Hiobsbotschaften nicht mehr nur auf Regionen im Süden. In der zweiten Juliwoche brannte es im Burgund. Zwar blieben in Volnay und in Nuits-Saint-Georges die Rebflächen vom Feuer verschont, doch die Winzer in Volnay befürchten wegen des Qualms geschmackliche Beeinträchtigungen der Traubenaromatik und damit des Weins.
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Ein, zwei Tage über 35 Grad können Reben überstehen. Dauert die Hitze länger, schaltet die Pflanze in den Wassersparmodus. Blätter werden dürr, Beeren trocknen ein.
Ein, zwei Tage über 35 Grad können Reben überstehen. Dauert die Hitze länger, schaltet die Pflanze in den Wassersparmodus. Blätter werden dürr, Beeren trocknen ein.Shutterstock
Ein, zwei Tage über 35 Grad können Reben überstehen. Dauert die Hitze länger, schaltet die Pflanze in den Wassersparmodus. Blätter werden dürr, Beeren trocknen ein.
Ein, zwei Tage über 35 Grad können Reben überstehen. Dauert die Hitze länger, schaltet die Pflanze in den Wassersparmodus. Blätter werden dürr, Beeren trocknen ein.Shutterstock
An der Loire verdursten Reben. Es trifft hauptsächlich Junganlagen, die noch nicht tief genug wurzeln, als dass sie die wasserführenden Bodenschichten erreichen könnten. Der wirtschaftliche Schaden ist gross.
Es geht nicht nur um den Verlust der Ernte. Eine Junganlage kostet im mittleren fünfstelligen Bereich pro Hektar und Rebberge werden über ein Vierteljahrhundert lang abgeschrieben. Junge Reben vertrocknen. Alte Rebbestände, die resilient gegen Dürre und Hitze sind, werden ein Raub der Flammen.

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Weingeographie wird sich ändern

Unter Mitwirkung von Forschenden der Universität Genf wurde eine Studie auf der Plattform «Agricultural and Forest Meteorology» veröffentlicht, die zeigt, wie stark sich die Weingeographie wegen des Klimawandels bis Ende des 21. Jahrhunderts verändern könnte. Gearbeitet wurde mit Klimaanalogien.
Demnach würde die Champagne klimatechnisch Richtung Bordeaux rutschen, wo die Voraussetzungen für die Produktion von Schaumweinen aus den Pinot-Sorten und Chardonnay aber nicht gegeben sind.
Die Winzer des Norden des im Norden Baden-Württembergs gelegenen Weindorfs Oberderdingen hätte Bedingungen wie im Südwesten Frankreichs und könnten erfolgreich Merlot und Cabernet-Sorten anbauen.
Das am Atlantik gelegene Bordelaise müsste sich an das mediterrane Klima in Dalmatien (Kroatien) anpassen und die südspanischen Weinregion Ribera del Guadiana an jenes von Marokko und Syrien.
In der spanischen Region Extremadura könnten wegen des Klimawandels bis Ende des 21. Jahrhunderts Bedingungen wie in Marokko oder Syrien herrschen.
In der spanischen Region Extremadura könnten wegen des Klimawandels bis Ende des 21. Jahrhunderts Bedingungen wie in Marokko oder Syrien herrschen.Shutterstock
In der spanischen Region Extremadura könnten wegen des Klimawandels bis Ende des 21. Jahrhunderts Bedingungen wie in Marokko oder Syrien herrschen.
In der spanischen Region Extremadura könnten wegen des Klimawandels bis Ende des 21. Jahrhunderts Bedingungen wie in Marokko oder Syrien herrschen.Shutterstock

Norden, Höhenmeter, andere und neue Sorten

Anpassungen erfolgen bereits: Die spätreifende Sorte Chardonnay Rosé ist in der Champagne zugelassen. Sie garantiert gute Säurewerte, färbt die Weine jedoch nicht rosafarben. In warmen Regionen wie Südtirol – der Talkessel von Bozen erreicht im Frühsommer oft rekordhohe Temperaturen – werden immer mehr Rebberge in einer Höhe um die 1'000 Meter über Meer angelegt, was früher undenkbar war.

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Weinbau in Nordfriesland, Dänemark und Schweden ist dank robusten, frühreifen Sorten möglich und in Bordeaux ist seit ein paar Jahren unter anderen die berühmte portugiesische Sorte Touriga Nacional zugelassen. Die verträgt Hitze perfekt und ist weniger anfällig auf Pilzerkrankungen.
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