Ein Jahr nach dem US-Weine wegen der Zölle aus den Regalen kanadischer Wein-und-Spirituosen Läden verbannt wurden, konstatierte das «Wine Institute» den schwersten Exporteinbruch innerhalb eines Jahres in der Geschichte des US-Weinhandels.2024 gingen 36 Prozent aller US-Weinexporte nach Kanada, 2025 waren es nur noch 12 Prozent. Der Wert belief sich auf umgerechnet 362 Millionen Franken, 2025 waren es nur noch 81 Millionen. Die Zahlen stammen aus den offiziellen US-Warenhandelsstatistiken des US Census Bureaus.
Regulierter kanadischer Markt
Dazu muss man wissen: Der kanadische Weinmarkt ist stark reguliert und dezentralisiert. Staatliche Alkohol-Monopole, die Liquor Boards, steuern Sortimentsgestaltung, Import, Preise sowie die auf Alkohol erhobenen Steuern. Wenn also in bevölkerungsreichen Provinzen wie Ontario und Quebec alkoholische Getränke «Made in the USA» aus dem Markt entfernt werden und in British Columbia Produkte aus den roten, republikanisch dominierten Staaten nicht mehr in die Regale kommen, kann das nicht gut gehen. Gelackmeiert sind beide
95 Prozent der US-Weinproduzenten sind kleine und mittlere Familienbetriebe. Die sitzen jetzt nach Schätzung des «Wine Institute» auf über einer Million Kisten à zwölf Flaschen Wein, die speziell für den kanadischen Markt etikettiert wurden und damit weder für den Binnenmarkt noch für andere Exportländer kompatibel sind — es sei denn, man kann sich ein teures Umetikettieren leisten. Doch nicht nur die Wein-Produzenten in den 50 Gliedstaaten sind die Gelackmeierten. Seit der Gründung der Liquor Boards werden jedes Jahr Milliarden von Steuern aus den Alkoholverkäufen generiert. In British Columbia rechnet die Alkoholbehörde für das Haushaltsjahr 2025/2026 mit einem Fehlbetrag von umgerechnet 44,4 Millionen Franken.