Ich mag Gerichte aus einem Topf, weil es für sie kein Rezept braucht. Aus Zwiebeln, Gemüse (was der Kühlschrank hergibt), Tomatenmark, Hörnli-Teigwaren, einen Gutsch aus der Weinflasche vom Vorabend, Brühe sowie einen grossen Löffel Créme de Gruyère für den Zusammenhalt entsteht im Nu ein Mittagessen.
Bei Risotto ist das anders. Das One-Pot-Sonntagsessen braucht mehr Aufmerksamkeit. Vom Auslassen der Markknochen für ein Risotto Milanese, über die Auswahl des Carnaroli-Reis aus dem piemontesischen Vercelli oder dem Tessin, der selbstgemachten Hühnerbrühe, bis hin zum besten Parmigiano vom Markt. Und natürlich der Wein zum Kochen!
Prosecco für Risotto und Köchin
Hier bietet sich Prosecco als Partner an. Denn was nicht in den Topf wandert, erfrischt die Köchin, die das Risotto mit Rührlöffel und der dosierten Zugabe von Brühe pflegt.
Welche Weine dann bei Tisch getrunken werden, hängt von den weiteren Zutaten ab. Kommen frische, kurz in der Pfanne gebratene Steinpilze dazu, schmeckt ein nicht zu schwerer Chardonnay aus dem Burgund, der nur kurz im Barrique war.
Reifer Pinot gris, zum Beispiel aus dem Elsass, passt perfekt zum Safran im Risotto Milanese. Wird mit getrockneten Tomaten und mediterranen Kräutern wie Oregano und Thymian verfeinert, schmeckt der (leider) etwas in Vergessenheit geratene Soave aus dem Veneto oder Vermentino vom Mittelmeer.
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Reife Schaumweine zu Trüffelrisotto
Nobel wird es, wenn über ein schlichtes Risotto weisser Trüffel gehobelt wird. Rotweine sind in diesem Fall heikel, denn ihr Tannin dominiert Textur und Aromen des Edelpilzes zu stark.
Hier lohnen sich reife Jahrgangschampagner oder Franciacorta-Cuvées. Die feinen Bläschen bringen Frische und die Aromen von Brioche und Mandeln harmonieren zu den Trüffeln.
Schwarze Sommertrüffel, die es auch eingelegt zu kaufen gibt, vertragen hingegen Barbera oder reifen Vino Nobile di Montepulciano.
Trevisiano hat jetzt Saison und ist die ideale Zutat für ein rustikales Herbstrisotto.Shutterstock
Trevisiano hat jetzt Saison und ist die ideale Zutat für ein rustikales Herbstrisotto.Shutterstock
Jetzt ist Trevisano-Zeit
Radicchio Rosso di Treviso heisst das Gemüse korrekt, das nicht nur für Salatschüsseln gemacht ist. Der violette Teil der Blätter wird kleingeschnitten, mit feingehackten Schalotten und Knoblauch gedünstet zur Basis für ein Risotto, das mit Rotwein zubereitet wird. Dazu schmeckt ein leichter Vernatsch oder ein kräftiger Lagrein aus Südtirol.
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