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Marktregulierung

Was jetzt in der Champagne passiert

Am 15. August fällt der Startschuss für die Traubenlese in der Champagne. Die vermarktbare Höchstmenge pro Hektar wird vom Branchenverband festgelegt. Doch was passiert mit den Überschüssen?

Ursula Geiger

Die Champagner Produktion ist reguliert und richtet sich nach dem Markt.
Die Champagner Produktion ist reguliert und richtet sich nach dem Markt.Getty Images

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Wann startet die Traubenlese und wieviel darf geerntet werden? Das bestimmt jedes Jahr das CIVC (Comité Interprofessionnel du vin de Champagne). Der halbstaatliche Verband wurde 1941 gegründet. Die Organisation hat viele Aufgaben: Markenschutz, Forschung und Entwicklung, Kommunikation sowie Regulierung und Überwachung der gesamten Produktion.
Letztere reicht vom Pflanzen der Weinberge, über Regeln für Flaschen und deren Ausstattung bis hin zum Vertrieb des fertigen Produkts. Die engen Vorgaben haben mit dazu beigetragen, Champagner zum prestigeträchtigsten Schaumwein der Welt zu machen.

Strategische Ertragsregulierung

Im Sommer, wenn absehbar ist, wie viele Trauben in den Rebzeilen hängen und welche Marktschwankungen das laufende Geschäftsjahr prägen, gibt das CIVC Erntestart und Erntemenge bekannt.
Erntehelfer nahe Épernay: Trauben für Champagner dürfen nur von Hand gelesen werden.
Erntehelfer nahe Épernay: Trauben für Champagner dürfen nur von Hand gelesen werden.Getty Images
Erntehelfer nahe Épernay: Trauben für Champagner dürfen nur von Hand gelesen werden.
Erntehelfer nahe Épernay: Trauben für Champagner dürfen nur von Hand gelesen werden.Getty Images
Die Regulierung ermöglicht es, Lagerbestände abzubauen. Eine Strategie, die der Verband im vergangenen Jahr beschloss und daran festhält, auch wenn im ersten Halbjahr 2026 107,1 Millionen Flaschen abgesetzt wurden, was 1,2 Prozent mehr sind als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2025 wurden 266 Millionen Flaschen Champagner verkauft, im Rekordjahr 2022 waren es 326 Millionen Flaschen.
Dieses Jahr liegt die vermarktbare Hektarhöchstmenge bei 8'800 Kilogramm. Das heisst, alles was darüber liegt darf nicht als Grundwein oder Trauben verkauft werden. Das CIVC senkte diese Obergrenze bereits zum vierten Mal in Folge. Letztes Jahr durften 9'000 Kilogramm geerntet werden, 2024 waren des 10'000 und 2023 11'400 Kilogramm.

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Was passiert mit überschüssigen Trauben?

In der Regel liegen Erträge aber über der Höchstmenge. Diese Überschüsse werden zu Reserveweinen gekeltert. Die lagern in Tanks, Holzfässern, manchmal auch in Barriques bis sie für die Produktion von Champagner eingesetzt werden.
Champagnerflaschen «sur latte» in den Kellergewölben von Moët & Chandon.
Champagnerflaschen «sur latte» in den Kellergewölben von Moët & Chandon.Getty Images
Champagnerflaschen «sur latte» in den Kellergewölben von Moët & Chandon.
Champagnerflaschen «sur latte» in den Kellergewölben von Moët & Chandon.Getty Images
Reserveweine sind keine Notlösung. Im Gegenteil: Früher dienten sie als Vorrat in schlechten Jahren, damit auch weiterhin Champagner geliefert werden konnte und keine Marktanteile verloren gingen.

Reserveweine sind viel mehr als ein Notnagel

Zudem sichern sie den unverkennbaren Stil eines Champagnerhauses, weil mit ihnen sensorische Unebenheiten in der Cuvée ausgeglichen werden. Oft werden Reserveweine nach längerer Reifezeit auch für Prestige-Cuvées verwendet.
Die Einkellerung von Reserveweinen regeln die Produzenten individuell, doch darf die Reserve 10'000 Kilo pro Hektar und Jahr nicht übersteigen.

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