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Wümmet, Lese, Vendange, Vendemmia

Der Höhepunkt des Weinjahres

Bei der Weinlese zeigt sich, wie gut der diesjährige Wein werden wird. Ohne fremde Helfer geht gar nichts. Ein Blick hinter die Kulissen.

Eva Zwahlen

Der Lohn von monatelanger sorgfältiger Arbeit: gesunde, voll ausgereifte Trauben bei der Ernte.
Der Lohn von monatelanger sorgfältiger Arbeit: gesunde, voll ausgereifte Trauben bei der Ernte.Shutterstock

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Es ist gar nicht so einfach, jetzt, während der Weinlese, durch die engen Dörfer des Lavaux zu kurven. Der Verkehr stockt, Traktoren und kleine Transporter versperren den Weg, am Strassenrand stehen Mulden, gefüllt mit Stielen und Kämmen der abgebeerten Trauben. Ohrenbetäubendes Knattern lässt einen nach oben schauen: ein Hubschrauber fliegt tief über die Dächer, eine Stande voller reifer Trauben aus den steilen Lavaux-Hängen abtransportierend.
Weinlese auf dem Clos des Abbayes, das der Stadt Lausanne gehört. Was für eine Aussicht!
Weinlese auf dem Clos des Abbayes, das der Stadt Lausanne gehört. Was für eine Aussicht!Eva Zwahlen
Weinlese auf dem Clos des Abbayes, das der Stadt Lausanne gehört. Was für eine Aussicht!
Weinlese auf dem Clos des Abbayes, das der Stadt Lausanne gehört. Was für eine Aussicht!Eva Zwahlen
Auf dem Clos des Abbayes, einem der Güter der Ville de Lausanne herrscht – wie überall rundherum – emsiges Treiben. Ein Trupp Erntehelfer, bewehrt mit Handschuhen und Rebscheren, arbeitet so schnell, dass einem Hören und Sehen vergeht. Die Frauen schneiden die goldgelben Chasselas-Trauben ab und füllen Erntekistchen um Erntekistchen. Die Männer schleppen die vollen Kisten ans Ende der Rebzeilen. In einer Staubwolke braust die «cheffe de culture» auf einem gefährlich aussehenden Raupenfahrzeug heran. Die Kistchen werden auf die Ladefläche gewuchtet – und schon fährt «la cheffe» wieder davon, Richtung Keller.

Freunde oder Erntehelfer aus dem Ausland

Wer sind diese Frauen und Männer, die die Trauben ernten? Auf kleineren Gütern handelt es sich oft um Verwandte und Freunde, die den Höhepunkt des Weinjahres nicht verpassen wollen. Es ist eine schweisstreibende Knochenarbeit, aber auch ein fröhliches Fest. Zumindest nach einem sonnigen, trockenen Sommer, wenn die Trauben gesund sind und nichts gesöndert werden muss.

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Weinlese in den Steillagen des Lavaux? Knochenarbeit!
Weinlese in den Steillagen des Lavaux? Knochenarbeit!Eva Zwahlen
Weinlese in den Steillagen des Lavaux? Knochenarbeit!
Weinlese in den Steillagen des Lavaux? Knochenarbeit!Eva Zwahlen
Die Ernteequipe der Stadt Lausanne stammt nicht aus der Schweiz, die Frauen kommen aus Moldawien, die Männer aus Mazedonien. Die meisten von ihnen sind zum x-ten Mal dabei. Auch wenn der Lohn bei nur knapp 20 Franken pro Stunde liegt, lohnt sich für sie die Anreise. Wenn sich alle am langen Tisch auf der Terrasse vor dem altehrwürdigen Clos des Abbayes versammeln, um ein Glas Chasselas zu trinken, Brot und Käse zum Znüni zu essen, hört man Russisch, Französisch, Englisch in wildem Durcheinander. Die Stimmung ist entspannt.

Liebe geht durch den Magen

Wer so hart arbeitet, muss gut essen. Dafür wird auf allen Gütern gesorgt. Teilweise liefern Restaurants oder Caterer die Verpflegung, teilweise kochen die Winzerfamilien selber für ihre Erntehelfer, so etwa bei Blaise Duboux in Epesses. Seine Partnerin Marie-Jo Valente, Eventmanagerin, Marketing- und PR-Fachfrau, nimmt immer Ferien während der Weinlese, denn dann steht sie in der Küche. Und zwar den ganzen Tag, sorgt sie doch von morgens bis abends für das leibliche Wohl aller Mitarbeitenden.
Znünipause auf dem berühmten Clos des Abbayes: Die Erntehelferinnen kommen aus Moldawien, die Erntehelfer aus Mazedonien.
Znünipause auf dem berühmten Clos des Abbayes: Die Erntehelferinnen kommen aus Moldawien, die Erntehelfer aus Mazedonien.Eva Zwahlen
Znünipause auf dem berühmten Clos des Abbayes: Die Erntehelferinnen kommen aus Moldawien, die Erntehelfer aus Mazedonien.
Znünipause auf dem berühmten Clos des Abbayes: Die Erntehelferinnen kommen aus Moldawien, die Erntehelfer aus Mazedonien.Eva Zwahlen
Znüni und Zvieri werden in die Reben geliefert, Frühstück, Mittag- und Abendessen auf dem Gut serviert. Es sind köstliche, nahrhafte Menüs, mit Vorspeise und Desserts. Bei den Duboux’ kommen die meisten Helferinnen aus Frankreich, darunter echte Lebenskünstler, welche die familiäre Atmosphäre auf kleineren Schweizer Weingütern schätzen. Nach getaner Arbeit sind zwar alle müde, aber es wird viel gelacht und diskutiert, bisweilen sogar Musik gemacht und gesungen.

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Nur die Kellerequipe, angeführt vom Herrn des Hauses, steht nach dem Abendessen auf und macht sich wieder an die Arbeit. Denn jetzt müssen die gelesenen Trauben verarbeitet, gepresst und vergoren werden…
Traubenannahme auf dem Clos des Abbayes: Die Trauben werden per Förderband in die Abbeermaschine transportiert.
Traubenannahme auf dem Clos des Abbayes: Die Trauben werden per Förderband in die Abbeermaschine transportiert.Eva Zwahlen
Traubenannahme auf dem Clos des Abbayes: Die Trauben werden per Förderband in die Abbeermaschine transportiert.
Traubenannahme auf dem Clos des Abbayes: Die Trauben werden per Förderband in die Abbeermaschine transportiert.Eva Zwahlen

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