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Schweizer Winzer müssen's selber richten

Noch keine neuen Spielregeln beim Weinimport

Der Vorschlag, kontingentierter Wein abhängig von der Kauf- und Keltermenge von Schweizer Trauben zu verteilen, fand in der Vernehmlassung keine Mehrheit. Zufrieden ist nur der Weinhandel.

Stefan Keller

Kein Grenzschutz in Sicht: Die Schweizer Winzer müssen's selber richten.
Kein Grenzschutz in Sicht: Die Schweizer Winzer müssen's selber richten.Getty Images/Westend61

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Wenige Tage vor seiner Rücktrittserklärung hat Bundespräsident Guy Parmelin der Weinbranche und den Kantonen vorgestellt, wie der Schweizer Weinbau unterstützt werden soll.
Die Strategie basiert auf drei Stossrichtungen: Anpassung der Rebflächen an die Nachfrage, Stärkung von Absatzförderung und Exporten sowie Anpassung der Einfuhrregelungen.

Vieles bleibt in der Schwebe

Die Beiträge für freiwillige Rodungen von Rebflächen sollen verlängert werden. Exporte von Schweizer Weinen sollen von zusätzlichen Mitteln im Rahmen künftiger Handelsabkommen profitieren.
Schliesslich soll dem Bundesrat mit dem landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2027 beantragt werden, das WTO-Zollkontingent für Wein zu versteigern. Die Vernehmlassung dazu ist für Januar 2027 vorgesehen.
Zur Inlandleistung hielt Parmelin fest, sie sei in der Branche äusserst umstritten, finde im Parlament keine Mehrheit und wäre langfristig nicht tragfähig.

Die Sieger und die Verlierer

Parmelins Vorschläge kommen bei den Weinbauverbänden schlecht an. Der Weinhandel hingegen ist erleichtert, dass die Inlandleistung vom Tisch ist.
VignobleSuisse, der Branchenverband Schweizer Reben und Weine (BSRW) und der Schweizer Bauernverband «nehmen mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass das Projekt einer Inlandpräferenz bei Importen nicht weiterverfolgt werde».

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Die angekündigte Stossrichtung sei nur ein Tropfen auf den heissen Stein, sie werde das bestehende Ungleichgewicht im Schweizer Weinbau nicht beheben können.
Am schärfsten reagierten die Selbsteinkellernden Weinbauern (SVSW): «Guy Parmelin hat die Winzer hinters Licht geführt!» Laut «BauernZeitung» werfen sie ihm vor, dem Handel mehr Gewicht zu geben als den Winzerfamilien.

Neuer Anlauf mit Versteigerung

Der jetzige Vorschlag sei «unsinnig», findet der Walliser Philipp Matthias Bregy, Mitte-Präsident und Präsident des Branchenverbands Schweizer Reben und Weine. Denn das Kontingent für Weinimporte zu einem günstigen Zollsatz wird heute bei Weitem nicht ausgeschöpft. Die Versteigerung des Kontingents werde darum nicht viel Ertrag bringen, sagt Bregy.
Und auch der Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft, Jean-Marc Chappuis, räumt ein: «Man darf nicht zu viel von dieser Versteigerung erwarten. Sie wird das Grundproblem der Weinwirtschaft nicht lösen. Dieses liegt in den stark veränderten Konsumgewohnheiten der letzten Jahre.»

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