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Aufsteiger und Absteiger

Die Rebsorten-Rallye

Cabernet Sauvignon, Merlot und Tempranillo dominieren die Weinwirtschaft. Dies zeigt die jüngste Erhebung der University of Adelaide.

Stefan Keller

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Cabernet Sauvignon ist die weltweit die meistangebaute Rebsorte. Sieben Prozent der weltweiten Anbauflächen sind damit bestockt. Getty Images

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Alle paar Jahre vermisst die University of Adelaide neu, welche Rebsorten die Weinwelt prägen. Die jüngste, im Dezember 2025 veröffentlichte Erhebung von Kym Anderson, Signe Nelgen und Germán Puga, erfasst rund 2'000 Sorten auf 4,5 Millionen Hektaren – und zeichnet ein Bild im Wandel.
In den vergangenen 25 Jahren ist die weltweite Anbaufläche um rund 400'000 Hektaren oder acht Prozent geschrumpft.

Weniger Fläche, neue Gewichte

In Spanien befinden sich nach wie vor die grössten Anbauflächen. Sie dehnen sich über 928'105 Hektaren aus, das entspricht einem Fünftel der weltweiten Anbaufläche. Seit 2000 verkleinerte sie sich um einen Fünftel.
Frankreich, die Nummer zwei, blieb mit einem Anteil von 19 Prozent stabil, dies gilt auch für Italien mit 14 Prozent. Zugelegt haben die USA, Chile, Australien und Argentinien. Rückgänge verzeichnen Rumänien, Portugal, Deutschland. Auf die erwähnten zehn grössten Weinbauländer entfallen vier Fünftel der weltweiten Anbaufläche.

Die zehn Meistangebauten

Cabernet Sauvignon führt mit 279' 479 Hektaren, gefolgt von Merlot mit 257' 778 Hektaren und Tempranillo mit 226'805 Hektaren, letztere Sorte wird praktisch ausschliesslich in Spanien und Portugal angebaut. Chardonnay (222' 927 ha) hat als führende weisse Sorte erstmals Airén überholt, einst die meistangebaute Rebe der Welt. Sie ist in Zentralspanien verbreitet und dient in erster Linie der Herstellung von Weinbrand und Verschnittwein.

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Syrah verzeichnet mit einem Plus von 440 Prozent seit 1990 den stärksten Zuwachs unter den zehn meistangebauten Rebsorten und steht heute bei 189' 409 Hektaren – während Grenache, 1990 noch die verbreitetste Rotweinsorte, seither auf die Hälfte ihrer Fläche zurückfiel. Auch Ugni blanc, Basis von Cognac und Armagnac, schrumpfte um 28 Prozent auf 148 576 Hektaren. Sauvignon blanc (144 031 ha) und Pinot noir (131 983 ha) erreichen dagegen Rekordwerte. Insgesamt vereinen die zehn führenden Sorten 43 Prozent der weltweiten Anbaufläche.

Aufsteiger, Absteiger, Lokalgrössen

Unter den 100 verbreitetsten Sorten zählen Marselan, Roditis und Petit Verdot prozentual zu den grössten Gewinnern. Marselan, eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Grenache noir, verbreitet sich von Südfrankreich bis China; Petit Verdot profitiert von der Klimaerwärmung. Flächenmässig am stärksten zugelegt haben seit Beginn des Jahrtausends Tempranillo, Syrah und Sauvignon blanc, Die grössten Verluste tragen Graševina beziehungsweise Welschrieslig, Carignan und Pamid, eine Rotweinsorte, die im Grenzgebiet zwischen Burgarien und Griechenland verbreitet ist.

Nationale Vorlieben

In Spanien hat Tempranillo Airén als Spitzenreiterin abgelöst; Verdejo schaffte den Sprung unter die Top Ten. Frankreichs Hierarchie – Merlot, Ugni blanc, Grenache – blieb seit 2016 unverändert. Italien, mit 396 erfassten Sorten das vielfältigste Weinbauland, wird von Sangiovese (10 Prozent) angeführt, vor Glera, der Prosecco-Sorte, Ugni blanc beziehungsweise Trebbiano, Catarratto bianco, Montepulciano und Pinot grigio. In den USA verdrängte Cabernet Sauvignon erstmals Chardonnay von der Spitze, während Pinot noir, Pinot gris und Syrah stark zulegten. Deutschlands Liste führt Riesling (24 Prozent) an, vor Pinot noir und Müller-Thurgau.

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