Der Verbrauch von Schaum-, Weiss-, Rosé- und Rotwein lag 2025 bei 233 Millionen Liter, dies sind vier Prozent weniger als im Vorjahr.
Schaumwein verlor nach Jahren stetigen Wachstums sechs Prozent. Knapp jede zehnte in der Schweiz getrunkene Flasche entfällt auf diesen Weintyp. Ebenfalls sechs Prozent auf den Vorjahreskonsum büssten Rotweine ein. Der Weissweinverbrauch hingegen blieb stabil, sein Anteil am Gesamtverbrauch beträgt 33 Prozent. Schweizer Wein vermochte im Vergleich zum Vorjahr seinen Anteil von 32 auf 35 Prozent zu erhöhen. Dazu trug vor allem einheimischer Rotwein bei.
Pro-Kopf-Konsum auf Tiefststand
Der Pro-Kopf-Konsum liegt aktuell bei 25,6 Liter, vor fünf Jahren waren es 32 Liter. Bei diesen Zahlen handelt es sich zwangsläufig um Schätzungen, auch wenn die Daten präzis erscheinen. So hat etwa der anhaltend tiefe Eurokurs den Einkaufstourismus befeuert – der Heimkonsum dieser Mengen ist nicht abgebildet – , und im Pro-Kopf-Konsum pro Einwohner sind der Verbrauch durch ausländische Besucherinnen und Besucher nicht berücksichtigt. Ausweg gesucht
Der erodierende Weinverbrauch, ein weltweites Phänomen, löst auch in der Schweiz unterschiedlichste Reaktionen aus. Diskutiert werden Ausreissprämien, zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Weinproduktion und Weinvermarktung und einmal mehr – Importbeschränkungen. Und weil es beim Wein ein bisschen wie beim Fussball ist, melden sich auch Unberufene zu Wort, so etwa das Orakel aus Brig, Peter Bodenmann, ehemaliger Walliser Staatsrat und Hotelier in Brig. In seiner wöchentlichen Weltwoche-Kolumne zerzaust er den Plan aus dem Departement Parmelin, wir haben darüber auf dieser Plattform berichtet. Der Vorschlag, dass Importkontigente an Inlandleistungen verknüpft werden, befindet sich zur Zeit in der Vernehmlassung und ist in der vorgelegten Form vermutlich chancenlos.
Bodenmanns Bodenrente
So weit, so gut. Dass Peter Bodenmann aber meint, «dass Konsumentinnen und Konsumenten lieber günstige ausländische Weine als überteuerte Schweizer Weine trinken», das greift zu kurz. Als Hotelier müsste er wissen, dass ein Kaffee in Brig aus guten Gründen teuer ist als in Domodossola. Am Schluss reitet Bodenmann sein Steckenpferd Solarstrom. «Die schweren Schweizer Weine (sic!) kann man etwas leichter machen, wenn die sonnigen Rebberge mit Solarzellen sanft verschattet werden. Das würde ausserdem nahezu allen Rebbauern pro Quadratmeter und Jahr eine Bodenrente von vier Franken ins Kässeli spülen. Und über Nacht wären sie konkurrenzfähig.» Prost, du schöne Landschaft …