Axel Heinz stand für die Supertuscans Ornellaia und Masseto. 2023 wechselte er zum Margaux-Weingut Château Lascombes. Jetzt kommt sein erster reinsortiger Merlot-Médoc auf den Markt.
Stefan Keller
Axel Heinz präsentiert La Côte Lascombes aus Margaux. Der 2023er ist der erste Jahrgang des reinsortigen Merlot, der unter seiner Regie entstand.Stefan Keller
Es ist beim Wein mittlerweile ein bisschen so wie beim Fussball: Wenn die Mannschaft nicht vom Fleck kommt und die Punktgewinne auf sich warten lassen, wird der Trainer ausgewechselt. So geschehen 2023, als Axel Heinz aus der italienischen Serie A nach Bordeaux wechselte, von Ornellaia e Masseto zu Château Lascombes.
Das traditionsreiche Weingut in der Gemeinde Margaux gehört spätestens seit 1855, seiner Einstufung als Deuxième Grand Cru Classé, potenziell zur Crème de la Crème. In den vergangenen Jahren wechselte das Weingut immer wieder die Eigentümer, darunter die MACSF-Gruppe, eine französische Gesundheitsversicherung, die britische Brauereigruppe Bass Charrington oder Colony Capital aus den USA. Seit 2022 ist es in den Händen der Familie Lawrence aus dem Napa Valley und Teil der Lawrence Wine Estates-Gruppe, zu der unter anderem auch Heitz Cellar, Burgess Cellars, Ink Grade und Stony Hill Vineyard gehören.
Untypischer Médoc
Eine Besonderheit von Château Lascombes ist der für das Médoc ausgesprochen hohe Anteil an Merlot: 57 Hektaren sind damit bestockt, 58 Hektaren mit Cabernet Sauvignon, 4 Hektaren mit Petit Verdot und eine Hektare mit Cabernet Franc. Mit einer Produktionsfläche von 120 Hektaren, verteilt auf 80 Parzellen, misst Château Lascombes die grösste Ausdehnung der AOC Margaux.
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Ein Masseto für Margaux
Axel Heinz hat den Auftrag, dem bisher gepflegten, behäbigen Stil des Hauses neuen Schwung zu verleihen. «Wir suchen die Feingliedrigkeit und Transparenz, und dies schon in den jungen Jahren des Weins.» Dies gilt sowohl für die Schlossabfüllung als auch für den La Côte Lascombes, einen reinsortigen Merlot aus der gleichnamigen Einzellage. Er wurde erstmals mit Trauben der Ernte 2022 gekeltert und im Folgejahr erstmals vollständig unter der Regie von Axel Heinz vinifiziert und ausgebaut. Seit kurzem steht dieser zum Kauf.